Mit Flatterband haben Mitglieder der örtlichen Bürgerinitiative im Neuborner Busch die Fläche markiert, die das Unternehmen Krüger für eine Erweiterung beasprucht.

Rund 70 bis 80 interessierte Bürger waren trotz eisiger Kälte dem Aufruf der Bürgerinitiative Neuborner Busch gefolgt und fanden sich auf Höhe des Hochregallagers der Firma Krüger in dem an das Gewerbegebiet Zinkhütte angrenzenden Wald ein. Denn trotz der regelrecht vernichtenden Stellungnahme einer Behörde der Kreisverwaltung zum Vorhaben der Firma Krüger will die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach den Plänen zur Vernichtung des Waldgebietes immer noch zustimmen.

Die dafür von der Stadt aktuell zur Rodung und Bebauung vorgesehene Fläche war mit rot-weißem Flatterband kenntlich gemacht worden, wobei ein eventueller zusätzlicher „Sicherheitsstreifen“ um das Gebiet noch nicht mal berücksichtigt wurde.

Nachdem verschiedene Mitglieder der Bürgerinitiative den Anwesenden die Aktion erläuterten und den aktuellen Stand der Planungen der Stadtverwaltung mitteilten, wurde vor allen Dingen auf die gravierenden Folgen dieses unumkehrbaren Eingriffes in die Natur hingewiesen.

Sämtliche Freiraumfunktionen dieses wichtigen Gebietes würden massiv beeinträchtigt werden. Habitatvernetzung (sog. Grünbrücke), Frischluftschneise, Biotopverbund/Lebensraum, Wasserschutz und Erholung sind nur die wichtigsten Funktionen, die nachhaltig stark beeinträchtigt oder zerstört werden.

So kann es beispielsweise nicht sein, dass in Zeiten von intensiven Diskussionen über Feinstaubbelastungen und hohen Stickoxidkonzentrationen in den Innenstädten eine in den Karten der Bezirksregierung offiziell ausgewiesene Frischluftschneise zugebaut wird.

Dabei wurde aber auch nochmals explizit darauf hingewiesen, dass das Wachstum der Firma Krüger und damit verbundene Arbeitsplätze auch von der Initiative ausdrücklich erwünscht sind und begrüßt werden – aber definitiv nicht in dem Waldgebiet, also dem billigsten Land, obwohl zahlreiche Alternativen im Gewerbegebiet Zinkhütte sowie im restlichen Stadtgebiet zur Verfügung stehen.

Nach den Erläuterungen fand die Begehung des markierten Areals durch die Teilnehmer statt. Und obwohl die Ursprungsforderung von Krüger ein mehr als doppelt so großes Gebiet umfasst, als die an diesem Tag mit Flatterband gekennzeichneten rund 30.000 Quadratmeter, waren die Teilnehmer regelrecht erschrocken über das Ausmaß der Fläche.

Nach den jetzigen Plänen soll der durch den damals schon in den landschaftsgeschützten Wald erfolgte Bau des Hochregallagers stark reduzierte Waldkorridor faktisch nochmals halbiert werden.

Abschließend bedankten sich die Mitglieder der Bürgerinitiative für das rege Interesse trotz der widrigen Wetterbedingungen und kündigten weitere Maßnahmen zur Aufklärung über die gravierenden Folgen der Abholzung des Waldes für den Bau von Verwaltungsgebäuden an – bis die Pläne fallen gelassen werden und eine für die Firma Krüger und die Bürger der Stadt Bergisch Gladbach gleichermaßen verträgliche Lösung gefunden ist.

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