„10 Jahre Bergisch Gladbacher Tafel e.V – ein Wagnis, das sich unbedingt gelohnt hat!“ – unter diesem Motto feierten Vereinsmitglieder, Mitstreiter und Weggefährten am Samstagim Bensberger Ratssaal das Jubiläum.

Obwohl der Verein selbst bereits im Jahr 2006 ins Leben gerufen wurde, erfolgte die erste Ausgabe von Lebensmitteln am 18. August 2007 in der Kalksstraße 43 in Bergisch Gladbach.

„Ich kann mich noch gut an den ersten Tag erinnern“, beschrieb der Vorsitzende Marcus Fehler in dem Rückblick, den er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Markus Kerckhoff, der Schriftführerin Britta Schmitz und dem Schatzmeister Olaf Schmiedt vornahm.

„Die erste Lebensmittellieferung, die ersten Kunden und das erste Helferteam, das sind Bilder und Momente, die wir bis heute immer mal wieder im Kopf haben“, ergänzte Markus Kerckhoff. „Und bis heute ist diese Art von Unterstützung von Bergisch Gladbacherinnen und Bergisch Gladbach für ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger ein nachhaltiger Erfolg.“

Angespornt wurden die Initiatoren in Bergisch Gladbach von den Erfolgsgeschichten anderer Tafel-Einrichtungen in den deutschen Städten. Mehr als 900 gemeinnützigen Tafeln in Deutschland sammeln mittlerweile überschüssige Lebensmittel und verteilen sie an bedürftige Menschen. Die Lebensmittelausgabe ist das Kerngeschäft der Tafeln und regional unterschiedlich organisiert. Immer mit ehrenamtlicher Unterstützung.

Und daher war es selbstverständlich, dass bei der Feierstunde natürlich das heute 117-köpfige Team der Ehrenamtlichen im Mittelpunkt stand. 26.000 Stunden ehrenamtliches Engagement pro Jahr – ein stolze Summe, die unterstreicht, dass die Bergisch Gladbacher Tafel für die Gesellschaft nicht mehr wegzudenken ist.

Im Durchschnitt sind die 117 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeweils 18,5 Stunden im Monat im Einsatz, das entspricht einer „Halbtagsstelle im Ehrenamt“. Natürlich verteilt sich das unterschiedlich zwischen den Menschen, die ihr aktives Berufsleben beendet haben, und den Berufstätigen.

Tafel-Vorsitzender Marcus Fehler betonte in seiner Rede aber auch, dass es wichtig war, dass die Tafel-Arbeit in der Bevölkerung immer wieder wahrgenommen wurde. „Ich finde es gut, dass es uns gelungen ist, unabhängig von Träger, Konfessionen und Parteien, Transparenz und Informationen zu ermöglichen. Das war für uns immer wichtig.“

Markus Kerckhoff ergänzte, dass zehn Jahre Tafel auch nicht so erfolgreich verlaufen wären, „wenn uns die Presse nicht von Anfang an kritisch und öffentlichkeitsfördernd unterstützt hätte. Dafür an dieser Stelle unseren Dank.“

Britta Schmitz als Schriftführerin lenkte bei ihrem Rückblick den Blick auf die „Tafel-Kunden“. „Das Wohl derer, die in der Gesellschaft bedürftig sind und damit auch sozial benachteiligt, steht bei der Tafel-Arbeit oben an“, betonte die dreifache Mutter Britta Schmitz. „Aktuell gibt es in 4.723 Haushalte mit insgesamt 9.484 Personen einen Kundenausweis und sind berechtigt, Lebensmittel zu erhalten“, beschrieb das Vorstandmitglied die aktuelle Situation.

44 Prozent der Kunden sind Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Und noch zwei Zahlen beeindrucken: Jede Wochen werden durchschnittlich 366 Haushalte mit 965 Personen mit Lebensmitteln versorgt.

Schatzmeister Olaf Schmiedt listete noch weitere beeindruckende Parameter auf: „Natürlich geht dies nur mit Unterstützung der Lebensmittelspender und Sponsoren. 45 Geschäfte und ein Lebensmittelhersteller spenden regelmäßig. Auch ihnen möchten wir als Verantwortliche des Vereins ausdrücklich danken.“ 

Als Schirmherr ist jeweils der amtierende Bürgermeister für die Bergisch Gladbacher Tafel ein wichtiger Unterstützer. Bürgermeister Lutz Urbach betonte in seiner Ansprache zur Feierstunde, dass auch in Bergisch Gladbach nicht alles in Ordnung ist: „Wenn es um Hunger und Bedürftigkeit geht, denkt man schnell an die Länder der Dritten Welt. Aber es gibt eine solche Bedürftigkeit auch hier bei uns, vor unserer Haustür.“

Aber Lutz Urbach machte auch auf einen weiteren Gesichtspunkt aufmerksam: „Wir werfen zu viele Lebensmittel weg – ein Thema, dass auch die Medien seit längerer Zeit vermehrt beschäftigt. Und das gilt auch für die Nahrungsmittel, die von der Tafel weitergeben werden: Sie sind noch gut, können aber im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verwendet werden. Umso wichtiger ist es, dass dieser Verein das „Umverteilen“ in die Hand nimmt.“

Zum Ende wandte sich der Schirmherr an alle Freunde und Förderer der Tafel in Bergisch Gladbach: „Sie helfen dort, wo der Stadt die Mittel und Kapazitäten fehlen. Für mich als Schirmherr sind Sie alle ein sehr gutes Vorbild für bürgerschaftliches Engagement in unserer Stadt: Bürgerschaftliches Engagement gestaltet und prägt unsere Gesellschaft, weil einer für den anderen Verantwortung übernimmt, weil Menschen sich gegenseitig Respekt und Unterstützung entgegen bringen. Dafür danke ich Ihnen ganz besonders.“

Rückblick auf 10 Jahre Tafel:
– 1 Ausgabestelle mit einer Ausgabe, wöchentlich samstags im Jahr 2007
– 2 Ausgabestellen, darauf im Wechsel verteilt 3 Ausgaben pro Woche im Jahr 2017
– nur betrieben durch ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer seit 2007
– jährlich steigende Kundenzahl, zu Anfang im Jahr 2007 waren es 150 Haushalte, im Jahr 2017 sind es 4.723 Haushalte mit insgesamt 9.484 Personen die einen Kundenausweis haben. Jede Woche werden durchschnittlich 366 Haushalte mit 965 Personen mit Lebensmitteln versorgt
– unbürokratische Unterstützung in der Flüchtlingskrise 2015/2016 mit Auswirkungen bis heute
– steigende Zahl an Spenden, ohne die es auch bei der Bergisch Gladbacher Tafel nicht funktionieren würde

Tafel Bergisch Gladbach

Die Bergisch Gladbacher Tafel gibt seit 2007 in der Kalkstraße und seit 2011 auch in der Reginharstraße Lebensmittel an berechtigte Personen ab und versorgt ehrenamtlich regelmäßig rund 1000 Personen. Website: bergisch-gladbacher-tafel.de

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