Das Zanders-Gelände an der Gohrsmühle in Bergisch Gladbach. Foto: Bergisch Schön

Mit der Entscheidung der Landesregierung, dass nicht das ganze Zanders-Gelände unter den Denkmalschutz fällt, besteht Rechtssicherheit. Das ist auch für die weitere Entwicklung der Grundstücke wichtig, die die Stadt Zanders abgekauft hat.

Die Stadt Bergisch Gladbach begrüßt die Entscheidung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen im denkmalrechtlichen Unterschutzstellungsverfahren zum Gelände der Papierfabrik Zanders.

Nach einer langen fachlichen Auseinandersetzung zwischen der Stadt und dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR-ADR) können nun die schützenswerten Gebäude, welche zum Teil herausragenden Charakter haben, unter Denkmalschutz gestellt werden. Insgesamt handelt es sich um 13 Gebäude und Anlagen.

Das LVR-ADR hatte das Ministerium im Juli 2017 um eine Entscheidung gebeten, da es zu keiner fachlichen Einigung zwischen dem LVR-ADR und der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Bergisch Gladbach kam. Bis zuletzt bestand Uneinigkeit über die einzelnen denkmalwerten Gebäude.

Die Untere Denkmalbehörde war aus folgenden denkmalfachlichen Gründen nicht bereit, die Papierfabrik als großflächiges Gesamtdenkmal unter Schutz zu stellen: Durch zahlreiche Neubauten vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg ist das ehemalige werksbauliche Konzept der Firma Zanders bereits stark überformt.

Die ehemals zu atriumartigen Baugruppen zusammengeschlossenen Fabrikanlagen sind in ihrer Struktur aufgrund späterer baulicher Eingriffe nicht mehr klar erkennbar.

Die ursprünglich an diese Baugruppen anschließenden Freiräume wurden außerdem im Laufe der Zeit großflächig überbaut; dadurch hat sich das ursprüngliche Verhältnis zwischen Freiflächen und umbautem Raum ins Gegenteil verkehrt.

Das Gesamtbild der Anlage ist durch diese Überformungen erheblich beeinträchtigt, so dass die ehemalige Wirkung als baulich geschlossenes Ensemble längst verloren gegangen ist. Ebenso sind die historischen Produktionsabläufe aufgrund von Unterbrechungen durch Neubauten nicht mehr ablesbar. Viele Gebäude sind zudem nur noch „leere Hüllen“, die ihren dokumentarischen Wert verloren haben.

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Diese Fachauffassung stützt die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bergisch Gladbach auf die denkmalrechtliche und -fachliche Begutachtung des Architekturbüros Vogt-Werling. Geprüft wurde darin auf Grundlage des Denkmalschutzgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen, welche einzelnen Gebäude und Anlagen denkmalwert sind.

Sachfremde Gründe wie etwa wirtschaftliche Erwägungen wurden nicht berücksichtigt, da sie für eine Entscheidung über die Unterschutzstellung nicht ausschlaggebend sind.

Die Entscheidung des Ministeriums bedeutet, dass die Untere Denkmalbehörde der Stadt Bergisch Gladbach die Unterschutzstellung in der von ihr beabsichtigten Form nun vornehmen kann.

Positiv für die Realisierung der weiteren Schritte werten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Tatsache, dass die Firma Zanders während des gesamten Prozesses umfangreich einbezogen wurde und mit den von der Stadt vorgesehenen und nun durch das Ministerium bestätigten Unterschutzstellungen einverstanden ist.

Auch die Stadt selbst ist Eigentümerin von einigen Gebäuden, die nun unter Denkmalschutz gestellt werden. Diese gehören zu den Teilflächen, die im Rahmen der Ausübung des Vorkaufsrechtes erworben wurden. Auch hier bedeutet die Entscheidung des Ministeriums nun Planungssicherheit für die weitere Entwicklung des Areals.

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1 Kommentar

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  1. Denkmalpflege, wie sie das ADR betreibt, ist wichtig und richtig. Spätere Generationen wollen nicht nur von den Bauten ihrer Vorväter lesen sondern sie auch sehen. Wie sich aber das ADR im Bewusstsein des Entstehens eines neuen FNP in BGL und des Kampfes um denselben derartig bis zu einem Entscheid aus Düsseldorf wehren kann, ist mir unverständlich. Die Vergangenheit in allen Ehren, so sie das verdient. Die Zukunft einer Stadt wie BGL aber mit 120.000 Einwohnern bei einem eklatanten Streit auch um innerstädtische Gelände wie das von Zanders muss Vorrang haben. Wir stehen am Scheideweg. Wollen wir den Aufnahmetopf für Zuziehenden sein, die Köln nicht will oder für die Köln keinen Platz hat oder wollen wir die “Die Stadt im Grünen” mit der drittgrößten Grünfläche auf Stadtgebiet in Deutschland bleiben? Das Zanders-Gelände schafft Möglichkeiten, in einer ohnehin bebauten Innenstadt weitere Wohn- und Arbeitsplätze zu bauen und bietet der Verwaltung sogar die Chance, ihre von ihr geforderten aber nie mit Planungen unterstützen Versprechen für bezahlbares Wohnen wenigstens teilweise und sogar auf eigenem Grund einzulösen.