Jörg Krell, FDP-Fraktionschef

Eine Stadt mit der Haushaltslage von Bergisch Gladbach sollte das Bestreben haben, jede Möglichkeit der Einsparung zu nutzen, um sich so finanzielle Gestaltungsspielräume zu verschaffen. Sollte man meinen. Daher ist die FDP überrascht und enttäuscht, dass der Haupt- und Finanzausschuss unseren Antrag abgelehnt hat, die Beschaffung der Stadt im Rahmen der Organisationsuntersuchung der Verwaltung zu optimieren.

Wir, die FDP, haben uns diese Idee ja schließlich nicht aus den Fingern gesogen: Andere Kommunen haben vorgemacht, wieviel „Musik“ in diesem Thema steckt – dass es da erhebliches Potenzial zur Kostenoptimierung gibt.

Genau auf diese Untersuchungen haben wir uns mit unserem Antrag gestützt. Sie sind in der Zeitschrift “Innovative Verwaltung” (10 / 2016) veröffentlicht worden. Im Kern geht es dabei um zwei Hebel:

  • durch Bündelung und Standardisierung von Bedarfen – auch interkommunal – bessere Preise für Produkte und Dienstleistungen zu erzielen und
  • die internen Prozesse für das Einholen von Angeboten und die Abwicklung von Bestellungen effizienter zu gestalten.

„Untersuchungen zeigen immer wieder, dass Einsparpotentiale von fünf bis zwölf Prozent realisierbar sind“, erläutert Fraktionschef Jörg Krell eindringlich: „Das bedeutet etliche Millionen Euro pro Jahr für die Stadt; die kann man doch nicht einfach vom Tisch gehen lassen!“

Die Verwaltung hatte die Ablehnung des Antrags mit den nicht nachvollziehbaren Begründungen empfohlen: Wir machen das doch schon alles! Und: Wir wollen die angesetzte Organisationsuntersuchung nicht erweitern. Also weiter wie gehabt. Als wäre alles schon so perfekt, dass es nicht mehr besser werden kann.

Ein Blick in die Vergabelisten belehrt uns alle jedoch eines Besseren. Und die Organisationsuntersuchung …  Bei DER ist 1 ½ Jahre nach dem Beschluss des Rates noch nicht einmal das Vorprojekt abgeschlossen.

Der Haupt- und Finanzausschuss jedoch lässt lieber alles beim Alten und die Verwaltung weiter gewähren. So, als gäbe es keinen weiteren Finanzbedarf in dieser Stadt.

Den Antrag und die Beschlussempfehlung der Verwaltung finden Sie hier

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge. Kontakt: Anita Rick-Blunck, Parteivorsitzende. Mail: rick-blunck@fdp-bergischgladbach.de

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3 Kommentare

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  1. Zum Kommentar von Herrn Urbach antwortet unser Fraktionschef Jörg Krell:

    Der Hinweis auf KoPart ist bereits in der Ablehnung unseres Antrags durch die Verwaltung aufgeführt, mit der Einschränkung „sofern in der Genossenschaft gemeinsame Bedarfe identifiziert werden können“.
    Hier liegt nach meiner Einschätzung das Problem. Die Stadt arbeitet weitgehend mit Einzelspezifikationen – Standardisierung Fehlanzeige. Herr Urbach sollte bitte eine Liste zusammenzustellen, welche Bedarfe denn über KoPart eingekauft werden.

    Ferner sind die Prozesse in der Verwaltung vielfach nicht standardisiert. Der Einkauf läuft weitgehend über die Fachbereiche und nicht über eine zentrale Beschaffung.

  2. Ich verstehe die Enttäuschung von Herrn Krell, dass sein Antrag abgelehnt wurde, möchte aber kurz auf die Begründung der Ablehnung eingehen:
    Die Stadt Bergisch Gladbach ist Gründungsmitglied der Einkaufsgenossenschaft kopart beim Städte- und Gemeindebund NRW.
    Diese hat genau das Ziel, die Marktmacht der Kommunen durch Bündelung der Nachfrage zu stärken. Nicht nur regaional interkommunal, sondern in ganz NRW.
    Mehr Informationen gibt es hier:
    http://www.kopart.de/
    Beste Grüße,
    Lutz Urbach

  3. 5-12% Einsparung und dann in die Fortbildung unserer Kinder sowie Sanierung der Schulen investieren! Dann wären wir auuf dem richtigen Weg!