Kennen Sie das Kotzbachtal? Man muss es nicht unbedingt kennen. Wenn aber doch, so ist das kein Fehler. Im Gegenteil! Denn es handelt sich um einen romantisch verträumten Winkel im ländlichen Bergisch Gladbach.

Dabei darf man sich nicht von einem Namen abschrecken lassen, der auf jeden Fall missverständlich ist. Er hat nämlich absolut nichts mit dem verfemten Verb zu tun, was einem gleich in den Sinn kommt. Vielmehr mit den wenigen Häusern von Kotzfeld, hinter denen er im Verborgenen seinen Ursprung hat.

Auf dem trockenen Feld

Und auch Kotzfeld hat nichts mit dem erwähnten Verb zu tun. Wie man in einem Buch über Straßen- und Flurnamen in der Stadtbücherei nachlesen kann, bedeutet „kott“ oder „kotz“ lediglich so etwas wie „nicht sehr fruchtbar, eher trocken“.

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Wie dem auch sei, von diesem Weiler Kotzfeld schlängelt sich, teils durch ungewöhnlich schluchtenartiges Gelände, der Kotzbach, der an der Külheimer Mühle in den Volbach mündet und später bei Immekeppel in die Sülz.

Zu Fuß von Bärbroich nach Ottoherscheid und zurück

Dieser Artikel beschreibt eine kurze Wanderung (etwa 1 bis 1½ Stunde) von Bärbroich ins Kotzbachtal und zurück über Ottoherscheid.

Wieder beginnen wir wie in „Emailhimmel über Wüstenherscheid“ an der Haltestelle „Am Rothfeld“ in Bärbroich, wohin uns die Linie 453 führt. Hier durchqueren wir nun auf der Bärbroicher Straße den Ortsteil Bärbroich Richtung Wildphal Oberkülheim/, sehen bald links die schiefergedeckte Kapelle von Bärbroich … 

… und davor das Kriegerdenkmal (siehe „Denkmal –drüber nach!“),

… dahinter das ehemalige Lehrerhaus, in dem Katharina Stockhausen, die Mutter des weltberühmten Komponisten aus Kürten, ihr trauriges Schicksal erlebte.

Das Bürgerportal erinnerte in dem Artikel „Ein Stolperstein für Gertrud Stockhausen“ daran.

Ein paar Schritte weiter auf der Bärbroicher Straße durchquert man den größten von etlichen Reiterhöfen in Bärbroich, …

… und sieht danach rechts ein schönes altes schiefergedecktes Haus.

Bei der abknickenden Vorfahrt gehen wir weiter geradeaus Richtung Wildphal, biegen dann aber gleich rechts ab und folgen nun dem Wanderzeichen mit dem Dreieck, …

… mit Blicken auf die zahlreichen Pferdeweiden des Pferdelands Bärbroich (siehe Foto ganz oben) zunächst bis zu dem Weiler Dresherscheid, wo die Straße endet. Hier erblickt man links ein kleines, aber zünftig als Lehmbau renoviertes Fachwerkhaus.

Geradeaus öffnet sich dann der herrliche Blick auf das einsame Kotzbachtal.

Am rechten Rand der großen Wiese steht die Bank, von der aus man, wenn man Glück hat, die Milane ihre Kreise ziehen sehen kann. Der richtige Ort für ein Picknick oder zum Lesen des Gedichts „Mensch Milan“. Man sollte dabei nicht vergessen, dass es sich eigentlich um ein „Menschengedicht“ handelt. Aber das merkt der kluge Leser sicher selber.

Nach der besinnlichen Pause schlängelt sich nun der Weg nach unten, vorbei an malerischen Margeriten- und Fingerhut-Gruppen.

Durch den Wald im Tal angekommen, liegt vor uns das Fachwerkensemble von Juckerberg, das einmal zu einer Sprengstofffabrik gehörte, die ihre eigene Geschichte hatte und vielleicht noch hat. Nur noch einige merkwürdige Schilder erinnern an die dubiose Vergangenheit dieser Anlage.

Die Hühner auf dem nächsten Foto brauchen aber nichts zu befürchten, vor allem da ihre Besitzer, die Bewohner des Fachwerkhauses, äußerst liebenswürdige Menschen sind. Vielleicht haben Sie ja Gelegenheit, sie kennenzulernen.

Nach etwa 100 Metern überqueren wir den im Sommer wenig Wasser führenden Kotzbach und steigen, immer noch mit dem Dreieck als Wanderzeichen …

… bergan, durch einen Mischwald mit abenteuerlich geformten Baumstrünken und viel „Totholz“, welches paradoxerweise erst einen lebendigen Wald ermöglicht …

… und Blicken auf die „Schluchten des Kotzbachs”.

Schließlich verlässt der Weg den Mischwald und führt bei einer Rasthütte …

… auf die Straße. Wir folgen ihr nicht nach rechts zum Weiler Kotzfeld, sondern nach links bergan nach Ottoherscheid. Vorbei an manchen schönen Gärten gelangt man zum Schluss wieder zur Bushaltestelle Am Rothfeld in Bärbroich.

Engelbert M. Müller

ist pensionierter Lehrer, Mitglied von Wort und Kunst, Verfasser von "Der letzte Lehrer"

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1 Kommentar

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  1. Ein sehr schöner Bericht über eine interessante Wanderung!
    Den Milan kann man auch in anderen Ecken Bergisch Gladbachs bewundern, über Asselborn und Herrenstrunden ziehen regelmäßig seit vielen Jahren mehrere Milane ihre Kreise!