Die Kaffeerösterei an der Hüttenstraße. Davor liegt bereits eine Bodenplatte für eine Erweiterung

Die gleißenden Schornsteine der Kaffeerösterei deuten es an: Das Traditionsunternehmen Krüger stellt sich neu auf. Einen dreistelligen Millionenbetrag hat es bereits investiert, am Stammsitz Bergisch Gladbach sind weitere Produktionslinien geplant. Dafür braucht Krüger Platz. Danach ein neues Verwaltungsgebäude.

Warum das ausgerechnet im Neuborner Busch gebaut werden soll, begründet Geschäftsführer Marc Krüger im Gespräch mit dem Bürgerportal.

Wer auf die wenigen Zahlen schaut, die das Familienunternehmen rausgibt, dem erscheint Krüger als stabil, aber wenig dynamisch. Knapp zwei Milliarden Umsatz, ziemlich konstant seit einigen Jahren.

Ebenso die Zahl der Mitarbeiter: 1270 am Hauptsitz Bergisch Gladbach, knapp 4800 in der ganzen Gruppe. Die Zahl der Festangestellten in Bergisch Gladbach sei trotz zunehmender Automatisierung gestiegen. Mehr will Marc Krüger, ganz in der Tradition seines Vaters Willibert, auch auf Nachfragen nicht preisgeben.

Unter dem Strich nur soviel: Trotz der Stagnation beim Umsatz seien die vergangenen vier Jahre sehr erfolgreich gewesen. „Nach einer gründlichen inneren Kur sind wir unglaublich gesund”, sagt Marc Krüger. Damit würden höhere und stabilere Erträge erwirtschaftet, die in Innovationen und Investitionen fließen.

Zur Sache: Krüger GmbH & Co. KG

Das sei auch notwendig, weil der Markt für Lebensmittelprodukte hart umkämpft sei. Der Absatz von Instantprodukten, mit denen Krüger groß geworden war, schrumpft.

Daher werden neue Produktlinien aufgebaut. Und irgendwann wird ein Verwaltungsneubau fällig; dazu kommen wir weiter unten. Kaffeekapseln waren der erste neue Wachstumsmotor, weitere müssten folgen, betont Krüger.

Dafür gebe es konkrete Pläne. Um welche Bereiche es geht, auch das verrät Krüger nicht; man setze dabei auf den allgemeinen Trend zur gesunden Ernährung und dem gesteigerten Körperbewusstsein.

Geschäftsführer Marc Krüger

Neue Produktlinien sollen am Stammsitz entstehen

Das hat Auswirkungen für Bergisch Gladbach. Zwar hat Krüger im In- und Ausland insgesamt 18 Produktionsstandorte, ein Großteil der Investitionen in diesem Jahr wird in konkreten Einzelprojekte an diversen Standorten außerhalb der Stadt getätigt. Aber die neuen Produkte sollen möglichst am Hauptsitz produziert werden.

Auf dem Grundstück vor der neuen Kaffeerösterei ist bereits eine Bodenplatte betoniert worden, hier soll die Kaffeeproduktion „in Zukunft und bei Bedarf“ erweitert werden. Für jede Fläche, die Krüger im Industriegebiet Zinkhütte besitze oder angemietet habe, gebe es konkrete Überlegungen.

Das gelte auch für die freiwerdenden Bahnanlagen und Parkplätze, sagt Krüger: „Wir sind ein Produktionsunternehmen, daher reservieren wir jeden Quadratmeter für die Produktion.” Konkretere Angaben zu den Ausbauplänen will Krüger an dieser Stelle nicht machen.

So könnte das künftige Verwaltungsgebäude im Neuborner Busch aussehen

„Wir mussten beim FNP Farbe bekennen”

Klar ist für Krüger, dass die Verwaltungszentrale mittelfristig neu gebaut werden muss. Nicht in den nächsten drei oder fünf Jahren, aber irgendwann danach. Lediglich dafür sei die jetzt diskutierte Fläche im Neuborner Busch vorgesehen.

Krüger: „Auch wenn es für uns kein aktuelles Thema ist musste das Unternehmens im Rahmen der FNP Farbe bekennen.“ Da der neue FNP „in den nächsten 20 Jahre höchst wahrscheinlich nicht mehr angepasst würde“ sei es die Pflicht eines Familienunternehmens, „zukünftige Notwendigkeiten im Rahmen der FNP-Überlegungen zu artikulieren“.

