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Kathrin Henninger, Ingenieurbüro Helmert; Kai Pachan, Büro BVS Rödel & Pachan; Franziska Wilbert,städtische Verkehrsplanerin; Stadtbaurat Stephan Schmickler

In Bergisch Gladbach soll jetzt die Zukunft verkehrsplanerisch angepackt werden. Ziel ist ein Mobilitätskonzept – ein umfassendes Planwerk, bei dem die Gesamtmobilität der Stadt erfasst wird: Pkw-Verkehr, Bus und Bahn, Rad- und Fußverkehr, Güterverkehr und ruhender Verkehr.

Das Konzept soll nicht nur dokumentieren, sondern auch die Möglichkeit bieten, lenkend einzugreifen. Die Erstellung des Konzepts wird gefördert durch den Verkehrsverbund Rhein-Sieg; Bergisch Gladbach ist Modellkommune.

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Bestandsaufnahme 

Erster Schritt: die ausführliche Bestandsaufnahme aller Verkehrsträger sowie die Aufzeichnung von Verkehrsgewohnheiten und Verkehrsströmen. Dann folgt die Auswertung und die planerische Arbeit – zunächst in Form von strategischen Leitzielen, und daran ausgerichtet konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen.

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Mit der Bestandsaufnahme geht es in Bergisch Gladbach nun los. Die graue Theorie bleibt dabei außen vor: Die Bürgerinnen und Bürger werden konkret nach ihren täglichen Gewohnheiten, aber auch nach tatsächlich zurückgelegten Wegstrecken gefragt.

5.500 Haushalte sind gefragt  – Je mehr mitmachen, desto besser

In den nächsten Wochen (bis Ende September) erhalten 5.500 zufällig ausgewählte Haushalte in Bergisch Gladbach ein Anschreiben des Bürgermeisters, in dem er um – freiwillige und anonyme – Mitwirkung bei der Haushaltsbefragung bittet. Per Fragebogen werden die an einem bestimmten Stichtag zurückgelegten Wege erfragt – mit dem Auto, mit Bus & Bahn, mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

Je mehr der Angeschriebenen mitmachen, desto aussagekräftiger wird das Bild des Verkehrsverhaltens und der dadurch erzeugten Verkehrsströme erfasst. Anhand dieser Angaben sind die auswertenden Experten beispielsweise in der Lage, Aussagen darüber zu treffen, zu welchen Anteilen sich der Verkehr auf die Verkehrsmittel verteilt und wie diese Verteilung optimiert werden kann („Modal Split“).

Stadtbaurat Stephan Schmickler setzt auf die breite Kooperation der Bürgerinnen und Bürger:

Kaum jemand in unserer Stadt beklagt sich nicht über die Verkehrssituation. Und wir wissen: Die großen Lösungen sind, wenn überhaupt, dann nur sehr langfristig zu verwirklichen. Nun aber haben wir die Chance, durch eine kluge Weiterentwicklung unseres gesamten Verkehrsgeschehens, durch die intelligentere Nutzung der vorhandenen Strukturen und durch gezielte Maßnahmen deutliche Verbesserungen zu erreichen. Dazu sind wir auf die Mitwirkung möglichst vieler Bergisch Gladbacherinnen und Bergisch Gladbacher angewiesen.“

Der dazu entwickelte Slogan und das von Stadtgraphiker Heiko Thurm gestaltete Logo beschreibt kurz und knackig die Zielvorstellung des Konzeptes:

Bergisch Gladbach – clever. vernetzt. mobil.

Beauftragt mit der Haushaltsbefragung ist das Ingenieurbüro Helmert aus Aachen, das auch den Fragebogen entwickelt hat. Ein weiteres Expertenteam, das Büro Rödel & Pachan aus Kamp-Lintfort, setzt sich anschließend zwei Jahre lang intensiv mit der Mobilitätsentwicklung in Bergisch Gladbach auseinander.

