Beispiel Knie: Im EndoProthetikZentrum baut Gennaro Manzo künstliche Gelenke ein. Foto: EVK

Das Evangelische Krankenhaus Bergisch Gladbach verfügt seit Neuestem über ein zertifiziertes EndoProthetikZentrum (EPZ) unter der Leitung von Gennaro Manzo, Leitender Oberarzt in der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie.

Mit diesem Zertifikat ist gewährleistet, dass künstliche Gelenke nach den neuesten wissenschaftlichen Leitlinien und nach vorgegebenen Behandlungspfaden eingebaut werden. Zwei weitere wichtige Voraussetzungen für das Zertifikat: Jeder behandelnde Arzt muss mindestens 50 künstliche Gelenke pro Jahr implantieren und alle an der Behandlung des Patienten beteiligten Einrichtungen wie zum Beispiel die Physiotherapie sind von vornherein eingebunden.

Patientensicherheit und Versorgungsqualität

„Diese Vorgaben dienen dazu, ein hohes Maß an Patientensicherheit und Versorgungsqualität sicherzustellen“, erklärt Gennaro Manzo. Das Zertifikat mit dem Titel „EndoCert“ gilt als weltweit erstes Zertifizierungssystem in der Endoprothetik und wurde von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädischen Chirurgie (DGOOC) mit weiteren Partnern entwickelt.

Ein wichtiger Behandlungsgrundsatz am EVK lautet: „Wir wollen die Gelenke so lange wie möglich erhalten“, erklärt Gennaro Manzo. Patienten mit Schmerzen in Knie, Hüfte oder Schulter, die sich an das EndoProthetikZentrum wenden, werden nicht automatisch mit einem neuen künstlichen Gelenk versorgt. Zunächst wird versucht, durch nicht-operative, also konservative Maßnahmen, die Schmerzen zu reduzieren und das körpereigene Gelenk zu retten.

Einfache Methoden können natürliche Gelenke retten

Eine einfache und gleichzeitig sehr wirksame Methode bei Beschwerden im Kniegelenk ist zum Beispiel das Abnehmen. Übergewicht kann Knie-Arthrose, also Gelenkverschleiß, auslösen. Verlorene Pfunde können zu einer Schmerzlinderung führen. Ebenfalls empfehlenswert ist der Aufbau einer kräftigen Muskulatur in den Beinen, damit das Knie durch diese Muskeln deutlich entlastet wird.

Bei diesen Maßnahmen ist natürlich in erster Linie der Patient selbst gefragt. Darüber hinaus gibt es weitere Behandlungsschritte, die nur der Arzt vornehmen kann.

Zum Beispiel die Verabreichung von künstlicher Gelenkschmiere. Die Hyaluronsäure wirkt dabei wie ein Batzen Fett für eine quietschende Tür und wird per Spritze in das Gelenk eingebracht.

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Ferner kann durch kleine chirurgische Eingriffe die Situation im Gelenk verbessert werden. Die Glättung von ausgefranstem Knorpel gehört ebenso dazu wie die Knorpeltherapie. Sie kann angewandt werden, wenn der Knorpel schon so weit geschädigt ist, dass der blanke Knochen freiliegt. In den Knochen werden im Rahmen eines minimal-invasiven Eingriffs kleine Löcher eingebracht, so dass Stammzellen hervortreten. Diese bilden in den nächsten Wochen und Monaten frische Knorpelzellen aus.

Ein neues Verfahren ist die AMIC-Operationstechnik, bei der die behandelte Stelle mit einer speziellen Membran abgedeckt und geschützt wird.

Künstliche Gelenke als letzte Lösung

Wenn diese Behandlungsmöglichkeiten keinen Erfolg bringen, muss über den Einsatz eines künstlichen Gelenks nachgedacht werden. Am neuen EndoProthetikZentrum des EVK haben die Verantwortlichen hierzu eine klare Haltung: „Erst wenn der Patient sagt, dass er ein neues Gelenk auch wirklich haben will und er keine andere Behandlungsalternative mehr sieht, fassen wir eine entsprechende Operation ins Auge“, erklärt Gennaro Manzo einen zentralen Behandlungsgrundsatz.

Dem Leiter des EndoProthetikZentrums ist auch wichtig, den Patienten genügend Bedenkzeit für ihre Entscheidung einzuräumen. Viel Zeit nimmt sich Manzo mit seinem Team außerdem zur Besprechung technischer Details: Welcher Prothesentyp wird eingebaut, mit oder ohne Zement, wie sieht die Nachbehandlung aus? Die verschiedenen Prothesentypen können die Patienten selbst in die Hand nehmen und sich ein Bild machen von ihrem künftigen neuen Körperteil.

Die vorgegebenen Behandlungspfade schreiben vor, dass auch die Nachbehandlung detailliert besprochen wird. „Während des stationären Aufenthalts am EVK klärt der Sozialdienst die Frage, wo und wann die Reha-Maßnahmen beginnen werden“, so Manzo. Erst wenn das geregelt ist, werden die Patienten entlassen.

Evangelisches Krankenhaus Bergisch Gladbach
Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wirbelsäulenchirurgie
EndoProthetikZentrum
Leitung Gennaro Manzo
Gelenk – Sprechstunde: Donnerstag 15.00 – 17.00 Uhr
Sekretariat: Frau Haag, Telefon: 02202 122-2320, E-Mail: unfallchirurgie@evk.de

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