Hinweis: das Video zeigt eine Trainingseinheit mit Thomas Müller. 

„Das Geheimnis des Fußballs ist ja der Ball“, wusste schon Uwe Seeler. Das gilt auch für das Sportgerät im Blindenfußball. Denn dieser Ball birgt in sich mehrere Metallplättchen mit kleinen Kügelchen, die für einen rasselähnlichen Sound sorgen. Denn der Ball wird von den Spielern rein über das Gehör wahrgenommen. Fußball in absoluter Dunkelheit, etwa so, als würde das Flutlicht im Stadion ausfallen und die Begegnung dennoch vom Schiedsrichter angepfiffen.

Diesen Sommer wird in Rio de Janeiro Blindenfußball zum vierten Mal als paralympische Disziplin ausgetragen. 2004 bei den Paralympischen Spielen in Athen wurde dieser Sport speziell für Sehbehinderte in den Kanon der Olympischen Disziplinen aufgenommen.

Am Mittwoch, 29. Juni 2016 ab 17:00 Uhr gibt es beim 1. FFC Bergisch Gladbach in der Belkaw-Arena die Gelegenheit, eine Trainingseinheit aus der Nähe zu beobachten. Der Blindenfußballer Hasan Koparan vom FC Schalke 04 stellt seine Sportart vor und trainiert mit den Juniorinnen des 1. FFC.

Karlheinz Piesche, Jugendleiter beim 1.FFC Bergisch Gladbach, ist begeistert: „Mit dieser Trainingseinheit ermöglichen wir den Kindern und Jugendlichen, neue Erfahrungen zu sammeln und Berührungsängste gegenüber Menschen mit Einschränkungen abzubauen. Außerdem werden Werte wie Toleranz, Verständnis und Hilfsbereitschaft gestärkt.“

Das Förderprojekt „Neue Sporterfahrung“ führt die Deutsche Telekom bundesweit in Kooperation mit den Partnern Deutscher Fußball-Bund (DFB) und Deutscher Behindertensportverband (DBS) durch.

So wird gespielt

Beim Blindenfußball werden je Mannschaft in 50 minütigen Spieldauer vier blinde Feldspieler auf dem Zwanzig mal Vierzig Meter großen Spielfeld eingesetzt. Ein sehender Torwart bewacht das Drei mal Zwei Meter große Tor. Er darf seinen Torwartraum (Fünf mal Zwei Meter) nicht verlassen und auch nur dort ins Spiel eingreifen.

Neben dem rasselnden Ball gibt der Tor-Guide oder „Caller“ seinen Mitspielern akustische Orientierung. Er steht hinter dem gegnerischen Tor und kann seinen blinden Mitspielern im Angriffsdrittel Anweisungen geben und sorgt dafür, dass die Torposition durch Zurufe immer klar lokalisiert werden kann. Die Spieler der gegnerischen Mannschaft müssen sich dem Ballführenden mit dem Ruf „Voy, voy, voy“ bemerkbar machen. Voy ist spanisch und heißt „Ich komme“.

Diese besondere Sporterfahrung, welche Herausforderungen dieses Spiel birgt und welche Erfahrungen es bringt, können die Fußballer nun selbst machen, indem sie sich in die Perspektive eines blinden Sportlers begeben. Eine echte Umstellung, denn weite Pässe, Flanken und Kopfbälle sind keine probate Taktik, statt dessen führt ein gutes Dribbling, den Ball eng am Fuß führend, zum Erfolg. Wie Günter Netzer schon sagte: ”Da war ein sinnliches Verhältnis zu meinem Objekt, das bei jedem Fußtritt anders reagierte, das stets anders behandelt werden wollte.“

Integratives Förderprojekt 

Mit diesen gemeinsamen Trainingseinheiten möchte die Deutsche Telekom Jugendlichen zeigen, welche Leistungen behinderte Sportler erbringen, indem sie selbst ausprobieren wie anspruchsvoll eine Orientierung ohne Sehvermögen ist. Angeleitet von Blindenfußballspielern machen Jugendliche erste Erfahrungen mit der Lebenswelt blinder und sehbehinderter Menschen, was den integrativen Charakter der Maßnahme unterstreicht.

„Wir nehmen mit dem Projekt unsere unternehmerische und soziale Verantwortung wahr, indem wir bei jungen Menschen soziale Kompetenzen wie Fairness und Respekt verstärken“, begründet Stephan Althoff, Leiter Konzernsponsoring der Deutschen Telekom das Engagement. „Der Sport mit seinen verbindenden und integrierenden Kräften ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft.“ Die Deutsche Telekom engagiert sich bereits seit 2006 für den Behindertensport.

Pressewart des 1. FFC Bergisch Gladbach 2009 e.V.

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