Die Planung

Nicht moderne Kunst, sondern Verkehrsplanung. Von unten mündet die Bensberger Straße im neuen Kreisel, rechts geht es über die Schabelsmühle Richtung Odenthaler, links über die Gohrsmühle zum Driescher Kreisel.

Die Verkehrspolitik denkt großzügig, am liebsten in Achsen. So wurde 2009 beschlossen, die sogenannte „Verkehrsachse Schnabelsmühle / Gohrsmühle / Hauptstraße“ neu zu gestalten. Umgebaut wurde bislang jedoch nur der Driescher Kreisel am westlichen Kreisel dieser Achse; der Rest der Planung „haushaltsbedingt zurückgestellt“.

Jetzt sieht die Stadtverwaltung eine günstige Gelegenheit, einen weiteren Baustein dieser Planung relativ kostengünstig und mit relativ geringen Belastungen des Verkehrs umzusetzen; der Verkehrsausschuss soll bereits am Donnerstag über eine entsprechende Verwaltungsvorlage entscheiden – die eine komplette Umgestaltung des Verkehrskreuzes Schnabelsmühle zu einem weiteren Kreisverkehr vorsieht.

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Der Anlass: im kommenden Jahr wird direkt unter der Kreuzung Schnabelsmühle / Gohrsmühle / Bensberger Straße ohnehin groß gebaut. Im Zuge des Hochwasserschutzprojektes wird dort ein weiterer riesiger Kanal verlegt und ein Regenklärbecken eingebaut.

Schnabelsmühle

Hier wird nächstes Jahr der Hochwasserkanal gebaut – und vielleicht noch vorher ein Kreisverkehr

Absehbar ist schon jetzt, dass dadurch das Verkehrschaos in der Innenstadt vorübergehend vergrößert wird. Die Straßen werden nur noch einspurig an der Baustelle entlang führen; wer von Osten von der Gnadenkirche kommt, wird nicht mehr links in Richtung Bensberg abbiegen, sondern an der Poststraße oder im Driescher Kreisel wenden müssen.

Es sei denn, bis dahin ist die Kreuzung bereits zu einem platzsparenden Kreisverkehr umgebaut worden. Die Planung sieht einen Kreisel am äußerten südwestlichen Rand vor, der ein Stückchen auf das Betriebsgelände von Zanders reichen würde. Damit bliebe genug Platz für die Baustelle – der Verkehr könnte ungestört fließen, wenn nicht sogar noch besser als bisher.

Nicht zuletzt soll der Kreisverkehr die Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr verbessern, heißt es ausdrücklich. Die Parkplätze an der Schnabelsmühle scheinen von der Planung nicht beeinträchtigt zu werden.

Zusammenlegung soll Chaos minimieren und Geld sparen

Insgesamt könnte die Stadt, so die Verwaltungsvorlage, bei einer Kombination der Baustelle für den Hochwasserschutz und für den Kreisverkehr sehr viel Geld sparen. Konkrete Zahlen dazu werden in der Vorlage nicht genannt, es ist von „umfangreichen Einsparungen“ die Rede.

Die Kosten für den Bau des Kreisverkehrs beziffert die Verwaltungsvorlage auf 1,3 Millionen Euro, hinzu kommt ein Ingenieurshonorar von 75.000 Euro; insgesamt 825.000 Euro soll die Bezirksregierung übernehmen. Bei einer Kreditfinanzierung des Eigenanteils über 40 Jahre rechnet die Verwaltung mit jährlichen Folgekosten in Höhe von exakt 58.518,75 Euro.

Der komplette Lageplan. Zum Vergrößern anklicken.

Der komplette Lageplan. Zum Vergrößern anklicken.

Verwaltung setzt sich unter  Zeitdruck

Mit diesem Vorhaben setzt sich die Stadtverwaltung unter Zeitdruck. Zwar soll der Kreisverkehr, nicht wie zunächst berichtet, schon 2015 fertig werden, sondern erst 2016. Aber er wird eng mit dem Hochwasserprojekt verzahnt, das sich auf keinen Fall verschieben lässt. Konkrete Termine für den Baubeginn werden bisher nicht genannt.

Tatsächlich hat die Stadt schon einiges unternommen: die Pläne liegen vor, mit Zanders ist man über einen Grundstückskauf einig; Feuerwehr, Polizei, Nahverkehrsbetriebe und Straßenverkehrsbehörde haben bereits zugestimmt.

Ein Restrisiko bleibt

Und auch ein Zuschussantrag bei der Bezirksregierung, die 60 Prozent der Kosten tragen soll, liegt dort schon seit sechs Monaten. Die Stadt räumt aber ein, dass es bis zu einer Bewilligung durchaus bis nächstes Jahr dauern könnte, hält das Risiko, am Ende allein auf den Kosten sitzen zu bleiben, aber für gering.

Weitere Informationen:
Tagesordnung des Ausschusses am 11.9.2014
Beschlussvorlage zum Download
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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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3 Kommentare

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  1. Dieser Kreisel zeigt das Unvermögen der Städtischen Verkehrsplaner.
    Da werden Info-Toren in die ganze Welt unternommen, aber man erkennt nicht, das der
    Sinn eines Kreisverkehrs darin besteht, den Verkehr fließend zu halten.
    Wie wird das gehen, wenn überall Fahrradwege und Zebrastreifen queren.
    Eigentlich war der Kreisel für Bergisch Gladbach nicht erforderlich, da der Verkehrsfluss in diesem Bereich bei richtiger Ampelschaltung nie ein Problem war.
    Dies wird sich mit dem neuen Kreisel jedoch gewaltig ändern, auch die Unfallstatistik wird sprunghaft steigen.
    Für mich sind diese Planer Amateure. ( Ein Fall für Mario. )

  2. Also der Kreisverkehr wird auch nach Fertigstellung viel mehr Stau verursachen, weil man 2 Spuren auf 1 Rück baut. Das schlimmste ist, das man nicht wartet, bis die Baustelle Kölnerstr – Buddestr fertig ist. Also so langsam zweifele ich völlig an die Fähigkeiten dieser Beamten, die sowas planen……. Kopfschüttel

  3. Warum nicht gleich eine große Lösung ? Den verkehrstechnischen Mehrwert eines Kreisverkehrs an der Gohrsmühle möchte ich in Zweifel stellen. Ich fahre täglich diese Strecke und habe in 25 Jahren keinen verkehrsbedingten Stau dort erlebt. Die Ampelschaltung sorgt für einen zügigen und sicheren Verkehrsfluss auch für Fußgänger und Radfahrer. Viel nötiger wäre dagegen eine Lösung für die Einmündung der Odenthaler Strasse in die Hauptstrasse. Dort gibt es ständig Staus auf der Hauptstrasse von Sand stadteinwärts und auf der Odenthaler Strasse stadteinwärts. Hier wäre eine große Lösung evtl. als Kreisverkehr mit Abriss des Waatsacks und Nutzung des Vorplatzes der ehemaligen Feuerwehr weitaus angesagter und wirkungsvoller als an der Gohrmühle. Ein Hochwasserrückhaltebecken unter Kreisverkehr oder Kreuzung könnte auch dort versenkt werden und würde Strunde-Hochwasser sogar effektiver schon VOR dem Zentrum abfangen und Überflutungen der Odenthaler Straße und des Gebietes bis zur Gohrmühle effektiver verhindern. Also bitte nicht Mittel mit Gelegenheitsaktionismus verkleckern sondern gleich die große Lösung angehen , die eine reale Verbesserung der Verkehrssituation in Stadtmitte-Ost bringt.