Das Hans-Zanders-Bad bleibt auf unabsehbare Zeit geschlossen

Das altehrwürdige Hans-Zanders-Bad weist schwere statische Mängel auf und musste sofort geschlossen werden. Jetzt wird der Sanierungsbedarf untersucht – und für Schulen und Vereine nach Ausweichmöglichkeiten gesucht.

Am Dienstag war bei einer routinemäßigen Überprüfung des Hans-Zanders-Bad festgestellt worden, dass die Stahlbewehrung in der Betonkonstruktion des Schwimmbeckens erhebliche Mängel aufweist. Daher empfahl der Gutachter, das Bad sofort zu schließen – weil Gefahr besteht, dass die Beckenwände dem Wasserdruck nicht standhalten, teilte Bernd Martmann als Geschäftsführer der Bäder GmbH  am Freitag mit. 

Das Bad liegt trocken; die Seitenwände drohten, unter dem Wasserdruck einzubrechen

Die Stadt schloss das Bad sofort und ließ das Wasser ab. In den nächsten Wochen soll das Bad gründlich untersucht werden, um den Sanierungsbedarf fest zu stellen. Erst danach lässt sich sagen, wie lange das Bad geschlossen bleibt und wie teuer die Sanierung des 1914 eröffneten Schwimmbads wird.

Dabei wird unter Umständen auch gleich die Haustechnik erneuert, womit die Kosten rasch eine Millionenhöhe erreiche könnte. In der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt sind Mittel für die Bädersanierung bereits eingestellt, diese müssten unter Umständen vorgezogen werden. 

Eine Sanierung des Schwimmbads am Mohnweg wird aus einem anderen Topf finanziert, da das dortige Bad nicht der Bäder GmbH gehört, sondern dem städtischen Immobilienbetrieb. 

Massive Auswirkungen auf Schul- und Vereinssport

Die Schließung und Sanierung hat große Auswirkungen auf den Schwimmsport, denn bislang nutzten sechs Sportvereine und 20 Schulen das Zanders-Bad. Die Bäderbetriebsgesellschaft unter der Geschäftsführung von Manfred Habrunner will in den kommenden zwei Wochen Ausweichpläne ausarbeiten. Dabei soll auch geprüft wird, ob das Kombibad in Pfaffrath und auch die Freibäder noch freie Kapazitäten haben. Sogar im rechtsrheinischen Köln wird gesucht.

In den ersten zwei Wochen nach den Osterferien, so die Stadtverwaltung, können noch keine Ausweichmöglichkeiten angeboten werden. 

Undatiertes Foto. Stiftung Zanders

Das Hans-Zanders-Bad hatte vor drei Jahren seinen 100. Geburtstag gefeiert. Es war durch die Familie Zanders errichtet worden, die es der Stadt schenkte. Es diente zunächst nicht nur dem Schwimmsport, sondern auch der Körperhygiene vieler Bergisch Gladbacher Bürgerinnen und Bürger, die dort Dusch- und Wannenbäder vorfanden.

Durch zahlreiche Umbauten wurde das Bad in den Folgejahren immer wieder aktuellen Bedürfnissen angepasst. Seit 1991 steht es ausschließlich dem Schul- und Vereinsbetrieb zur Verfügung.

Luftbild von 1969. Foto: Abraham Willehard

Redaktion

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4 Kommentare

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  1. In dem Beitrag heißt es: „Am Dienstag war bei einer routinemäßigen Überprüfung des Hans-Zanders-Bad festgestellt worden, dass die Stahlbewehrung in der Betonkonstruktion des Schwimmbeckens erhebliche Mängel aufweist.“

    Mir stellt sich da unmittelbar die Frage, wie oft ist denn „routinemäßig“!?

    Bin kein Baustatiker, aber ich denke, dass eine Stahlbewehrung nicht von heute auf morgen so starken Schaden nimmt, dass sie nicht mehr tragfähig ist!

    Hätte also der Handlungsbedarf nicht schon deutlich früher bei vorherigen „routinemäßigen Überprüfung“ festgestellt werden können?

    Oder hat jetzt mal jemand seine Aufgabe ernst genommen und ordentlich hingeschaut?

  2. Bei Schwimmbädern sind die Stahlträger im Beton immer ein heikles Thema, Feuchtigkeit, Chlor, etc. Also wird die Statik regelmäßig geprüft. Und wenn der Gutachter sagt, die Wände seien nicht mehr sicher, dann muss die Stadt handeln. Allerdings hat sie sich schon festgelegt, das Bad zu sanieren und sogar in neue Haustechnik zu investieren. Offen ist nur, wie lange die Sanierung dauert und wie teuer das ganze wird. Von einem Abriss oder Verkauf kann also keine Rede sein.

  3. Dem stimme ich zu. Schon komisch, dass plötzlich die Statik nicht mehr stimmen soll. Wahrscheinlich wird mal wieder nur ein fadenscheiniger Grund gesucht, um das Gebäude abreißen und an einen Investor verscherbeln zu können. Geld für unnütze Dinge braucht die Stadt ja immer.
    Bei der Fußgängerzone war es doch genauso. Angeblich hat das Gericht der Stadt eine Frist gesetzt, die Stolpersteine zu beseitigen. Komisch nur, dass dies nicht für den Marktplatz galt.
    Bei solchen Scheinargumenten wundert es nicht, dass das Vertrauen in die Lokalpolitiker massiv schwindet.

  4. Ja nee, ist klar.
    Nach 100 Jahren Betrieb halten die Wände den Wasserdruck nicht stand.
    Und das austretende Wasser spült den neuen Turbokreisel ins frische Gleisbett des S-Bahnhofes. Aber der neue Ablauf der Strunde hoch 4 sorgt ja für einen sauberen Abfluss…passt doch alles. Aus meiner Sicht über reagiert und mit Kanonen auf Spatzen geschossen…