„Im Wettbewerb um Fachkräfte brauchen wir attraktives Umfeld”

Für den Neubau spreche erstens, dass für die wachsende Verwaltung, für Forschung und Entwicklung, mehr Platz benötigt werde. Zum anderen aber müsse das Unternehmen seinen Mitarbeitern mehr bieten, als ein nüchternes Bürogebäude aus den 70er Jahren: „Wir brauchen immer mehr qualifiziertere Leute und stehen auch bei den Fachkräften in einem scharfen Wettbewerb”, sagt Krüger, „da brauchen wir ein attraktives Arbeitsumfeld.”

Bei der Suche nach einem Bauplatz sei Krüger von zwei Prämissen ausgegangen: Vorrang der Flächen im Industriegebiet für Produktion und eine direkte Nähe von Verwaltung und Produktion.

Der Umzug der Firmenzentrale zum Beispiel zum Zanders-Gelände sei daher keine Option: „Wenn wir schon gezwungen wären, Verwaltung und Produktion zu trennen, dann könnten wir mit der Zentrale gleich woanders hin gehen. Dorthin, wo wir den Mitarbeitern ein attraktiveres Umfeld bieten könnten und wo es potentiell leichter ist, neue Fachkräfte zu gewinnen”, sagt Krüger.

Luftbild und Ausschnitt aus dem FNP-Entwurf

„Zum Neuborner Busch gibt es keine Alternative”

Daher fiel der Blick auf den benachbarten Neuborner Busch. Der war 2004 beim Bau des Hochregallagers schon einmal beansprucht worden. Damals hatte Willibert Krüger zugesagt, dass es keinen weiteren Eingriff geben werde.

Dabei sei es jedoch um die Fläche hinter dem Hochregallager in Richtung Lückerather Anger gegangen. Eine Expansion in den Neuborner Busch sei damals nicht im Gespräch gewesen, diese Option habe sich jetzt erst entwickelt.

Dokumentation: So beurteilt die Stadtverwaltung die Fläche
Auszug aus dem Entwurf des Flächennutzungsplans (Seiten 96, 97):

„Das Gewerbegebiet Zinkhütte ist insbesondere aufgrund des stetigen Wachstums der Firma Krüger einem laufenden Wandel unterworfen. Inzwischen ist das Firmengelände im maximal möglichen Umfang arrondiert; Potenziale bestehen nur noch in einer Intensivierung (Stapelung) der Nutzung, die aber bei den gegebenen Produktionsstrukturen an enge Grenzen stößt.

Die strategische Standortplanung der Firma Krüger sieht vor, Funktionen, wie Verwaltung und Parken, an einen möglichst nahegelegenen Standort zu verlagern und die frei werdenden Flächen der Produktionsfläche zuzuschlagen.

Unter Beachtung des regionalen Grünzuges bietet sich für die Verlagerung der noch firmennahe Bereich östlich des Hochregallagers beziehungsweise der Firma Rubie’s an. Dort hat der Grünzug eine Ausbuchtung nach Norden; gutachterliche Untersuchungen zeigen die Vertretbarkeit des Landschaftseingriffs auf.

Im Bebauungsplanverfahren ist ein Begrünungskonzept zu erstellen, das insbesondere auf die Biotope eingeht. Es sollen dort auch neue soziale Einrichtungen für das Firmenpersonal (Kita) entstehen. Die Erschließung kann vom Hochregallager über das Firmengelände oder von der Hüttenstraße aus erfolgen.

Im Bebauungsplan zu untersuchen/beachten: 

  • Abstand Quellbereich/Feuchtbiotope/Bach/Wald 
  • CEF-Maßnahmen, Begrünungskonzept und Waldrandgestaltung 
  • Auswirkungen auf das Kleinklima 
  • Auswirkungen auf die Immissionssituation in der Nachbarschaft 
  • Entwässerung Regenwasser 
  • Kompensation für Inanspruchnahme geschützter Böden, Waldausgleich und für die Inanspruchnahme von Lebensraum 
  • Bodenuntersuchung hinsichtlich Schwermetallbelastungen 
  • Auswirkungen der verkehrlichen Erschließung aus Immissionsschutzsicht (Lärm, Luft) 

Einen anderen Weg sieht Marc Krüger jetzt nicht – und er hält die Erweiterung auch unter Umweltaspekten für vertretbar. „Wir werben bei unseren Produkten für Nachhaltigkeit, diese Philosophie wollen wir auch im eigenen Unternehmen leben”, sagt Marc Krüger.

