Zwischen grünen Wiesen, dem Ortsteil Paffrath im Süden und einem bewaldeten Höhenzug im Norden liegt Nussbaum. Mit seinen rund 1.100 Bewohnern zählt er zu den kleineren Stadteilen, ist aber nicht zuletzt durch den unverbauten Blick ins Rheinland, bekannt auch als „Kölner Fenster“, ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Bergisch Gladbacher Bevölkerung.

Mag man dem Stadtentwicklungskonzept ISEK 2030 sowie dem im Jahr 2011 verabschiedeten Freiraumkonzept der Stadt Bergisch Gladbach Glauben schenken, dann wird sich an diesem Zustand nichts ändern. Denn in beiden Konzepten wird der Wert der Freiflächen in Bezug auf Klimaausgleichsfunktion und Naherholung mit Nachdruck betont.

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Im Westen von Bergisch Gladbach also nichts Neues? Weit gefehlt!

Dem Vorentwurf für den neuen Flächennutzungsplan ist für den Bereich Nussbaum zu entnehmen, dass drei große und prägende Freiflächen als potentielles Gebiet für eine Wohnbebauung ausgewiesen werden sollen. Bis zu 500 neue Wohneinheiten könnten entstehen, die Einwohnerzahl würde sich verdoppeln und damit das Lebensumfeld der heutigen Bewohner komplett verändern.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass am Donnerstag, 29. September 2016, der Nußbaumer Hof aus allen Nähten platzte, als 120 Anwohner dem Aufruf zu einer Bürgerversammlung gefolgt waren.

Die Versammlung im Nussbaumer Hof. Foto: Eva Effertz

Auf Initiative einiger Nussbaumer Bürger, namentlich Theresia Meinhardt, die als Stadtverordnete für Bündnis 90 / Die Grünen im Rat sitzt, Lothar Esser und Arne Meinhardt, wurde über die möglichen Folgen für die Menschen und die Natur diskutiert, ebenso über die zu erwartende Mehrbelastung von ca. 700 Fahrzeugen täglich und die fehlende Infrastruktur in Bezug auf KiTas, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten.

Eine Eingabe an die Stadt (siehe Dokumentation), in der auf die genannten Punkte Umwelt, Freiflächen, Natur- und Klimaschutz, Verkehrsbelastung, Infrastruktur, sowie auf den Grundsatz der vorausschauenden Berücksichtigung von Infrastrukturkosten und Infrastrukturfolgekosten hingewiesen wird, wurde von vielen Anwesenden direkt unterzeichnet und wird der Stadtverwaltung in Kürze zugehen. Weitere Eingaben sind in Vorbereitung.

Dokumentation: Die Eingabe der Nussbaumer Bürger

Alle Teilnehmer der Veranstaltung waren sich darin einig, dass es einen tatsächlich ergebnisoffenen Dialog zwischen der Nußbaumer Bevölkerung und der Stadt Bergisch Gladbach geben muss. Nach aktuellem Stand der Dinge fühlen sich die Betroffenen nicht gehört und eine Akzeptanz der Planung ist auf diesem Weg für die Stadt nicht zu erreichen.

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