Seit ein paar Tagen gibt es in der Innenstadt von Bergisch Gladbach eine weitere Online-Messstelle für Feinstaub. Das Messgerät am Gebäude der Radstation am Busbahnhof stammt von der OK Lab Stuttgart, kostet nur 26 Euro, und liefert Erstaunliches.

Ein Ventilator saugt die Außenluft an und führt diese über einen Feinstaubsensor. Ein Prozessor verarbeitet die Werte und liefert diese über ein WLan-Modul online an einen Zentralrechner. Jeder kann dann auf die Messwerte mit einer 1-minutigen Verzögerung auf die Daten zugreifen.

Der Kreisverband Rhein-Berg der Grünen hat sich dem Thema Luftschadstoffe angenommen und unterstützt den Aufbau eines weltweiten Systems zur Messung der Feinstaubbelastung. Dieses Messgerät wurde freundlicherweise dem ADFC kostenlos zur Verfügung gestellt.

Üblicherweise ist die Stadtverwaltung, die Kreisverwaltung bzw. die LANUV (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen) für die Errichtung von Messstellen für Luftschadstoffe zuständig. Diesen Weg habe ich im Januar 2017 gegangen – Monate später erhielt ich dann den Bescheid, dass mangels Messgeräten eine innenstadtnahe Messstelle nicht eingerichtet werden könne.

Eine solche stationäre Messstelle kostet leicht mehrere 10.000 Euro. Beispielweise kann für Feinstaub (PM10) über das Online-Emissionskataster Luft NRW für das Jahr 2013 die Messwerte abrufen. Das ist natürlich sehr wenig online!

Interessanterweise werden für Bergisch Gladbach diese Messwerte (mangels Messgeräte) über Zählungen des Autoverkehrs errechnet. Dummerweise hat die Autolobby allerdings bei den Schadstoffen und deren Emissionen gelogen, so dass die errechneten Messwerte natürlich auch falsch sind.

Wie genau sind die Messungen des Feinstaubsensors? Diese Sensoren sind nicht geeicht, also auch nicht gerichtsfest. Aber die Messungen sind sehr genau. Dies kann man hier nachlesen.

Hier kommen Sie direkt auf die aktuelle Feinstaubmessung an der Radstation in Bergisch Gladbach.

OK Lab Stuttgart ist ein Mitglied von Code for Germany. Dies ist ein Netzwerk von Menschen, die sich praktisch mit offenen Daten und Civic Tech beschäftigen. Die Idee dahinter: Gemeinsam offene Daten, Bürgerbeteiligung und staatliche Transparenz vorantreiben und nützliche digitale Werkzeuge entwickeln.

Bernhard Werheid

Seit Gründung des ADFC Kreisverbandes RheinBerg-Oberberg e.V. in 2013 bin ich im Vorstand, seit Herbst 2015 Vorstandsvorsitzender.

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