Wie soll das gehen, wenn dafür ein 3,5 Hektar großes Waldstück in einer überregionalen Kaltluftschneise in ein Gewerbegebiet umgewandelt werden soll?

Durch die konsequente Anpassung der Architektur und minimalen Flächenverbrauch, antwortet Krüger. Die Mitarbeiter sollen das Gefühl haben, im Grünen zu arbeiten – aber auch für die Anwohner soll das Gesamtbild akzeptabel sein.

„So wenig wie möglich in die Grünfläche eingreifen”

Krüger präsentiert einen ersten Architektenentwurf, der einen geschwungenen, flachen Bau zeigt (siehe Foto oben). Die Dachflächen sollen begrünt, die Fassaden zum Teil mit Holz verkleidet werden. Die Form und Lage des Gebäudes passe sich dem Gelände, vorhandenen Gewässern und selbst einzelnen besonders bedeutenden Bäumen an, betont Krüger. Das Gebäude solle nicht über die Baumwipfel hinaus ragen.

Klares Ziel sei es bei diesem Konzeptentwurf gewesen, dass man bei einem möglichen Bau so wenig wie möglich in die Grünfläche eingreife.

Links das Hochregallager, rechts der Neuborner Busch, ganz hinten das ehemalige Lübbe-Lager

Verwaltungsgebäude, Parkhaus, Kindergarten

Das Verwaltungsgebäude soll auf einer Fläche gebaut werden, die sich an das Hochregallager anschließt. Im rechten Winkel dazu liegt das ehemalige Lübbe-Lager. Daneben sollen zudem ein Parkhaus und ein kleines Gebäude für einen Kindergarten in freier Trägerschaft entstehen, der auch für andere Betriebe im Gewerbegebiet Zinkhütte nutzbar sei.

Die Baufläche sei noch nicht genau berechnet, es handele sich bisher ja nur um ein Konzept, betont Krüger. Er gehe jedoch davon aus, dass von den 3,5 Hektar (35.000 Quadratmeter) höchstens 5.000 Quadratmeter bebaut werden.

„Auflagen lassen sich erfüllen”

Der Kreis und die Bezirksregierung hatten gefordert, dass das Unternehmen nachweist, dass keine anderen Flächen zur Verfügung stehen, die Fläche auf ein „unabweisbares Maß” beschränkt wird und die  grundlegenden Funktionen des regionalen Grünzugs nicht beeinträchtigt werden. Im Entwurf für den Flächennutzungsplan führt die Stadtverwaltung ebenfalls eine Reihe von Bedingungen auf. 

Zur Sache: Das sagt der FNP-Entwurf zu Natur und Umwelt
Zitate aus dem Steckbrief im FNP-Entwurf, Seite 97:

Beeinträchtigung der Umweltschutzgüter

Schutzwürdigkeit: gesamte Plangebiet als Biotop kartiert; wertvollere Bereiche liegen südlich angrenzend (Quellen, Sümpfe und Bach). Plangebiet ist Teil des Biotopverbundes Eicherbusch-Lerbach wegen der exponierten landschaftsökologischen Position; Gutachten liegt vor; Größtenteils Landschaftsschutzgebiet.

Artenschutz: Nachweise für verschiedene planungsrelevante Arten im Umfeld; Der Schwerpunkt liegt in den Gruppen Fledermäuse und Vögel; Evtl. aufwendige CEF-Maßnahmen (vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen) erforderlich.

Boden: teilweise schutzwürdige Böden; teilweise sumpfig. Wasser: Quelle des Hasselsbaches südöstlich des Plangebietes, quert das Gebiet im Südwesten (Umlegung erfolgte bei Bau des Hochregallagers); mehrere Gräben (teils mit temporärem Wasser) vorhanden Grundwassersituation Grundwasser steht hoch an; kein Wasserschutzgebiet.

