Der sogenannte „Vorentwurf” des Flächennutzungsplans (FNP-E) sieht an der Deutschen Alleenstraße im dörflichen Asselborn unmittelbar an der Grenze zu Kürten-Spitze ein großes Gewerbegebiet vor. Dabei soll der Verkehr über die schon seit geraumer Zeit überlasteten Landstraße Spitze-Herkenrath zum Autobahnanschluß Moitzfeld an der A 4 (L  286) abgeleitet werden (näher hierzu der Beitrag  “Anwalt prüft FNP”). Auch Wirtschaftsvertreter, IHK usw. halten schon aufgrund der Entfernung zur Autobahn hiervon nichts.

Im Jahre 2008 hatte Kürten einen neuen (sehr abgewogenen und angemessenen) FNP erlassen. Anläßlich des aktuellen FNP-E der Stadt Bergisch Gladbach wurde die Verwaltung im Oktober 2016 gebeten, deren Stellungnahme gegenüber der Stadt Kürten vorzulegen. Dem hat sich die Verwaltung verweigert.

Die schwarz-schraffierten Flächen sind im FNP-Vorentwurf als geeignet für Gewerbe eingezeichnet. Ganz oben rechts liegt Asselborn, daran grenzt Kürten-Spitze an. Unten auf der Karte der Anschluss zur A4.

Daraufhin wurde die Stellungnahme der Stadt Bergisch Gladbach von der Stadt Kürten angefordert. Die Stadt Kürten hat die Stellungnahme der Stadt Bergisch Gladbach übermittelt.

Der Verdacht, daß die Verwaltung der Stadt Bergisch Gladbach ihre eigene Stellungnahme nicht übermitteln wollte, weil diese in Widerspruch mit ihren jetzigen Aussagen steht, erscheint zumindest nicht als gänzlich abwegig.

Die Stellungnahme der Stadt Bergisch Gladbach gegenüber der Stadt Kürten vom 19.09.2008 – seitdem dürfte sich die Verkehrssituation eher ver- als entschärft haben – lautet:

Die Stadt Bergisch Gladbach begrüßt es, dass die Gemeinde Kürten im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes ihre Wohnbauflächen den aktuellen Entwicklungen anpassen wird. 

Wie im Erläuterungsbericht dargestellt, wird es angesichts der demographischen Veränderungen zu keinem nennenswerten Bedarf an neuen Wohnbauflächen kommen.

Vor diesem Hintergrund wird der Schutz von Natur und Landschaft, die im Rheinisch-Bergischen Kreis ein wesentliches Standortpotential bilden, in den Vordergrund gerückt.

Durch die im wesentlichen Arrondierungen der Wohnbauflächen sind keine Auswirkungen auf das Stadtgebiet von Bergisch Gladbach zu erwarten. Im Gegensatz dazu sieht die Stadt Bergisch Gladbach die Neuausweisung von Gewerbegebieten und gewerblich nutzbaren Mischbauflächen in einer Größenordnung von 15 Hektar kritisch.

Es ist darauf hinzuweisen, dass ein Großteil der durch die gewerblichen Flächen induzierte Verkehr zu den Autobahnanschlüssen, vor allem der A 4, über Bergisch Gladbacher Stadtgebiet führt. 

Damit besteht die Gefahr, dass die Leistungsfähigkeit der regionalen bzw. klassifizierten Straßenverbindungen in Bergisch Gladbach erheblich beeinträchtigt wird. Betroffen sind insbesondere die B 508, L 286 und L 289/L 195, die durch ihre Ortslagen im Bergisch Gladbacher Stadtgebiet bereits heute deutliche Engstellen darstellen.

In unmittelbarer Lage zum Stadtgebiet von Bergisch Gladbach wird die Ausweisung von zusätzlichen gewerblichen Bauflächen von 3,1 Hektar in Spitze noch geprüft und von der Darstellung im Entwurf ausgenommen. …

Auf dieser Grundlage ist eine Abschätzung der Verkehrsströme und –stärken nicht möglich. Die Stadt Bergisch Gladbach macht daher die Ausweisung der Gewerbegebiete sowie der gewerblich nutzbaren Mischbauflächen deutliche Bedenken geltend.

 Hinsichtlich der noch offenstehenden Ausweisung der gewerblichen Flächen in Spitze fordert die Stadt Bergisch Gladbach eine enge Abstimmung und dass vor der endgültigen Zustimmung der Gemeinde Kürten eine fundierte Verkehrsentwicklungsplanung vorliegt.“

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1 Kommentar

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  1. Man mag es kaum noch kommentieren, schade, wenn man mit der Zeit dümmer wird. Diese einzigartige Kulturlandschaft auf den ersten Höhen des Bergischen Landes zerrstören zu wollen und das auch noch geplant, nicht aus versehen. Es ist nicht nachvollziehbar, ganz abgesehen von den verkehrlichen Konsequenzen. Es gibt genügend Brachen in NRW für Gewerbeansiedlungen. Warum nimmt man bei diesen Planungen denn noch an der ITB teil mit einem tollen Auftritt https://www.dasbergische.de/de/die-region/orte/bergisch-gladbach/index.html und erstklassigem Echo, wenn man zu Hause gerade die natürlichen Alleinstellungsmerkmale und das Kulturgut zerstört?