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Kämmerer wechselt von Leverkusen nach Gladbach

Michael Metten (CDU) und Klaus Waldschmidt (SPD) präsentieren Frank Stein als künftigen Kämmerer

Michael Metten (CDU) und Klaus Waldschmidt (SPD) präsentieren Frank Stein als künftigen Kämmerer

Auf Vorschlag von SPD und CDU soll Frank Stein, Finanzchef der Stadt Leverkusen, im Herbst Kämmerer in Bergisch Gladbach werden. Den Wechsel in die kleinere Stadt begründet der 53-jährige Jurist mit beruflicher Neugier und Heimatliebe. 

Jürgen Mumdey (62), Bergisch Gladbachs aktueller Kämmerer, hatte aus gesundheitlichen Gründen um eine vorzeitige Auflösung gebeten. Diese Abberufung soll auf Bitte von Mumdey am 23. Mai auf Antrag von Ratsmitgliedern aus fast allen Fraktionen erfolgen.

Kämmerer Jürgen Mumdey gibt sein Amt vorzeitig auf

Klaus Waldschmidt, Fraktionschef der SPD, und sein CDU-Kollege Michael Metten stellten Stein am Freitagnachmittag den anderen Fraktionen und der Presse vor. Stein, der aus Engelskirchen stammt und dort lange für die SPD kommunalpolitisch aktiv war, sei der mit großem Abstand geeigneteste Kandidat unter nur drei Bewerbern gewesen.

SPD und CDU rechnen mit breiter Mehrheit

Bei Fraktionen rechnen mit einer breiten Zustimmung für den Wahlbeamten, der auf acht Jahre gewählt wird. Er soll das Amt am 1. Oktober antreten und damit nach Bürgermeister Lutz Urbach und Baurat Harald Flügge (beide CDU) drittwichtigster Mann in der Verwaltungsspitze werden.

Mumdey scheidet zum 31. August aus, Stein tritt aber erst zum 1. Oktober an – weil er zunächst den Haushaltsentwurf 2018 in Leverkusen fertig stellen will, bevor er direkt danach Mumdeys Entwurf den Fraktionen in Bergisch Gladbach erläutern darf.

Nach 17 Jahren Zeit für einen Wechsel

Stein begründete ausführlich, warum er seinen Posten in der mit 164.000 Einwohnern deutlich größeren kreisfreien Stadt für das gleiche Amt in der kreisangehörigen Stadt Bergisch Gladbach aufgibt und dabei sogar finanzielle Einbußen hinnimmt.

Zum einen sei es für ihn nach 17 Jahren in Leverkusen und auch mit Blick auf das nahende Rentenalter an der Zeit gewesen, seine berufliche Orientierung noch einmal zu überdenken. Zum anderen machte er auch deutlich, dass er auch aus familiären Gründen keine größeren Ämter (wie zum Beispiel die es Oberbürgermeisters von Leverkusen) mehr anstrebt – und dass es ihm wichtig sei, im Rheinland zu bleiben.

Stein lebt mit seiner Frau und zwei Kindern (15/17) in Leverkusen Hitdorf und will dort vorerst auch bleiben, bis Tochter und Sohn die Schule abgeschlossen haben. Im Gespräch berichtet er auch über persönliche Dinge sehr offen und vertrauensvoll, weicht nicht aus und bleibt sehr sachlich. 

Frank Stein, künftiger Kämmerer in Bergisch Gladbach, bislang Leverkusen

Frank Stein

Geboren in Bensberg, aufgewachsen in Engelskirchen

Stein kam im Vinzenz-Pallotti-Hospital in Bensberg zur Welt, seine Familie stammt aber aus Engelskirchen, wo er auch aufwuchs, 1986 in die SPD eintrat und bis 2000 für sie im Stadtrat saß. Zum Schluss war er dort auch Fraktionsvorsitzender. 

Er hatte Jura in Köln studiert, war Referendar am Oberlandesgericht Köln, hat ein Jahr als Anwalt für den TÜV Rheinland gearbeitet und war dann für sieben Jahre als Finanzreferent zum Deutschen Städte- und Gemeindebund rheinaufwärts nach Düsseldorf gewechselt.