Klima/Luft: Klimatop: Siedlungsrand/Waldklima; klimawirksame Funktion (Kaltluftschneise mit überregionaler Bedeutung sowie Kaltluftabfluss von innerstädtischen Freiräumen, Kaltluftzufluss aus der Landschaft, Kaltluftentstehungsgebiet, innerstädtischer Freiraum)

Erholungsfunktion: Im Lärmaktionsplan festgelegtes ruhiges Gebiet, überregionale Wanderwege queren das Gebiet; sehr gut erschlossen, neben Hauptwegen auch viele Trampelpfade für Naherholung vorhanden.

Alles Bedingungen, die Krüger, gestützt auf ein erstes eigenes Umweltgutachten, erfüllen will. Die ersten Signale der Aufsichtsbehörde waren positiv, im Stadtrat hatten sich CDU und SPD für das Vorhaben ausgesprochen.

Das Protokoll der Krüger-Debatte in der Ausschusssitzung finden Sie hier. 

Daher ist Marc Krüger zuversichtlich, das Projekt umsetzen zu können. Am Ende müsse die Stadt Bergisch Gladbach im Sinne des Gemeinwohls entscheiden – und da könne Krüger einiges in die Waagschale legen. Das seien die bestehenden und hinzukommenden Arbeitsplätzen (im Unternehmen selbst wie auch im Umfeld durch Dienstleister und Zulieferer). Und vor allem wachsende Gewerbesteuereinnahmen.

Arbeitsplätze erhalten und ausbauen, Steuereinnahmen erhöhen

Krüger legt die Höhe der Gewerbesteuereinnahmen zwar nach wie vor nicht offen. Er betont jedoch, dass das Unternehmen keinerlei Modelle betreibe, um seine Steuerpflichten in Bergisch Gladbach zu umgehen oder zu verlagern.

Der Unternehmenschef räumt ein, dass ein Unternehmen mitten in der Stadt die Infrastruktur belastet. Und es sei klar, dass mehr Produktion und mehr Mitarbeiter für mehr Verkehr auf der Straße sorgen werden.

Schienentransporte seien zwar mehrfach geprüft worden, doch hätten die Tonnagen dafür nicht ausgereicht. Beim Güterverkehr seien durch interne Optimierung aber große Fortschritte erzielt worden: Verließen im Jahr 2000 noch jeden Tag 210 Lastwagen das Firmengelände, so seien es im vergangenen Jahr nur noch 119 gewesen. Eine Reduktion, die durch das Hochregallager möglich wurde, weil seither keine Umfahrten zu Außenlagern nötig sind.

Übrigens: Eine Anbindung des Industriegebiets über den Bahndamm würde Krüger zwar „sehr begrüßen”. Das sei für die Ausbaupläne aber keine Voraussetzung.

Eine emotionale Entscheidung über den Standort

Krüger habe intern seine Hausaufgaben erledigt und die Weichen gestellt. Mit den ersten Diskussionen über den neuen Flächennutzungsplan der Stadt sei klar geworden, dass die Familienfirma öffentlich Farbe bekennen müsse, ob es Bergisch Gladbach die Treue hält.

Das sei keine sachliche, sondern eine emotionale Frage und eindeutig mit „Ja” beantwortet worden, sagt Marc Krüger: „Wir sind Bergisch Gladbacher, das Unternehmen ist hier groß geworden – wir kämpfen darum, hier bleiben zu dürfen.”

Jetzt muss sich die Stadt entscheiden. 

Weitere Beiträge zum Neuborner Busch:

Kreis und Bezirk knüpfen Krüger-Erweiterung an Auflagen

Neuborner Busch: BI wehrt sich gegen Krüger-Pläne

Krüger will weiter wachsen – in Bergisch Gladbach

Weitere Beiträge zum Unternehmen Krüger:

Krüger setzt auf die Kapsel

Zur Sache: Krüger GmbH & Co. KG

Zur Person: Marc (und Willibert) Krüger

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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12 Kommentare

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  1. Sehr geehrter Herr Humbach, bitte schauen Sie mal in den Hintergrundartikel zu den Eigentumsverhältnissen bei Krüger, der in dem Beitrag oben verlinkt ist. In Kurzform: „Krüger-Gruppe“ ist mit der die Krüger GmbH & Co. KG identisch. Das Unternehmen gehört seit seiner Gründung durch Willibert Krüger zur Hälfte Pfeifer & Langen.

