Unter anderem Am Reiferbusch werden die Leitungen gespült; seit Tagen fließt das Wasser über die Straßen des Marienbergs

Unter anderem Am Reiferbusch werden die Leitungen gespült; seit Tagen fließt das Wasser über die Straßen des Marienbergs

Aktualisierung 16.9., 13:00 Uhr: Die Kreisverwaltung teilt mit, dass die Chlorung des Trinkwassers in weiten Teilen der Stadt (Details siehe unten) mindestens eine ganze Woche andauern wird. Das sei notwendig, um das Wasser sicher zu desinfizieren und alle Keime abzutöten. Das sieht der Versorger Belkaw, der für das Trinkwassernetz zuständig ist, etwas anders.

Das Gesundheitsamt des Kreises betont, man wolle bei der Verunreinigung auf jeden Fall auf der sicheren Seite sein. Daher werde nun eine Woche gechlort. Sollten die Proben nach einer Woche ergeben, dass die Chlorung keinen ausreichenden Erfolg hatte, werde die Maßnahme sogar fortgesetzt.

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Die Belkaw teilt dagegen mit, das Chlor habe sich bereits gut im Netz verteilt, die notwendigen Konzentrationen zur Abtötung der Keime werde schon erreicht. Daher gehe die Belkaw davon aus, dass „schon jetzt die Bakterien weitgehend abgetötet sind”. Am Freitag wurden weitere Untersuchungen vorgenommen, die Ergebnisse der mikrobiologischen Analyse sollen am Samstag vorliegen.

Zur beschleunigten Verteilung der Desinfektion und zum besseren Wasseraustausch habe die Belkaw Spülstellen eingerichtet. Bei der Suche nach der Ursache sucht die Belkaw das Trinkwassernetz mit einem speziellen Abhorchverfahrens nach möglichen Lecks ab. Das müsse nachts geschehen, nur dann sei die Umgebung leise genug.

Nach Angaben des Gesundheitsamtes kann das Chlor bei der Entnahme von Warmwasser zu einer leichten Geruchsbelästigung führen, sei aber gesundheitlich unbedenklich. Die coliformen Keimen bringen laut Gesundheitsamt „in der Regel keine Gefahr für die Gesundheit der Allgemeinbevölkerung”. Bei abwehrgeschwächten Personen lasse sich das nicht völlig ausschließen. Diese sollten nur abgekochtes oder abgepacktes Wasser zu sich nehmen.

Nach wie vor suche das Versorgungsunternehmen Belkaw fieberhaft nach den Ursachen für die Verunreinigung des Trinkwassersystems. Die Belkaw selbst machte keine weiteren Angaben, Anfragen bleiben unbeantwortet.

Ursprüngliche Beitrag, 15.6.: Gesundheitsamt weitet Kampf gegen Keime aus

Der Rheinisch-Bergische Kreis hat am Donnerstagnachmittag mitgeteilt, dass die Belastung des Trinkwassernetzes mit Keimen weitaus weiter verbreitet ist als bislang angenommen.

Aktuelle Ergebnisse von Proben am Donnerstag hätten ergeben, dass die coliformen Keime in einem weiteren Teil des Trinkwassersystems der Belkaw vorhanden sind: in der Straße Am Broich und im oberen Teil der Laurentiusstraße.

Hinweis der Redaktion: Erläuterungen zum Thema „coliforme Keime” des Bundesgesundheitsamtes dokumentieren wir ganz unten.

Daher habe das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises die Belkaw angewiesen, in der gesamten Wasserdruckzone 2  das Trinkwassernetz mit Hilfe von Chlor zu desinfizieren – auch wenn der größte Teil nicht von einer Verunreinigung betroffen sei.

Zu der Zone 2 gehören ganz Hebborn, östliche Teile von Schildgen, östliche Bereiche der Stadtmitte, Rommerscheid sowie die Paffrather Straße und einige davon abgehende Straßen. Die betroffenen Straßen werden weiter unten dokumentiert.

