Franz Heinrich Krey, Lutz Urbach, Peter Joerißen, Manfred Habrunner und Michael Krischak-Wareeyan vor der Eisernen Tafel

Ein Stück Stadtgeschichte aus bewegter Zeit ist ins Rathaus zurück gekehrt: Die „Eiserne Tafel“ aus dem 1. Weltkrieg, rund ein Jahrhundert lang dem Blick der Öffentlichkeit entzogen, ist nun dauerhaft im historischen Bau am Konrad-Adenauer-Platz zu sehen. Möglich wurde dies durch das Zusammenwirken vom Förderverein des Schulmuseums, der BELKAW und des Verschönerungsvereins. Sie wurde von gut 30 Personen im Rathaus „Willkommen“ geheißen.

Der Rückkehr der „Eisernen Tafel“ in das Bergisch Gladbacher Rathaus ging eine Odyssee der besonderen Art voraus. Am 11. Juli 1915 wurde sie erstmals vor dem Gebäude aufgestellt mit dem Aufruf, für die Familien der bereits zahlreichen Kriegsgefallenen zu spenden. Wie in vielen anderen Städten Deutschlands sollten mit Nägeln zu 20 oder 50 Pfennig das auf Holz gemalte Stadtwappen und ein Eisernes Kreuz symbolisch „gepanzert“ werden.

Gegen Ende des Jahres 1915 wurde die Tafel um einen Rahmen für die Namensschilder der Gefallenen erweitert. 288 hätten Platz gefunden, 221 sind noch vorhanden. Fast sämtliche Familiennamen findet man noch heute im örtlichen Telefonbuch. Während die Spendenbereitschaft schon früh nachließ – nur im unteren Teil ist die Tafel vollständig mit Nägeln bedeckt – trat das Gedenken an die Toten in den Vordergrund.

Über das Schicksal der „Eisernen Tafel“ nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ist nichts bekannt. 1978 wurde sie auf dem Dachboden des Rathauses wiederentdeckt und gelangte später in das Depot des Bergischen Museums für Bergbau, Handwerk und Gewerbe in Bensberg.

„Ehrenmal und Ärgernis“

1992/1993 gingen Anna Büngener, Henriette Lundgren, Britta Meding und Nicole Werheid der Klasse 8.2 des Otto-Hahn-Gymnasiums im Rahmen eines Schülerwettbewerbs erstmals ihrer Geschichte nach. 1997 wurden ihre Forschungen in dem vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach herausgegebenen Band „Ehrenmal und Ärgernis“ veröffentlicht.

„Mit diesem Titel“, so Dr. Peter Joerißen vom Schulmuseum, „beschrieben die Schüler schon damals sehr passend die kontroverse Nachricht der eisernen Tafel. Auf der einen Seite das Gedenken an die gefallenen Kriegsopfer, die aber auf der anderen Seite auch Täter waren. Die Tafel soll in keinem Fall als reine Ehrung verstanden werden, eher als Mahnmal.“

Danach verschwand die „Eiserne Tafel“ wieder im Depot.

2014 jedoch wurde sie in der Ausstellung des Schulmuseums „Mein süßes Tinchen!“ – Kriegsalltag Bergisch Gladbach 1914-1918“ zum Hauptexponat, nachdem sie mit Unterstützung der BELKAW restauriert werden konnte, die bei der Feierstunde vom neuen Geschäftsführer Manfred Habrunner vertreten wurde.

Bürgermeister Lutz Urbach nutzte diese Gelegenheit um ein herzliches Dankeschön an die BELKAW auszusprechen. „Den Briefwechsel, der der Ausstellung „Mein süßes Tinchen“ zugrunde liegt, haben wir den Mitarbeitern des Stadtarchives zu verdanken“, so Bürgermeister Lutz Urbach. „Daraufhin wurde sich wieder an die eiserne Tafel erinnert. Und da der Verschönerungsverein Bergisch Gladbach e.V. stets mit einem sehr achtsamen Blick durch unser Rathaus geht, übernahm er nun die Kosten der Schutzverglasung für die Wiederaufstellung am ursprünglichen Ort im Rathaus Stadtmitte“, bedankte sich Urbach. Ohne den Verschönerungsverein unter dem Vorsitz von Karl-Hubert Hagen könnten viele wichtige Projekte nicht umgesetzt werden.

Somit kann nun ein neues Prachtstück im Rathaus Stadtmitte bewundert werden.

Pressestelle Stadt BGL

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