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Schüler der Grundschule “An der Strunde” probieren sich am Bass aus.

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„Bruder Jakob, Bruder Jakob, schläfst Du noch?“ – dieses Lied mit Gitarrenbegleitung erklang bereits beim ersten Termin der Kulturstrolche in Bergisch Gladbach. Die Schülerinnen und Schüler der GGS “An der Strunde” hatten den Vormittag über viele Musikinstrumente kennengelernt und sichtlich Spaß am ersten Projekttag.

Begegnungen zwischen Kindern und Kultur schaffen – ein ganzes (Grundschul-)Leben lang – das ist das Ziel des Projekts „Kulturstrolche“. Kulturinstitutionen und Künstler öffnen ihre Tore und laden die Kulturstrolche ein, auch einmal hinter die Kulissen zu blicken.

Ab sofort auch in Bergisch Gladbach. Verschiedene Schulen und Kooperationspartner haben für die nächsten drei Jahre spannende Projekte angedacht.

Als ersten Termin kamen am Mittwoch die 2. Klassen der Gemeinschaftsgrundschule “An der Strunde” in die Städtische Max-Bruch-Musikschule. Musikschulleiter Friedrich Herweg und das Lehrerkollegium teilten die Kinder auf und zeigten ihnen im Rahmen des Instrumentenkarussels wie Cello, Klavier, Gitarre und Co. gespielt werden.

Kultur entdecken und ausprobieren

Jürgen Mumdey, Kämmerer und Fachbereichsleiter Kultur, mit den Grundschülern

Vom 2. bis zum 4. Schuljahr haben die Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen sieben und neun Jahren die Gelegenheit Kultur auszuprobieren und selbst zu entdecken, was ihnen gefällt und besonders Spaß macht.

Neben dem Kooperationspartner Städtische Max-Bruch-Musikschule, sind auch weitere Einrichtungen aus Bergisch Gladbach bei dem Kulturprojekt am Start: Kunstmuseum Villa Zanders, Bürgerhaus Bergischer Löwe, Tanzschule Agne-Krauss, Stadtbücherei im forum sowie das Q1 Jugend-Kulturzentrum.

Jürgen Mumdey, Beigeordneter für Schule, Kultur, Bildung und Sport, betonte beim Pressegespräch, dass die Finanzierung der Projektes über das Land ermöglicht wird:

Im Bereich der Freiwilligen Leistungen könnten wir den Kinder dieses Angebot eigentlich nicht machen. Kulturrucksack und Kulturstrolche sind für Bergisch Gladbach gute Chancen, dass alle Mädchen und Jungen das Thema Kunst und Kultur kennen lernen. Diese Schnupperangebote sind wichtig, damit vielleicht der ein oder andere sagen kann: ‚Das ist was für mich, das mache ich jetzt mal.‘“

Das Programm in den nächsten drei Schuljahren wird vielfältig sein, bestätigten auch die übrigen Projektpartner. Ob Tanzen oder Videos drehen, Kinobesuch und Leseaktion – die Kinder erwartet drei spannende Jahre.

Auch die beteiligten Grundschulen freuen sich über diese attraktiven Angebote, die die Lehrerschaft parallel zum Unterricht bisher nur sporadisch ermöglichen konnte.

Alles in allem bedeuten die Kulturstrolche also eine Win-Win-Situation für Schulen und Kooperationspartner, Gewinner sind dabei natürlich die teilnehmenden Kinder.

Inhalt des Projektes

Das Projekt „Kulturstrolche“ ist ein Kooperationsprojekt des Kultursekretariats NRW Gütersloh und wird in verschiedenen Städten in NRW in Kooperation mit Schulen und Kultureinrichtungen umgesetzt. Es wird vom Kultursekretariat aus Mitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gefördert.

Die Idee des „Kulturstrolche-Projektes“:

Schnupperstunde auf der Gitarre

Jedes Schulkind soll während seiner Grundschulzeit möglichst viele kulturelle Sparten und Kultureinrichtungen vor Ort kennen lernen. Im Klassenverbund oder kleineren Gruppen besuchen die Kinder die Einrichtungen, lernen dort tätige Menschen, ihre Arbeit und die jeweilige Kulturform kennen.

Das Kulturstrolche-Projekt wurde initiiert und konzipiert vom Dezernat für Bildung, Familie, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Münster. Mit Beginn des Schuljahres 2008/09 übernimmt das Kultursekretariat NRW Gütersloh – nach einer dreijährigen Pilotphase in Münster – die Projektidee und bietet das Programm seinen Mitgliedskommunen an. Seit dem Schuljahr 2011/2012 fördert auch das NRW KULTURsekretariat Wuppertal das Projekt der Kulturstrolche in seinen Mitgliedskommunen. Ab dem Schuljahr 2014/15 besteht auch für Städte, die sich am Kulturrucksack beteiligen, die Möglichkeit an der Kulturstrolcheförderung durch Landesmitteln zu partizipieren.

Geplante Projekte in Bergisch Gladbach ab 2014/15

Die Projekte bauen über die drei Schuljahre hinweg aufeinander auf und stehen in einem sinnvollen Zusammenhang.