Die Umweltkeime sind wahrscheinlich durch beschädigte Rohre ins Netz gelangt. Sie sind für gesunde Menschen ungefährlich. Geschwächte Personen, Alte und auch Säuglinge sollten jedoch vorerst nur abgekochtes oder abgepacktes Wasser zu sich nehmen, empfiehlt das Gesundheitsamt.

Das gechlorte Wasser kann etwas unangenehm riechen, ist aber gesundheitlich unbedenklich.

Verwirrspiel bei der Belkaw

Igor Hradil, der Sprecher der Belkaw, hatte noch am Donnerstagvormittag im Gespräch mit dem Bürgerportal betont, der Keimbefall beschränke sich auf den unmittelbaren Umfeld des Marien-Krankenhauses. Ein Befund, der mit den neuen Proben hinfällig war.

In einer Pressemitteilung auf der eigenen Website mit dem Zeitstempel 11:18 Uhr stellte die Belkaw den Sachverhalt wieder anders da: die Belkaw habe die Ausweitung Chlorung selbst und prophylaktisch beschlossen. Diese Pressemitteilung wurde offenbar nicht verschickt, das Bürgerportal wurde nicht informiert.

Zuvor war bereits eine Chlorung des Leitungsnetzes des Marien-Krankenhauses erfolgt. Zudem hat die Klinik eine zweite, keimfreie Leitung. Das Gesundheitsamt betont jetzt ausdrücklich, dass die Verunreinigung zwar zuerst vom Marien-Krankenhaus festgestellt wurde, aber nicht von der Klinik ausging.

Durch die Chlorungen würden die Keime abgetötet, erläutert das Gesundheitsamt. Aufgrund zuvor eingeleiteter Sicherheitsmaßnahmen habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Patienten bestanden.

Diese Straßen werden mit Chlor gespült: 

Zur Wasserdruckzone 2 gehören folgende Straßen: Akazienweg, Alte Wipperfürther Str., Am Broich, Am Eichenberg, Am Grünen Weiher, Am Heidetor, Am Kamelsbuckel, Am Mühlenberg, Am Reiferbusch, Am Steinberg, Am Steinernen Kreuz, Am Urnenfeld, Am Vogelherd, Am Wapelsberg, Amselweg, An der Engelsfuhr, An der Flora, An der Strunde, Auf dem Horn, Auf dem Kirchenfeld, Auf dem Lichmich, Buschhorner Weg, Dr.-Robert-Koch-Str., Eichenweg, Engelsgut, Eschenweg, Föhrenhöfchen, Fuchskaule, Gemarkenweg, Gerstenschlag, Gertrudenstr., Haferbusch, Hannenbusch, Hauptstr., Hebborner Berg, Hebborner Feld, Hebborner Kirchweg, Hebborner Str., Heiligenstock, Hornstr., Hubertusstr. Im Aspert, Im Drosselhain, Im Kleefeld, In den Stämmen, In der Schlade, Irlenfelder Weg, Jägerhof, Jägerstr., Johannesstr., Kalmüntener Str., Keltenweg, Kürtener Str., Langemarckweg, Laurentiusstr., Lochermühle, Meisenweg, Mutzer Feld, Mutzer Heide, Mutzer Str., Nußbaum, Nußbaumer Berg, Nußbaumer Feld, Nußbaumer Garten, Nußbaumer Str., Nußbaumer Winkel, Odenthaler Str., Olpensgut, Paffrather Str., Pannenberg, Pappelweg, Peter-Landwehr-Str., Platanenweg, Reuterstr., Roggenacker, Romaneyer Str. , Römerfeld, Rommerscheider Str., Sonnenweg, Theodorstr., Töpferweg, Überm Rost, Unterboschbach, Unterhebborn, Voiswinkeler Str., Vollmühlenweg, Waldstr. , Weizenfeld, Zaunkönigweg, Zum Waschbach

Weitere Information finden Sie in unserem Bericht von Mittwoch:

Marienberg: Gesundheitsamt warnt vor Keimen im Wasser

Hinweise des Bundesgesundheitsamtes:

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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