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Claudia Rottländer, geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH GmbH

Der Staat setzt zunehmend auf bürgerschaftliches Engagement. Das ist nicht erst seit der Flüchtlingskrise so und viele Bürger sind auch bereit, sich in Projekte persönlich oder finanziell einzubringen. Dabei bietet der Gesetzgeber Möglichkeiten der Steueroptimierung, die vielen nicht bewusst oder hinreichend bekannt sind.

Neben Spenden kann für den einen oder anderen die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung von Interesse sein. Dadurch ist es möglich, zu Lebzeiten oder nach dem Tod ein der Person wichtiges Thema nachhaltig zu unterstützen und vielleicht auch mit dem eigenen Namen zu verbinden.

Eine Stiftung ist eine gemeinnützige juristische Person, die keine Gesellschafter oder Mitglieder hat. Sie wird zur Erfüllung eines bestimmten, hier gemeinnützigen Zwecks errichtet, und mit Vermögen ausgestattet, wobei der Stifter hinsichtlich Art und Umfang weitgehend frei ist. Allerdings muss der Grundstock so bemessen sein, dass die Erfüllung des Stiftungszwecks gewährleistet ist. Die Mindestausstattung  beträgt je nach Bundesland zwischen 50.000 und 125.000 Euro.

Die gemeinnützige Stiftung entsteht durch Stiftungsgeschäft bzw. letztwillige Verfügung. Dazu notwendig sind eine verbindliche Erklärung des Stifters, ein Vermögen zur Erfüllung eines bestimmten gemeinnützigen Zwecks zu widmen, die Beurkundung einer Stiftungssatzung sowie die staatliche Anerkennung. Hier sollte eine frühzeitige Abstimmung mit der Stiftungsbehörde und dem Finanzamt erfolgen, um eine zügige und unproblematische Umsetzung des Vorhabens zu erreichen.

Die Leitung der Stiftung obliegt den in der Satzung benannten Organen, die die Verwirklichung des Stiftungszwecks – auch über den Tod des Stifters hinaus – sicherstellen.

In begrenztem Umfang kann die Stiftung auch zur Versorgung der Angehörigen genutzt werden: eine begünstigte Stiftung kann (höchstens) ein Drittel ihres Einkommens, insbesondere für den angemessenen Unterhalt des Stifters und seiner Angehörigen einsetzen ohne die Steuerprivilegien zu verlieren.

Damit kann also ein Teil des Vermögens privat genutzt werden, indem die Erträge den Angehörigen zugewendet werden können. Der steuerliche Effekt liegt in der Vermeidung von Erbschaft- und Schenkungsteuer, die ansonsten nach Überschreitung der Freibeträge anfallen würde.

Durch das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements wurde der steuerliche Höchstbetrag von Vermögensstockspenden und Zustiftungen in 2007 auf eine Million Euro erhöht. Dabei kann der Betrag einkommensteuerlich auf einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren frei verteilt werden. Der persönliche Spendenvortrag ist nicht vererbbar.

Der Höchstbetrag von einer Million Euro kann pro Person nur einmal innerhalb von zehn Jahren in Anspruch genommen werden. Damit ist das Thema Stiftung sowohl für die Optimierung der steuerlichen Situation als auch im Hinblick auf „Erb-Ersatz“, Nachfolgeregelung, ideelles Vermächtnis, Publizität und bürgerschaftliche Verantwortung von Bedeutung.

Die Zuwendung an eine steuerprivilegierte Stiftung ist von der Schenkung- und Erbschaftsteuer befreit.

Wer den Aufwand der Stiftungsgründung vermeiden und sich trotzdem finanziell großzügig engagieren möchte, der kann über eine sog. „Zustiftung“ in den Vermögensstock einer bestehenden gemeinnützigen Stiftung nachdenken. Die Zustiftung kann auch hier im Volumen von bis zu einer Million Euro über zehn Jahre steuerlich frei verteilt werden. Sollte der Betrag binnen zehn Jahren nicht vollständig genutzt worden sein, geht der Restbetrag in den unbefristeten Spendenvortrag über.

Neben Barvermögen können auch Immobilien, Wertpapierdepots etc. als Vermögen zugestiftet werden. Wer sich die Erträge zu Lebzeiten vorbehalten möchte, kann das Instrument des Nießbrauchvorbehalts nutzen und verfügt damit wirtschaftlich unverändert über Mieteinkünfte/Kapitaleinkünfte etc. und kann gleichzeitig den erhöhten Sonderausgabenabzug durch die Zustiftung nutzen.

Somit stellen sich Stiftung und Zustiftung als Instrumente der Steueroptimierung dar, die das bürgerschaftliche Engagement über das unmittelbare Anliegen hinaus auch finanziell sehr attraktiv machen. Beide sind geeignet, durch langfristige Planung bei der Einkommen- und Schenkungssteuer sowie im Todesfall bei der Erbschaftsteuer Entlastungen herbeizuführen.

Wir beraten Sie gerne! Ihre Claudia Rottländer

DORNBACH ist eine überregional tätige Unternehmensgruppe in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Rechtsberatung und Unternehmensberatung. National ist das Unternehmen mit mehreren Standorten  vertreten und beschäftigt insgesamt 400 erfahrene Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im Verbund mit spezialisierten Rechtsanwälten und IT-Beratern. Dornbach betreut neben Privatpersonen vorwiegend mittelständische Unternehmen, Unternehmen der öffentlichen Hand sowie gemeinnützige Einrichtungen.

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Claudia Rottländer

ist geschäftsführende Gesellschafterin der DORNBACH Treuhand GmbH & Co. KG in Bergisch Gladbach. Neben der Gestaltungsberatung ist das steuerliche Gemeinnützigkeitsrecht ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.

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