Zusammen mit lokalen und übergeordneten Interessensvertretern, der Politik und den Bürgerinnen und Bürgern soll diskutiert werden, wie Mobilität in Bergisch Gladbach heute und morgen aussehen kann. Daraus sollen Leitvorstellungen, Ziele und Handlungsempfehlungen entstehen. Aufbauend auf dem 2012 beschlossenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept – ISEK 2030 rückt mit dem Mobilitätskonzept ein weiteres Stück gesamtstädtischer Entwicklung in den Blickpunkt.

Bürgerbeteiligung als zentrales Element

Während der gesamten Erarbeitungszeit des Mobilitätskonzeptes spielt die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger eine entscheidende Rolle. Neben der Haushaltsbefragung ist im weiteren Verlauf eine offene Bürgerbeteiligung vorgesehen, bei der alle Bergisch Gladbacher teilnehmen können und sollen. Geplant sind in diesem Zusammenhang auch stadtteilbezogene Veranstaltungen.

Bergisch Gladbach ist VRS-Modellkommune

Das Mobilitätskonzept steht in engem Zusammenhang mit dem Förderprojekt „Mobilität der Zukunft – Kommunales Mobilitätsmanagement“ des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS), in dessen Rahmen Bergisch Gladbach als Modellkommune ausgewählt wurde. Das Förderprojekt zielt darauf ab, die Kommunen sowohl fachlich als auch finanziell zu unterstützen, ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept zu entwickeln, bei dem intelligente und vernetzte Verkehrslösungen im Vordergrund stehen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite www.stadtentwicklung-gl.de.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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2 Kommentare

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  1. Frau Wirrkopf, ich kann Ihnen nur voll zustimmen.Über die aktuellen Verkehrströme in BGL (zeitabhängige Volumina auf den Hauptverkehrsstraßen, Fahrgastzahlen des ÖPNV usw.) sollen der Stadt doch angeblich relativ aktuelle Daten vorliegen. Ich fände es sinnvoll, wenn einmal erläutert würde, wie die bereits vorhandenen Daten sinnvoll in dieses Projekt einbezogen werden und was man von den für viel Geld neu zu erhebenden Daten darüber hinaus zu erwarten hat. An der Grundsituation, dass die Staus hauptsächlich durch den Ein- und Auspendlerverkehr in den Kölner Raum verursacht werden und hier eine effizientere Anbindung an die A3 , welche die Unterzentren Refrath und Bensberg entlastet, Abhilfe schaffen kann, wird sich mittelfristig nicht viel ändern. Könnte es sein , dass hier ein politischer Aktionismus darüber hinwegtäuschen soll, dass man in absehbarer Zeit keine realisierbaren Lösungen angehen will .Statt jetzt politische Widerstände für eine vernünftige Lösung zu überwinden, kaufen sich Entscheidungsträger mit weiteren Gutachten Zeit mit unserem Steuergeld. Aber es war dann ja gut und beruhigend , dass wir alle wieder einmal darüber sprechen konnten.

  2. Witzige Sache das!
    Bis das erfasst und ausgewertet ist, haben wir sicher schon 2020! Und auf dem Weg dahin, kommen neue Sachbearbeiter die es dann erstmal hilflos von einer Schreibtischseite auf die andere wälzen, Migräne kriegen und sich erbrechen müssen, weil alles so verpfuscht ist, dass man am besten die ganze Stadt abreißen und neu bauen würde. Aber das geht ja nicht. Wer soll das denn bezahlen. Aus Verzweiflung werden sie kündigen, nach Herrlisch Rauhbach ziehen und dort die Landluftflugrollbahn planen und bauen. Das wird dann fertig sein, bevor in Bergisch Gladbach ein neues Verkehrskonzept überhaupt vorgestellt wird.

    Und bis dahin lacht man sich in Herrlisch Rauhbach tot über den Spruch: Bergisch Gladbach – clever.vernetzt.mobil