Die Zinkhütte hatte über den alten Bahndamm einen Gleisanschluss. Foto: Google Maps, Screenshot

Den Abbau des Anschlussgleises zum Containerterminal Zinkhütte hält der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Bergisch Gladbach für einen schweren politischen Fehler. Zuerst müsse die Frage geprüft werden, ob die Firma Krüger gegen bestehendes Recht verstoßen habe, betont VCD-Sprecher Friedhelm Bihn.

§ 18 des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) besage eindeutig, dass „Betriebsanlangen einer Eisenbahn … nur geändert werden dürfen, wenn es vorher eine Planfeststellung gegeben habe“. Krüger habe aber auf ihrem Firmengelände bereits Anfang dieses Jahres die Gleise bis zur Senefelder Straße abgebaut.

Die „unternehmerische Entscheidung“ der Firma Krüger, alle ihre Transporte nur mit dem Lkw durchzuführen, trage ganz wesentlich zur hohen Belastung des Straßenverkehrs in Bergisch Gladbach mit Lkw bei, erläutert der VCD-Sprecher.

Die Firma Nestle in Orbe in der Schweiz wiederum transportiere mit einer vergleichbaren Produktpalette 80 Prozent ihrer Güter auf der Schiene. Bihn weist darauf hin, dass die Bundesregierung Anfang des Jahres die Fortführung der Förderung – auch der Reaktivierung – von privaten Gleisanschlüssen mit jährlich 14 Mio. Euro bis 2020 beschlossen habe. Die Stadt aber nehme das wenig nachhaltige Vorgehen der Firma Krüger hin.

Fahrverbot für Dieselfahrzeuge nach Klage möglich

In diesem Jahr erwartet Bihn eine Gerichtsentscheidung zur Klage der Deutschen Umwelthilfe auch zum Luftreinhalteplan für das Stadtgebiet Köln. Die Luft-Grenzwerte am Clevischen Ring in Köln-Mülheim würden seit Jahren deutlich überschritten. Spätestens dann werde der Gütertransport auf der Straße in Köln-Mülheim nicht mehr ohne weiteres möglich sein.

Bei einer geplanten Umweltampel auf der Bergisch Gladbacher Straße an der Stadtgrenze würden alle Diesel-Fahrer betroffen. „Wenn die Stadt in dieser Situation den Containerterminal als ‚Plan B‘, als zentrales Instrument zur Nutzung eines alternativen Transports auf der Schiene aufgibt, macht sie einen schweren, unverzeihlichen politischen Fehler“, stellt Friedhelm Bihn fest.

Der VCD fordert den Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss der Stadt Bergisch Gladbach zu seiner Sitzung am 25.4. 2017 nachdrücklich auf, dem Plangenehmigungsverfahren nicht nachträglich zuzustimmen.

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Friedhelm Bihn

ist Regionalbeauftragter des VCD-Regionalverbandes Köln für Bergisch Gladbach und RheinBerg, Vorsitzender des Inklusionsbeirates Bergisch Gladbach und des Beirats für die Belange von Menschen mit Behinderungen des Rheinisch-Bergischen Kreises

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1 Kommentar

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  1. Besser spät als nie, so muss man die Einwände des VCD betiteln. Die Einschränkungen gegen einen Rückbau des Terminals bestehen ja schon länger. Aber wir haben wieder mal einen Beweis, das die Verwaltung formaljuristischen Unsinn betreibt, indem sie unreflektiert den Rückbau zulässt. Das Argument des Dieselverbots scheint aber auch Krüger nicht davon abzuhalten, weiter auf LKWs zu vertrauen. Das Geschrei dieser Firma wird groß sein, wenn deren Transporter nicht mehr uneingeschränkt fahren dürfen.