  2. Es ist die Heimlichtuerei die stört. Unsere Stadt die unser Eigentum verwaltet will unseren Besitz veräußern. Da kann man doch erwarten, dass mit offenen Karten gespielt wird. Zum anderen, was kann eine seriöse Firma für Gründe haben die Geschäftszahlen nicht zu veröffentlichen. Wer will überhaupt kaufen. Ist es Herr Krüger, die Krüger Gmbh & Co, Kg, Kg oder die Krüger Gruppe. Vielleicht ist es aber auch Krüger im Verbund mit Pfeifer und Langen. Wie es auch immer sein wird, unser Eigentum soll unter den Hammer und da hat die Stadt eine ehrliche Informationspflicht gegenüber den Bürgern. Also Herr Bürgermeister, Hemd und Hose runter.

  3. Der Neuborner Busch ist Bürgerland. Die Stadt ist der Verwalter. Nun, jeder der eine Jacke oder Hose kauft prüft die Qualität der Ware. Die Stadt will den Wünschen der Krüger Gruppe nachgeben also muss sie, wenn sie redlich vorgeht die erhoffte Gewerbesteuer durch ausreichende Informationen absichern. Doch zum einen geizt die Krüger-Gruppe mit diesen und zum anderem lässt sich auch diese Steuer abhängig vom Geschäftsverlauf platt rechnen. Sicherheit muss her. Wer so oft von der Verbundenheit mit der Stadt Berg. Gladbach spricht ist geradezu zu Offenheit verpflichtet , wenn ihm das Wohl der Bevölkerung nicht Gleichgültig ist.
    Günther Humbach

  4. Nichts richtet die Natur und Umwelt so sicher zugrunde als Macht und Raffgier. Kein Lebewesen außer dem Homo-Sapiens ist zu so einer Missachtung der Schöpfung fähig.
    Günther Humbach

    Nichts richtet so sicher die Natur zugrunde als Macht- und Raffgier. Kein Lebewesen ist zu so einer Missachtung der Schöpfung fähig außer dem Homo- Sapiens.

  5. Hurra!! Krüger hat 3 Bäume pflanzen lassen, hinter einem 2m hohen preußischen Eisengitterzaun! Wie schön für die Gladbacher Bürger!?
    Man merkt es zu deutlich- Krüger will sein Image verbessern und pflanzt 3 elegante Bäume, die von ihrer Art überhaupt nicht zum Neuborner Busch passen!
    Ständig hebt Herr Krüger , einer der beiden Geschäftsführer der Pfeifer und Langen Holding,die Glasfassade seiner Rösterei hervor- aber kein Bürger kann reinschauen, weil er einen hohen Eisengitter-Zaun weitherum bauen lässt.
    Krüger hat den Neuborner Busch durch sein Hochregallager bereits 2003 um 35.000qm zerstört und den Hasselbach verlegen lassen.
    2o17 stellt der Konzern einen neuen Antrag und will weitere 41.000 qm Waldfläche für eine Verwaltungszentrale abholzen lassen und den Hasselbach erneut verlegen lassen: das geht den Bürgern zu weit und sie protestieren massiv dagegen, weil Krüger ausreichend eigene Flächen an der Zinkhütte hat, auf denen er ein Verwaltungshochhaus locker bauen könnte!
    Bürgerinitiative “ Rettet den Neuborner Busch“.

  6. Wo gibt es denn so was. Landschaftsschutz auf Vorrat kaufen. Lt. städtischer Satzung ist festgeschrieben, dass erworbenes Bürgerland innerhalb 2Jahren bebaut werden muss. Die Verschlossenheit des Unternehmens sollte zu denken geben. Wer das Gemeinwohl schädigen will, anders kann man wohl das Zubetonieren von Landschaftsschutz nicht nennen, sollte von verantwortungsbewussten Behörden die rote Karte bekommen.

    Günther Humbach

  7. Krüger (…). Und mit dem Wissen glaubt man alles machen zu können, ohne Rücksicht auf Verluste. So ist es leider immer schon gewesen. Und solange unser Stadtrat so ist wie er ist wird Krüger auch alles bekommen was er will. Arme Natur…

    Hinweis der Redaktion: Pauschale Beschuldigungen von Personen oder Unternehmen ohne Belege werden hier nicht geduldet. Daher haben wir den Kommentar bearbeitet.