KlasseProjektreihe AProjektreihe B
2„Wir machen Musik!“

  • eine Instrumentenvorstellung in der Musikschule,
  • eine Instrumentenbaustunde oder eine Singstunde in der Grundschule,
  • der Besuch von speziellen Kinderkonzerten „Kinder spielen für Kinder“.
„Wir malen!“

  • Workshop im Museum,
  • KünstlerInnen besuchen die Schulen und setzen die im Museumsatelier begonnene Arbeit in Absprache mit den LehrerInnen fort.
  • aus den erarbeiteten Ergebnissen wird eine kleine Projektausstellung in der Städtischen Galerie Villa Zanders durchgeführt
3„Wir tanzen!“

  • Vorbereitung in der Schule – Bewegungsspiele mit Musik
  • Besuch einer Tanzschule,
  • Verschiedene Workshops: Ballett, Breakdance usw.
„Wir spielen Theater!“

  • Ein Blick hinter die Kulissen des Theaters Bergischer Löwe
  • Kleiner Workshop mit der THEAS Theaterschule
  • Besuch eines Kindertheaters
4„Wir filmen!“

  • Besuch des Q1 Jugend-Kulturzentrums – Ton- und Medienstudio
  • Video-Produktion: Erlebtes aus den vorangegangenen zwei Kulturstrolchejahren wird „wiederholt“ und gefilmt
  • Kinobesuch in Kinocenter
„Wir lesen und schreiben!“

  • Besuch der Bücherei
  • Schreib-Workshop: „Was haben wir als Kulturstrolche erlebt“ _ evtl. als Literaturwettbewerb
  • Ein kleines Hörbuch über die Kulturstrolche-Geschichten erstellen
danach Kulturrucksackprojekte

Die teilnehmenden Grundschulen

  • Gemeinschaftsgrundschule im Stadtteil Hand mit 3 Klassen
  • Katholische Grundschule in Bensberg mit 2 Klassen
  • Gemeinschaftsgrundschule „An der Strunde“ mit 2 Klassen
  • Gemeinschaftsgrundschule im Stadtteil Gronau mit 2 Klassen
  • Gemeinschaftsgrundschule im Stadtteil Moitzfeld mit 2 Klassen

Kooperationspartner

Die Vertreter der Kooperationspartner und der Stadtverwaltung

  • 2014 / 2015: Städtische Max-Bruch-Musikschule, Kunstmuseum Villa Zanders
  • 2015 / 2016: Tanzschule Agne-Krauss, Bürgerhaus Bergischer Löwe
  • 2016 / 2017: Stadtbücherei im forum, Q1 – Jugend-Kulturzentrum

Förderung

Die Förderung beträgt 600 Euro pro Klasse / Schuljahr bis zu einem Maximalbetrag von 7.800 Euro pro Stadt / Haushaltsjahr. Die Förderung kann bis zu 100 Prozent der Projektmittel ausmachen, ein finanzieller Eigenanteil ist nicht erforderlich. Darüber hinaus übernimmt das Kultursekretariat NRW Gütersloh für die projektbeteiligen Städte die inhaltliche Beratung und die Betreuung der finanziellen Abwicklung der Landesfördermittel.

Kultursekretariat NRW Gütersloh

Das Kultursekretariat NRW Gütersloh ist ein seit 1980 bestehender Zusammenschluss von zurzeit 71 Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens, des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe sowie des Landesverbandes Lippe auf der Basis einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung. Kulturpolitische Intention ist die Intensivierung der Zusammenarbeit seiner Mitgliedsstädte in allen Aufgabenbereichen kommunaler Kulturarbeit mit dem Ziel der Qualifizierung der kulturellen Angebote und der Effizienzmaximierung durch Kooperation.

Die Förderung wird aus jährlichen Zuwendungen des Kulturetats des Landes NRW bestritten und erfolgt im Wesentlichen als Projekt- und Veranstaltungskostenzuschuss der zur Förderung ausgewählten Themen und Verbundprojekte an die kommunalen und freien Träger.

Kultursekretariat NRW Wuppertal

Das NRW KULTURsekretariat ist eine öffentlich-rechtliche interkommunale Kultur-Förderinitiative der großen Städte in Nordrhein-Westfalen. Sie wurde 1974 gegründet und hat ihren Sitz in Wuppertal. 1974 gegründet, veranstaltet und fördert es gemeinsam mit den kommunalen Partnern und einer Vielzahl von Kulturinstitutionen innovative Projekte, Festivals und Programmreihen in den Bereichen Theater, Musik, Bildende Kunst, Literatur, Tanz und Neue Medien.

Darüber hinaus gilt sein Engagement transkulturellen Projekten und der kulturellen Bildung. Als interner und externer Dialogpartner regt es außerdem kulturpolitische Prozesse und Diskurse innerhalb des Verbundnetzwerks an erweitert durch Tagungen und Konferenzen zu aktuellen und relevanten Themen die kulturelle Kompetenz. Seit Anfang 2009 koordiniert und steuert das Kultursekretariat gemeinsam mit den Städten und in Verbindung mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen die Internationale Kulturarbeit.

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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