Sehr geehrte Frau Schundau
sehr geehrter Herr Steinbüchel,

Ihre Ablehnung auf die Bitte des Autobahnzubringer e.V. war offen und klar. Eine andere Haltung von Ihnen ist aus der Vergangenheit betrachtet nicht zu erwarten. Trotzdem möchte ich Sie bitten einige Fakten nochmals zu überdenken.

In der Öffentlichkeit neigen viele Bürger zu maßloser Übertreibung. Da ist von gravierend, existenzbedrohend und ähnlichen Vokabeln die Sprache – was aber in den wenigsten Fällen so ist.

Ja, es würde durch den Bau des Autobahnzubringers ein Eingriff in die Landschaft erfolgen. Aber sollte nicht den Menschen, die an den sehr stark belasteten Straßen leben, geholfen werden, sollte ihre Lebensqualität nicht zum Besseren gestaltet werden? Und was zählt mehr – der Mensch, oder seit kurzem im Fokus, die Gelbbauchunke) Es verleitet, schnell auf Beeinträchtigungen hinzuweisen, wenn man selbst ruhig und im Grünen wohnt.

Neue Straßen ziehen Verkehr an! Ja das ist richtig und gewollt, denn aus diesem Grunde werden sie errichtet. Sie entlasten aber andere. Niemand benutzt neue Straßen nur aus Spaß und Langeweile, sondern um vorteilhafter sein Ziel zu erreichen. Oder wollen Sie behaupten, dass Menschen zum Kauf eines Autos veranlasst werden, weil es eine neue schöne und bessere Verbindung gibt?

Das Credo, der LKW-Verkehr muß von der Straße auf die Schiene verlagert werden, trifft die Sache nicht. Das Argument hört sich an wie der öffentliche Appell an anderer Stelle, keine Textilien zu kaufen, die in Bangladesch oder anderen ostasiatischen Ländern produziert wurden. Selbst kauft man dann aber die billigste Ware bei den hier bekannt Händlern.

Auch bei der Nutzung der Bahn spielt der Wettbewerb eine große Rolle. Fragen Sie doch die in unserer Stadt ansässigen Firmen, ob die Schiene wettbewerbsfähig ist.

Gleich verhält es sich mit der Unerziehung der Bürger zu anderem Mobilitätsverhalten. Radfahren ist schön, kein Zweifel. Aber bei schlechter Infrastruktur, widrigen Wetterverhältnissen und miserablen ÖPNV-Verbindungen überlegt sich der Mensch doch, wie er sich fortbewegt.

In einem sind wir uns hoffentlich einig, Bergisch Gladbach braucht dringend ein Gesamtkonzept für die Infrastruktur. Die Bahndamm-Lösung ist da erst der Anfang. Es muß in Sachen Verkehr in unserer Stadt Veränderungen, Verbesserungen geben.

Sagen Sie nicht zu vielem Nein. Helfen Sie konstruktiv mit!

Mit freundichen Grüßen

Reinhard Kenfenheuer, Schriftführer
Autobahnzubringer e. V.

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3 Kommentare

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  1. Reden wir mal nur über den Bahndamm. Als zugezogener kann ich nur sagen, was soll diese Diskussion, es sind zwingend weitere ausgebaute Straßen nötig, die Bergisch Gladbach mit der A3 und der A4 verbinden, bzw das innerstädtische Straßennetz verbessern und entlasten. Dies z.B. durch Refrath allein mit der Dolmanstraße als vernünftig ausgebaute Straße sicherstellen zu wollen, ist Wahnsinn. Das funktioniert nicht, wie man tagtäglich sehen kann. In Bergisch Gladbach versucht man den gesamten Verkehr auf sehr wenige Straßen zu fokuszieren. Die führt dazu, dass diese Straße völlig überlastet sind. Nur die Leute werden nicht auf ihre eigenen Autos verzichten, ganz im Gegenteil ich habe das Gefühl, dass sich immer größere Autos gekauft werden. Ein anderes Beispiel ist, wenn man von Gronau Hauptstraße richtig Paffrath oder Hand möchte, bleibt einen nichts anderes übrig als über Gohrsmühle zu fahren, da eine sinnvolle Abbiegung in die Kalkstraße/Tannebergstraße nicht möglich ist. Auch hier kann der Bahnbahndamm für Entlastung sorgen. Und ich glaube der Euro bleibt bestehen.

  2. …und Sie, werter Herr Havermann, werden nicht müde, immer die selben Sprüche zu klopfen, Leerfloskeln zu bemühen und Leute als “Lobbyisten” zu diffamieren, die anderer Meinung sind als Sie und eine Lösung des schon bestehenden Verkehrskollaps suchen.
    Wirklichkeit ist: Bergisch Gladbach Innenstadt hat seit Jahrzehnten ein massives Verkehrs- und Anbindungsproblem, welches zu massiven Belastungen in der Peripherie führt. Das muss und kann gelöst werden, aber nicht mit einem Fahrradschnellweg.
    Und nebenbei; Wirklichkeit ist: der Euro kann nicht weitergeführt werden, er ist gescheitert und wird aufgelöst werden. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

  3. Sie werden nicht müde, die Bahndammlobbyisten, Ihre Jahrzehnte alte Forderung gebetsmühlenartig zu wiederholen. Das ist wie Rufen im nächtlichen Wald oder Pfeifen im dunklen Keller: Es nützt nichts, wenn man nicht in der Lage ist, die Wirklichkeit zu erkennen. Es ist wie mit den anderen rückwärts gerichteten, die heute noch die DM zurückfordern. Die wird genauso wenig wiederkommen wie eine vierspurige Straße über den Bahndamm bis zur Brüderstraße gebaut wird. Die ewige Fokussierung auf immer mehr Straßen und immer mehr Autoverkehr wird ein Ende finden, wenn alles zusammenbricht. Dann aber ist es zu spät, in andere Richtungen zu denken.