  8. Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung und grenzenloses Wachstum?

    https://in-gl.de/2017/01/18/krueger-gesellschaftsverantwortung-und-grenzenloses-wachstum/

    Krüger, Assoziation Willibert, ein heimisches und ortsansässiges Unternehmen, gewachsen mit einem solchen Geschäftserfolg, da meint man als Bürger dieser Stadt als erstes, da kann man nur stolz drauf sein.
    Man nimmt als Bürger den Wachstumspfad des Unternehmens zunächst einfach in Kauf, ohne es zu hinterfragen und wirklich richtig zu realisieren mit seinen Auswirkungen, dass Gebäude errichtet werden in bisher nicht bekannten Dimensionen. Man nimmt in Kauf, dass sich das Verkehrsaufkommen weit über die Belastungsgrenzen entwickelt und der Bahnanschluss gekappt wird. Man nimmt in Kauf, das am Naherholungsgebiet, am Waldrand, im umgewidmeten Naturschutzgebiet zu Lasten der dokumentierten Kaltluftschneise diese Flächen bereitgestellt werden und das schnellstmöglich und problemlos. Das Wachstum am Ort, direkt neben dem bisherigen Standort sollte gelingen, der Krüger von nebenan. Arbeitsplätze und Steueraufkommen, vielleicht auch einige Spenden und soziales Engagement des Unternehmens winken als Belohnung dafür. So weit, so geschehen, so gut oder so schlecht.
    Plötzlich spielt die Firma Krüger in einer anderen Liga, ein Großunternehmen, schon immer mit dem Zuckerkonzern Pfeifer & Langen (P&L) unterwegs, ein „Global Player“, Milliardenumsätze, für viele Bürger dieser Stadt völlig überraschend. Diese andere Liga in der das Unternehmen jetzt spielt, erfordert es, dass man sich als Unternehmen neuen, anderen Fragen stellen muss.
    Dabei geht es weniger um die Fragen der bisherigen Wachstumsfolgen am Ort, wie z.B. gehört ein Naturschutzgebiet umgewandelt in Gewerbegebiet, um den Standort zu sichern oder gehören solche Gebäudekomplexe an ein Naherholungsgebiet in den Wald gebaut oder sind die Produktionsgerüche im Milchborntal, durch die Hardt bis Moitzfeld angemessen und zumutbar, wie haben sich die Arbeitsplätze entwickelt, wie die übrige Belastung am Ort, die gesamte Infrastruktur, wie die Steuerquote für die Stadt und wie sieht das soziale Engagement des Unternehmens aus. Es ist höchste Zeit Bilanz zu ziehen.
    Wer als Gladbacher Bürger die Firma Krüger in Bergisch Gladbach vor Augen hat, der sollte mal diesen link des Unternehmens benutzen:

    https://www.krueger-unternehmen.de/de/standort

    Mit dem Geschäftsmodell der Firma scheint ein großer Flächenverbrauch einherzugehen, zumindest vermitteln die Bilder des firmeneigenen Internetauftritts mir diesen Eindruck.
    Die Fragen die sich bei dieser Größe des Unternehmens jetzt stellen bewegen sich mit Sicherheit nicht im Bereich der Finanzierung dieses Wachstums, der operativen Umsetzung der jeweils standortbezogenen Maßnahmen für dieses Wachstum, es geht auch nicht um die Sicherstellung von Produktqualität, Mitarbeiterzufriedenheit, Vertriebserfolg und Kundenzufriedenheit, sondern ganz speziell und besonders geht es um die Corporate Social Responsibility (CSR), zu Deutsch, Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung oder auch unternehmerische Sozialverantwortung genannt.
    Und da gibt es weitere Fragen.
    Wenn ich mit meinem Unternehmen mit den Wurzeln in einem innerstädtischen Industriegebiet liege, dann stellt sich mir auf dem mir bekannten Wachstumspfad unweigerlich die Frage nach den Grenzen des Wachstums am Gründungsstandort. Hier setzt der freiwillige Beitrag des Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung an. Es genügt bei einem „Global Player“ nicht mehr durch grüne Optik kaschieren zu wollen, was tatsächlich angerichtet wird am Ort, welche Lasten zu tragen sind, hier hilft nur die Realität.

