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Tagesmütter können in der Regel nur in kleinem Umfang betreuen. Manchmal ist dennoch ein Bus notwendig.

Im Prinzip stellt Bergisch Gladbach für alle Kleinkinder ein Betreuungsangebot zur Verfügung – aber nicht immer im bevorzugten Stadtteil. Daher rechnet die Stadtverwaltung nach dem einschlägigen Urteil des Bundesgerichtshofs nicht mit einer Welle von Klagen auf Schadensersatz. Sie sieht aber dennoch (schon seit längerem) den Bedarf für weitere Betreuungsmöglichkeiten. Sprich Kindergärten.

Trotz hoher Versorgungsquote könnten schon jetzt regelmäßig Kinder im Alter von einem bis zu fünf Jahren nicht in der Nähe des Wohnortes mit einem Betreuungsplatz versorgt werden, räumt die Verwaltung auf Anfrage ein. Genaue Zahlen zu nenen sei jedoch schwierig, weil sich die Situation ständig ändere.

Zudem betreibt die Stadt keine eigenen Kindergärten, die Betreiber führen wiederum eigene (Warte-)Listen, wodurch es immer wieder Mehrfach-Anmeldungen gibt. Daher setzt die Stadt jetzt auch ein neues zentrales Verteilsystem ein (Details siehe unten).

Relativ hohe Quoten

Auf dem Papier gibt es in Bergisch Gladbach derzeit für Kinder unter drei (U3) 908 Plätze in Kindertagesstätten, 150 in der Tagespflege und 90 in Spielgruppen. Damit können in der Altersgruppe der Unter-2-Jährigen knapp 20 Prozent der Kinder versorgt werden, bei den Zwei- bis Dreijährigen sind es fast 90 Prozent (siehe Tabelle). Bei den Kindern von drei bis sechs liegt die Versorgungsquote bei 99,4 Prozent.

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Weitere Kindergärten in Refrath und Bensberg geplant

Insgesamt liegt die Quote der U3-Kinder damit bei 43 Prozent – und somit weit über den bundesweit angestrebten 35 Prozent. Zum Vergleich: in NRW liegt die u3-Betreuungsquote bei 25,7 Prozent, in Bundesdurchschnitt sind es 32,7 Prozent.

Die Stadt-weite Quote sagt über lokale Defizite allerdings wenig aus. Die gibt es vor allem in Refrath und Bensberg, wo besonders viele berufstätige Mütter wohnen, die oft in Köln arbeiten und eine Tagesbetreuung brauchen.

Daher will die Stadt hier das Angebot ausbauen. Bereits fest geplant ist ein Kindergarten in der Taufe in Refrath, der vom DRK betrieben wird. Angedacht ist eine weitere Einrichtung in Bensberg, das ist aber noch nicht konkret geworden.

Jugendamt wirbt für Tagespflege – und um Tagesmütter

Mit vielen Schadensersatzklagen rechnet die Stadt (und auch der Städte- und Gemeindebund) nicht, weil diese an Auflagen gebunden sind. Zudem sei der Rechtsanspruch unabhängig von der Versorgungsquote. Vor Gericht sei nur relevant, ob jedem einzelnen Kind, für das der Betreuungsbedarf angemeldet wurde, ein entsprechender Platz angeboten werden kann. Und zwar stadtweit.

Neues Online-Anmeldeverfahren

Ein neuer Ansatz, Angebot und Nachfrage besser in Einklang zu bringen ist das Online-Programm „Little Bird”, dass Bergisch Gladbach zum 1. September eingeführt hat. Die Anmeldung für Kitas ist nun über die städtische Homepage abrufbar.

Eine Vormerkung, bzw. Bedarfsanzeige können Eltern im Elternportal für bis zu fünf Kindertageseinrichtungen oder Kindertagespflegen online angeben. Eine Platzreservierung und ein Vertragsabschluss werden immer erst nach einem persönlichen Kennenlernen in der ausgesuchten Kindertagesstätte bzw. bei Kindertagespflegen im Fachvermittlungsbüro des Jugendamtes ausgesprochen.

So funktioniert Little Bird (bitte klicken)
Über den jeweiligen Link kommen interessierte Eltern auf das spezielle Eltern-Portal Little Bird für Kinderbetreuungsangebote. Hier finden sie die Kindertageseinrichtungen fast aller Träger in der Stadt Bergisch Gladbach und das Betreuungsangebot in der Kindertagespflege.

Zuhause am PC kann man sich die passende KiTa für das Kind aussuchen – nach Lage, Träger oder speziellen Angeboten. Die Seiten bieten einen ersten Überblick über die jeweilige Einrichtung – mit aussagekräftigen Bildern und kurzen Infos sowie einem Stadtplan mit der Lage der KiTa oder Kindertagespflege.

Eine Anmeldung ist unverbindlich bei bis zu fünf Kindertagesstätten/ Kindertagespflegen möglich. Die Kindertagesstätte bzw. die Fachvermittlungsstelle des Jugendamtes meldet sich dann zeitnah zurück, um einen individuellen Kennenlerntermin vor Ort in der Kindertagesstätte oder – für die Kindertagespflege – im Jugendamt zu vereinbaren. Erst nach diesem Kennenlerntermin ist eine verbindliche Reservierung möglich.

Hintergrund für die Einführung des Bedarfsanzeigeverfahrens ist die Tatsache, dass schon seit 2013 jedes Kind mit dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz hat.

Little Bird wurde nach Angaben der Stadtverwaltung eingeführt, damit verlässliche und belastbare Anmelde- und Belegungszahlen aus allen Kindertagesstätten und Kindertagespflegestellen vorliegen und schnell abrufbar sind.

Die Träger und Leitungen von Kindertagesstätten sollen verlässliche Anmeldelisten und die Möglichkeit zur vorausschauenden Platzvergabe haben.

Eltern sollen sich jederzeit umfassend über Betreuungsangebote informieren können und ein transparentes und verbindliches Verfahren haben – von der Bedarfsanzeige bis zum Vertragsabschluss.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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