17 Jahre Leverkusen

2000 wurde Stein in Leverkusen zum Beigeordneter und Dezernenten für die Bereiche „Bürger, Umwelt, Soziales” gewählt, womit er für 700 Mitarbeiter verantwortlich wurde. In dieses Amt war er nach acht Jahren mit großer Mehrheit bestätigt worden, 2013 aber in das Amt des Stadtkämmerers gewechselt. 

Die Amtszeit in Leverkusen dauert eigentlich bis 2021, daher sei er eigentlich nicht auf eine neue Aufgabe angewiesen gewesen, betonte Stein. Aber nach 17 Jahren als Wahlbeamter in ein und derselben Kommune sei „das Maß des Bekannten von Jahr zu Jahr größer geworden”. Ein „beruflicher Tapetenwechsel” sei daher attraktiver geworden. 

Aufgabe in GL „womöglich schwieriger und komplexer”

Daher habe er sich die Ausschreibung aus Bergisch Gladbach gut angeschaut und nach reiflicher Überlegung seine Bewerbung abgegeben. Obwohl die Stadt kleiner und die Finanzlage nicht ganz so dramatisch wie in Leverkusen sei habe er keine Sorge, sich hier zu langweilen. Im Gegenteil, die Aufgabe sei womöglich noch schwieriger und komplexer. 

Denn in Bergisch Gladbach wird Steins Themenbereich wieder größer, neben den Finanzen betreut er auch die Fachbereich Jugend und Soziales sowie Recht, Ordnung Sicherheit. Außerdem befinde sich Bergisch Gladbach mit der Debatte über den Flächennutzungsplan und dem Zanders-Gelände in einem wichtigen Umbruch in der Stadtentwicklung. Einen Ausgleich zwischen der Zuzugsdynamik und den nur begrenzt vorhandenen Flächen zu finden sei eine spannende Aufgabe.

Ein wichtige Rolle habe jedoch auch gespielt, dass er trotz des Wechsels in „meiner Region, dem Rheinland” bleiben könne, betonte Stein. Wenn er bei seinen beruflichen Entscheidungen als Jurist immer der Maxime „immer mehr, immer größer, immer mehr Kohle” gefolgt wäre, würde er schon lange nicht mehr für eine Kommune arbeiten. 

Schwerpunkte: Haushaltssanierung und Beteiligungsmanagement

Seine Schwerpunkte in Bergisch Gladbach sieht Stein dennoch im Kernbereich Finanzen. Zum einen nannte er die Aufgabe, bis 2021 die Neuverschuldung auf Null zurückzufahren. Zunächst einmal wird Stein den Etatentwurf für 2018 übernehmen, den Mumdey derzeit noch ausarbeitet.

Danach wolle er sich selbst ein Urteil bilden, ob und an welchen Stellschrauben gearbeitet werden muss, um die Auflagen des Haushaltssicherungskonzeptes zu erfüllen. Seine Erfahrung habe ihn jedoch ein gehöriges Stück Skepsis beigebracht: „Die langfristige Haushaltsplanung wird eigentlich immer durch die Realität eingeholt. Dinge wie die Flüchtlingskosten passieren einfach.”

Zum zweiten will sich Stein die Strukturen des „Konzerns Bergisch Gladbach” mit seinen Eigenbetrieben genau anschauen und klären, ob und wie man das Controlling und die Steuerung der Beteiligungen besser gestalten könne. Bevor er sich zu diesem heißen Eisen konkreter äußern könne müsse er sich aber erst einmal tiefer einarbeiten. 

CDU stellt sich voll und ganz hinter Stein

Zwar hatte die SPD innerhalb der großen Koalition das Vorschlagsrecht für die Mumdey-Nachfolge. Doch CDU-Fraktionschef Michael Metten machte klar, dass die CDU ebenfalls Stein aus dem dreiköpfigen Bewerberfeld genommen hätte, trotz seines Parteibuchs. Einerseits sei er der mit Abstand beste Bewerber gewesen, zum anderen sei es gut, wenn beide Fraktionen in der Verwaltungsspitze repräsentiert seien. 

Das sieht auch Stein so, der betonte, wie wichtig es ihm sei, von einer breiten Mehrheit im Rat unterstützt zu werden. Er habe jedoch ohnehin den Eindruck, dass ein sachliches politisches Klima in seiner künftigen Arbeitsstadt herrsche.
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