    Das Verkehrsnetz ist heute schon überlastet und nicht tragfähig für mehr Verkehrsaufkommen. Der geplante Neubau durch die Firma Krüger im Neuborner Busch, also die Rodung eines Waldes der im Biotopkataster des Landes aufgeführt ist, der trifft eine der wichtigsten regionalen Frischluftschneisen genau in ihrem Nadelöhr. Bereits durch vorherige Erweiterungen des Unternehmens Krüger ist diese Stelle des Frischluftkorridors erst zum Nadelöhr geworden. Es ist der überregionale Grünzugverbund bis hin zu den Kölner Grüngürteln. Hier wird Köln mit Frischluft versorgt. Wie eine Verwaltung die Fläche im Neuborner Busch als Arrondierung des Gewerbegebietes Zinkhütte bezeichnen kann, das bleibt ihr Geheimnis. Dabei ist schon fast unerheblich, auf welche Weise diese Fläche Neuborner Busch in den FNP gelangt ist.

    Für wen oder was soll dieser Schaden angerichtet werden? Hier muss zwingend neu gedacht werden, neu gedacht mit dem Wissen eines „Global Players“, mit dem Wissen zu Klima, Umwelt und nachhaltigem wirtschaften.
    Anstatt am Gründungsstandort von der Politik und von den Bürgern unmögliches, nicht verantwortbares und nicht leistbares zu verlangen, etwas zu erwarten, was deutlich über das Zumutbare hinaus geht und vor allen Dingen dem heutigen Wissensstand widerspricht, stattdessen sollte sich die Firma Krüger als Gladbacher Vorzeigeunternehmen durch nachhaltiges wirtschaftliches Handeln beweisen.

    Wie hervorragend könnte ein solches Unternehmen glaubhafter Botschafter unserer Stadt Bergisch Gladbach sein, der drittgrößten Stadt im Grünen. Nachhaltiges Wirtschaften ist kein Teufelswerk, aber nach allem was wir heute wissen, sollten wir bei einem „Global Player“ die Frage nach der CO²-Bilanz sowohl für die Produkte als auch für das gesamten Unternehmen stellen und beantworten. Das hat auch selbstverständlich Änderungen zur Folge, es gibt aber auch neue Orientierung und kann das Unternehmen in eine Wettbewerbssituation bringen mit „Uniqueness“ in seinem Markt.
    Jedenfalls wünschen sich die Bürger ein gemäßigtes Wachstum, den Erhalt ihrer Lebensqualität am Ort, so wenig Flächenverbrauch wie möglich und das alles basierend auf aktuellen Erkenntnissen und dem heutigen Wissensstand. Auch sind die Bürger bereit entgegen aller Erwartungen aus Politik und Verwaltung für diese ihre Wünsche weiterhin nachdrücklich einzutreten. Die Bürger drohen nicht mit Abwandern, sie werden bleiben.

  9. Pfeifer & Langen ist seit der Gründung von Krüger durch Willibert Krüger zu 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, daran hat sich nichts geändert. (in-gl.de/2013/11/06/zur-sache-krueger-gmbh-co-kg/)

    Der Umsatz betrug bereits 2013 1,92 Mrd. Euro, danach wurden keine konkreten Angaben mehr gemacht, er liegt laut Marc Krüger derzeit bei knapp 2 Mrd. Euro.

    Die Investitionssummen beziffert Krüger nicht exakt, sondern spricht bei von einer niedrigen dreistelligen Millionensumme, bezogen auf die vergangenen fünf Jahre.

    Den Antrag von Marc Krüger zum FNP hat das Bürgerportal dokumentiert, aber in der von der Stadtverwaltung geschwärzten Fassung. (https://in-gl.de/2017/09/20/krueger-will-weiter-wachsen-in-bergisch-gladbach/)

    Dass Krüger die verfügbaren Flächen innerhalb der Zinkhütte für Produktionszwecke reservieren will ist Inhalt des Gesprächs. Die Redaktion

  10. Das ist doch weltweit immer das gleiche Spiel:
    Urbach, Krüger, Hinterecker und deren Kinder werden auch noch merken, wenn alles betoniert ist, dass man Geld nicht fressen kann.
    Grüss Gott

