Ein Bild der Arbeitsagentur: Wartezone eines Arbeitsamtes

Die Arbeitslosenquote bewegt sich im Schneckentempo – aber immerhin nach unten. Nach den aktuellen Angaben der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach ist die Arbeitslosenquote im gesamten Arbeitsamtbezirk (Leverkusen, Oberberg, RheinBerg) gegenüber dem August von 6,8 auf 6,6 Prozent gefallen. Damit ist sie allerdings immer noch genauso hoch wie vor einem Jahr.

Etwas besser sieht der langfristige Trend im Rheinisch-Bergischen Kreis aus. Hier sank die Quote innerhalb eines Jahres von 6,4 auf 6,3 Prozent. Dabei profitieren unterschiedliche Personen- und Altersgruppen sehr unterschiedlich, bei den Ü50 stieg die Arbeitslosigkeit sogar kräftig an:

Bergisch Gladbach: höheres Niveau, etwas schnellerer Rückgang

In der Stadt Bergisch Gladbach befindet sich die Arbeitslosigkeit auf einem höheren Niveau als im gesamten Kreis, geht aber auch einen Tick schneller zurück: Vor einem Jahr lag die offizielle Arbeitslosenquote bei 8,1 Prozent, im September 2014 waren es „nur“ noch 7,9 Prozent. Das waren exakt 4322 Menschen – und damit 76 weniger als vor zwölf Monaten.

Mit Blick auf die Krisen in der Welt ist Stefan Krause, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bergisch Gladbach, aber auf längere Sicht nicht wirklich optimistisch gestimmt:

Der Arbeitsmarkt zeigt sich trotz der aktuellen globalen Situation noch immer stabil. Der Anstieg im Juli konnte mehr als kompensiert werden. Der Beginn der Ausbildung und die nach den Ferien wieder gestiegene Arbeitskräftenachfrage lassen uns auch für die nächsten zwei Monate verhalten optimistisch in die Zukunft schauen.“

Wo die Chancen gut sind – und wo nicht

In RheinBerg insgesamt wurden 866 freie Stellen gemeldet, vor allem in den Bereichen Handel, Gastgewerbe, Gesundheits- und Sozialwesen, Bau sowie in der Zeitarbeit. Dabei entfallen je nach Branche sehr unterschiedliche Zahlen von Arbeitssuchenden auf eine gemeldete Stelle – was Aussagen über die Aussichten in bestimmten Berufsfeldern erlaubt:

Aus der Statistik lässt sich auch ablesen, welche Branchen im Rheinisch-Bergischen Kreis wachsen – und welche schrumpfen:

Tücken der Statistik: Mehr Arbeitssuchende als Arbeitslose

Die Arbeitsagentur weist wie immer daraufhin, dass die Zahl der Arbeitssuchenden insgesamt größer als die der offiziell als arbeitslos registrierten Personen ist.

Zählt man alle hinzu, die sich in Weiterbildungsmaßnahmen befinden, anderweitig gefördert oder aus Altersgründen aus der Statistik fallen, kommen im Rheinisch-Bergischen Kreis zu den 9000 offiziellen Arbeitslosen 1.7000 Personen hinzu, die formal als „unterbeschäftigt“ gewertet werden. Liegt die Arbeitslosenquote im Kreis derzeit bei 6,3 Prozent, so liegt die weiter gefasste gesamte „Unterbeschäftigsquote im weiten Sinne“ bei 7,4 Prozent.

Die Tatsache, dass gerade viele ältere Arbeitslose aus der Statistik fallen und nur in Ausnahmefällen gefördert werden, hatte zuletzt das Deutsche Rote Kreuz in RheinBerg harsch kritisiert.

Lesen Sie mehr, analysieren Sie mit

Den gesamten, sehr detaillierten Arbeitsmarktbericht können Sie hier lesen. Teilen Sie uns mit, wenn Sie etwas interessantes gefunden haben, unten im Kommentarfeld, auf Facebook oder per Mail: info@in-gl.de

Datix

Zahlen, Tabelle, Grafiken sind mein Metier. Weil mich interessiert, was sich hinter dem ganzen Datensalat verbirgt.

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3 Kommentare

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  1. Hallo Herr Schröters,
    das ist leider nicht möglich, da der Winterdienst in die Tätigkeit der Hausmeister fällt.
    Danke, dass sie sich Gedanken machen

  2. Servus Herr Schur, wer macht denn an der Schule den Winterdienst?
    Vielleicht kann man den Mann ja über diesen Umweg doch halten, zumindest mal bis zum Frühjahr.

    Gruß…

  3. Und jetzt gibt es wieder einen Arbeitslosen mehr.
    Bis Montag hat an unserer Schule jemand auf 1-Euro-Basis gearbeitet. DIeser Job war für diesen Mann ein Halt, eine Beschäftigung, die Struktur, Anerkennung und Ruhe in sein Leben brachte. Er hatte eine Aufgabe, übernahm Verantwortung und war allgemein beliebt bei Kindern, Eltern und Kollegium. Er hatte soziale Anerkennung. Als dieser Mann vor 21 Monaten mit seiner Arbeit begann habe ich nur gedacht ” Was bekommst Du denn da für jemanden?”. Aber nach einigen Rückschlägen fing sich dieser Mann und änderte sich um 180 Grad zum positiven, in seinem Aussehen, seinem ganzen Verhalten, seinem Umgang mit anderen Menschen. Er wurde offener, freundlicher, verantwortungsbewusster kurzum ein anderer Mensch, der Spass und Freude an seiner Arbeit an unserer Schule hatte. Er bekam die Anerkennung und den positiven Feedback den er sich verdiente für seine Arbeit.
    Dann lief die Maßnahme aus und wurde nicht verlängert mit der Begründung, dass kein Geld da wäre ( Wir sprechen von rund 120 Euro/Monat zuzuüglich Busticket) und wenn er den Job doch so gerne machen würde, könne er ihn ja ehrenamtlich machen!!!! Als wenn der Mann nicht auf das Geld angewiesen wäre. Dieser Mann darf jetzt 3 Jahre keinen 1-Euro-Job ausüben und ist dazu verdammt zu Hause rum zu sitzen. Dazu sei gesagt, dass der Mann momentan aus diversen Gründen nicht vermittelbar ist, was aber bei unserem Arbeitsamt keinen Menschen interessiert, na ja zumindest den Sachbearbeiter nicht. Der Mann möchte so gerne weiter in seinem 1-Euro-Job weiterarbeiten, damit ihm zu Hause nicht die Decke auf den Kopf fällt und er nicht wieder in seine alte Lebensweise zurückfällt (wovor er natürlich Angst hat verständlicherweise) Aber das wird ihm verwährt.
    und somit ist die obige Statistik um einen Arbeitslosen reicher. Denn 1-Euro-Jobber werden nicht als Arbeitslos geführt.