Zwischen fehlt ein Radweg

Zwischen Schanze und Herkenrath fehlt ein Radweg

Der ADFC wurde von Mitgliedern aus Wipperfürth auf die für Radfahrer gefährlichen Verkehrs­verhältnisse auf der L 289 zwischen Schanze und Herkenrath angesprochen. Die kurvenreiche L 289 wird vermehrt von Pkw und Lkw genutzt, um von Wipperfürth kommend in Schanze von der Bundestraße 506 über Spitze und Herkenrath auf den A 4-Autobahnanschluss in Moitzfeld zu kommen.

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Bernhard Werheid und Dr. Bernd Beckermann, beide im ADFC Kreisvorstand RheinBerg-Oberberg, haben dies zum Anlass genommen, den aktuellen Stand bei der Regionalniederlassung von „Straßen NRW“ in Köln, der für Planung, Bau und Betrieb von Landstraßen und den zugehörigen Radwegen verantwortlichen Behörde, zu recherchieren.

Dabei kam heraus, dass es tatsächlich Planungen für diese Strecke gibt; zudem soll eine Lücke auf der Schlebuscher-Straße (L 288) von Schildgen nach Leverkusen-Hummelsheim geschlossen werden. 

Abschnitt 1: Zwischen Spitze und Siefer Hof

Für ein 1,4 km langes Teilstück der Strecke von Schanze nach Herkenrath, nämlich für den Abschnitt zwischen Spitze und Siefer Hof, wird für 2017 ein neuer Rad-/Gehweg geplant, für den Abschnitt zwischen Spitze und Eikamp ist dagegen erst viel später ein neuer Rad-/Gehweg vorgesehen.

Das Projekt L 289 befindet sich im Stadium „Vorentwurf fertiggestellt“ und trägt in der Kategorie Verkehrssicherheit die Vermerke „Unfallsignifikanz: auffällig“ und „Gefährdungspotential: hoch“.

Ob der tatsächliche Baubeginn tatsächlich in 2017 liegen wird, hängt allerdings noch davon ab, ob alle benötigten Grundstückteile von den Anliegern verkauft werden. Aber da gibt es offenbar Widerstand – und ein evtl. notwendig werdendes Planfeststellungsverfahren der Stadt Bergisch Gladbach könnte durchaus mehrere Jahre dauern.

Straßen.NRW klinkt sich bei diesen Prozessen grundsätzlich aus und verbleibt in Warteposition.

Abschnitt 2: Von Spitze nach Schanze

Die notwendige Verlängerung des Rad-/Gehweges um 1,8 km in die andere Richtung von Spitze nach Schanze ist ebenfalls in Planung, hat aber nur Prio(rität) 6.

Hier wird ein großes Problem sichtbar, nämlich die leeren Kassen des Landes NRW für den Radwegebau. Laut „Straßen NRW“ kann aus diesem Grund nur etwa ein Projekt pro Jahr realisiert werden, d. h. ein Prio-6-Projekt wäre erst 2022 an der Reihe!

Die derzeitige Prio-Liste von Straßen-NRW Niederlassung Rhein-Berg (Dokumentation siehe unten) umfasst nicht nur die Landstraßen in den Kreisen RheinBerg, Oberberg und RheinSieg, sondern auch jene in den Städten Köln (rechtsrheinisch) und Solingen. Diese müssen sich insgesamt 12 Projekte teilen. Weitere 50 sinnvolle, aber noch nicht priorisierte Radprojekte, liegen noch vor.

Mit diesem Schneckentempo können wir bessere Radwege an Landstraßen erst für die nächste Generation erwarten. Wenn die Landesregierung NRW wirklich mehr Bürger vom Auto auf das Fahrrad bringen will, muss die finanzielle Ausstattung für den Radwegebau deutlich erhöht werden!

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Abschnitt 3: Von Schildgen nach Hummelsheim

Das nächste Projekt wird ein 1,1 km langer Lückenschluss auf der Schlebuscher-Straße (L 288) von Schildgen nach Leverkusen-Hummelsheim sein. Das Projekt wird in 2017 von Prio 2 auf Prio 1 vorrücken, wenn sich der Ausbau der L 289 in Spitze verzögern sollte.

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Anschluss an den Agger-Sülz-Radweg

Interessanterweise wurden auch zwei Projekte neu aufgenommen, die Teil des geplanten Agger-Sülz-Radweges sind (L 284 zwischen Hoffnungsthal und Overath bzw. Sülztalstr. von Overath-Bilstein bis Obersteeg). Hier werden wir Anfang nächsten Jahres nachfassen, ob es für diese Projekte Sondermittel der beteiligten Kommunen und Landkreise gibt und wann der für 2017 angedachte Agger-Sülz-Radweg tatsächlich in Betrieb geht.

Auch der baldige Anschluss aus Bergisch Gladbach an diesen schönen Rundweg über den Bahndamm nach Rösrath muss eingefordert werden, wie übrigens im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss vom 10.12.2014 beschlossen. (Beschluss zum Letter of Intent)

Dokumentation: Gesamtliste der geplanten Radwegeprojekte

Der ADFC ist ein Verband von RadlerInnen, die das Ziel verfolgen, den Verkehr fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu gestalten. Neben seinem Engagement für eine umweltbewusste und damit nachhaltige Mobilität berät der ADFC in allen Fragen rund ums Fahrrad. Eine Vielzahl von geführten Radtouren lässt...

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  1. Fluch oder Segen für uns Fahrradpendler?
    Oft ist es doch so, dass die Radwege voller Übereifer erstellt werden und dann sich selbst überlassen werden wie z,B der Radweg von Herrenstrunden nach Spitze oder der Radweg von Odenthal nach Voiswinkel oder der Radweg von Voiswinkel nach Hebborn (alle unfahrbar vor lauter Unebenheiten durch Wurzeln).

    Ein Fahrradstreifen auf der Fahrbahn ist meiner Meinung nach sinnvoller und spart auch noch das Geld für die Instandhaltung.