  11. Die Ausführungen von Marc Krüger müssen an mehreren Stellen korrigiert werden!
    Das MANAGER MAGAZIN stellt in seiner aktuellen Ausgabe Januar 2018 auf 5 Seiten die Zuckerbarone im Rheinland , PFEIFER & LANGEN KG, vor: demnach ist KRÜGER seit Jahren nicht mehr ein Gladbacher Familienunternehmen sondern 50% der Krüger GmbH sind im Besitz der 105 Eigentümer von P&L , mit Firmensitz in Köln Weiden an der Aachenerstrasse.
    Die Krüger Gruppe hat ihren Umsatz von 2010 bis 2016 von 1,3 Milliarden auf 1,5 Milliarden gesteigert.
    In den Jahren 2007 bis 2017 haben Krüger und P&L an der Zinkhütte alle verfügbaren Flächen aufgekauft und 155 Mio am Standort Zinkhütte investiert: zunächst 55 Mio in das Hochregallager im Lückerather Wald und seit 2014 weitere 100 Mio in die vollautomatische Kaffeerösterei und Aluminium- Kapselproduktion ( Quelle: Antrag von M.Krüger zum FNP, im Bürgerportal). In 2018/ 19 investiert die Holding weitere 25 Mio in eine automatische Kapselproduktion.
    Diese Summen zeigen deutlich , wie massiv Krüger und P&L in den letzten Jahren in eine vollautomatische Serienproduktion mit relativ wenigen Arbeitsplätzen ( bezogen auf die Investitionssumme) investiert hat.
    Für diese Investitionen wurden alle freien Flächen an der Senefelderstrasse aufgekauft und für Produktionsanlagen bis weit in 2018 und 2019 verplant. Nach dieser strategischen Flächenverknappung fordert der Konzern jetzt von der Stadt 40.000 qm für einen Verwaltungsbau mit Parkhaus im Neuborner Wald . Zum Zeitpunkt seiner Antragstellung hat Krüger aber 2018 noch 35.000qm freie, unbebaute Flächen an der Senefelderstrasse , die
    ebenfalls für ein modernes Verwaltungshochhaus geeignet wären; gegenüber hat Krüger mit weiteren 15.000 qm den ehemaligen Gleiskopf mit Rangierflächen gekauft, die für ein Parkhaus bestens geeignet wären!
    Aber nein , hier hat Krüger bereits einen Bebauungsplan für 2018/19. (Quelle: Krüger Erweiterungskonzept vom Makler P. Hinterecker, 01.02. 2017).
    Krüger möchte exclusiv und repräsentativ im Wald bauen und weder Verwaltung noch Stadtrat prüfen mögliche Alternativen an der Zinkhütte oder im näheren Stadtgebiet ( Gohrmühle, Wachendorff-Gelände). Die Bürgerinitiative hofft nun aber auf die Aufsichtsbehörde ! Die Bezirksregierung in Köln hat längs das strategische Flächenspiel des Krüger Konzern durchschaut und verlangt a.eine sorgfältige Prüfung von alternativen Bauflächen und b. eine Beschränkung der bebauten Fläche auf ein „unabweisbares Maß“.
    Damit kommt nur ein modernes Hochhaus in Frage und dafür gibt es 4 alternative Bauflächen in unserer Stadt – und nicht im Lückerather Wald.

  12. Wenn ein Unternehmen, dem ein erheblicher Einschnitt in den Landschaftsschutz vor einigen Jahren erlaubt wurde das auf die beschriebene Weise wiederholen will, so sollte es mindestens mit offenen Karten spielen. Die Ablehnung Zahlen zu nennen, die helfen würden, das Unternehmen zu beurteilen, schafft kein vertrauen. Der Neuborner Busch soll in 3 – 5 Jahren sehr moderat, umweltschonend und menschenfreundlich bebaut werden. Ob Marc Krüger das noch in 3 – 5 Jahren weiß?

    Alle freien Flächen sind für weitere Produktionsstätten reserviert. Ob die in 3 – 5 Jahren noch benötigt werden?

    Große Parkflächen von Krüger könnten intelligent mit Parkhäusern + Büros gebaut werden. Ist dem Unternehmen der Wohlfühlcharakter der Mitarbeiter wirklich so wichtig, dass lieber 3,5 ha Wald abgeholzt werden, eine Frischluftschneise verbaut wird und dieses Areal für die Mitmenschen nicht mehr begehbar ist? Außerdem stehen etliche qm früher dort ansässiger Firmen lehr. Kann man die nicht erwerben statt immer mehr Bäume abzuholzen?

    Ich kann den Aussagen von Krüger, die nur dann zu vernehmen sind, wenn es um scheinbar positive Auswirkungen der Abholzung geht, nicht vertrauen.