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Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de. Twitter: @gwatzlawek

6 Kommentare zu “Warum Krüger im Neuborner Busch bauen will”

  1. Helmer

    Krüger (…). Und mit dem Wissen glaubt man alles machen zu können, ohne Rücksicht auf Verluste. So ist es leider immer schon gewesen. Und solange unser Stadtrat so ist wie er ist wird Krüger auch alles bekommen was er will. Arme Natur…

    Hinweis der Redaktion: Pauschale Beschuldigungen von Personen oder Unternehmen ohne Belege werden hier nicht geduldet. Daher haben wir den Kommentar bearbeitet.

  2. Lothar Eschbach

    Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung und grenzenloses Wachstum?

    https://in-gl.de/2017/01/18/krueger-gesellschaftsverantwortung-und-grenzenloses-wachstum/

    Krüger, Assoziation Willibert, ein heimisches und ortsansässiges Unternehmen, gewachsen mit einem solchen Geschäftserfolg, da meint man als Bürger dieser Stadt als erstes, da kann man nur stolz drauf sein.
    Man nimmt als Bürger den Wachstumspfad des Unternehmens zunächst einfach in Kauf, ohne es zu hinterfragen und wirklich richtig zu realisieren mit seinen Auswirkungen, dass Gebäude errichtet werden in bisher nicht bekannten Dimensionen. Man nimmt in Kauf, dass sich das Verkehrsaufkommen weit über die Belastungsgrenzen entwickelt und der Bahnanschluss gekappt wird. Man nimmt in Kauf, das am Naherholungsgebiet, am Waldrand, im umgewidmeten Naturschutzgebiet zu Lasten der dokumentierten Kaltluftschneise diese Flächen bereitgestellt werden und das schnellstmöglich und problemlos. Das Wachstum am Ort, direkt neben dem bisherigen Standort sollte gelingen, der Krüger von nebenan. Arbeitsplätze und Steueraufkommen, vielleicht auch einige Spenden und soziales Engagement des Unternehmens winken als Belohnung dafür. So weit, so geschehen, so gut oder so schlecht.
    Plötzlich spielt die Firma Krüger in einer anderen Liga, ein Großunternehmen, schon immer mit dem Zuckerkonzern Pfeifer & Langen (P&L) unterwegs, ein „Global Player“, Milliardenumsätze, für viele Bürger dieser Stadt völlig überraschend. Diese andere Liga in der das Unternehmen jetzt spielt, erfordert es, dass man sich als Unternehmen neuen, anderen Fragen stellen muss.
    Dabei geht es weniger um die Fragen der bisherigen Wachstumsfolgen am Ort, wie z.B. gehört ein Naturschutzgebiet umgewandelt in Gewerbegebiet, um den Standort zu sichern oder gehören solche Gebäudekomplexe an ein Naherholungsgebiet in den Wald gebaut oder sind die Produktionsgerüche im Milchborntal, durch die Hardt bis Moitzfeld angemessen und zumutbar, wie haben sich die Arbeitsplätze entwickelt, wie die übrige Belastung am Ort, die gesamte Infrastruktur, wie die Steuerquote für die Stadt und wie sieht das soziale Engagement des Unternehmens aus. Es ist höchste Zeit Bilanz zu ziehen.
    Wer als Gladbacher Bürger die Firma Krüger in Bergisch Gladbach vor Augen hat, der sollte mal diesen link des Unternehmens benutzen:

    https://www.krueger-unternehmen.de/de/standort

    Mit dem Geschäftsmodell der Firma scheint ein großer Flächenverbrauch einherzugehen, zumindest vermitteln die Bilder des firmeneigenen Internetauftritts mir diesen Eindruck.
    Die Fragen die sich bei dieser Größe des Unternehmens jetzt stellen bewegen sich mit Sicherheit nicht im Bereich der Finanzierung dieses Wachstums, der operativen Umsetzung der jeweils standortbezogenen Maßnahmen für dieses Wachstum, es geht auch nicht um die Sicherstellung von Produktqualität, Mitarbeiterzufriedenheit, Vertriebserfolg und Kundenzufriedenheit, sondern ganz speziell und besonders geht es um die Corporate Social Responsibility (CSR), zu Deutsch, Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung oder auch unternehmerische Sozialverantwortung genannt.
    Und da gibt es weitere Fragen.
    Wenn ich mit meinem Unternehmen mit den Wurzeln in einem innerstädtischen Industriegebiet liege, dann stellt sich mir auf dem mir bekannten Wachstumspfad unweigerlich die Frage nach den Grenzen des Wachstums am Gründungsstandort. Hier setzt der freiwillige Beitrag des Unternehmens zu einer nachhaltigen Entwicklung an. Es genügt bei einem „Global Player“ nicht mehr durch grüne Optik kaschieren zu wollen, was tatsächlich angerichtet wird am Ort, welche Lasten zu tragen sind, hier hilft nur die Realität.

    Das Verkehrsnetz ist heute schon überlastet und nicht tragfähig für mehr Verkehrsaufkommen. Der geplante Neubau durch die Firma Krüger im Neuborner Busch, also die Rodung eines Waldes der im Biotopkataster des Landes aufgeführt ist, der trifft eine der wichtigsten regionalen Frischluftschneisen genau in ihrem Nadelöhr. Bereits durch vorherige Erweiterungen des Unternehmens Krüger ist diese Stelle des Frischluftkorridors erst zum Nadelöhr geworden. Es ist der überregionale Grünzugverbund bis hin zu den Kölner Grüngürteln. Hier wird Köln mit Frischluft versorgt. Wie eine Verwaltung die Fläche im Neuborner Busch als Arrondierung des Gewerbegebietes Zinkhütte bezeichnen kann, das bleibt ihr Geheimnis. Dabei ist schon fast unerheblich, auf welche Weise diese Fläche Neuborner Busch in den FNP gelangt ist.

    Für wen oder was soll dieser Schaden angerichtet werden? Hier muss zwingend neu gedacht werden, neu gedacht mit dem Wissen eines „Global Players“, mit dem Wissen zu Klima, Umwelt und nachhaltigem wirtschaften.
    Anstatt am Gründungsstandort von der Politik und von den Bürgern unmögliches, nicht verantwortbares und nicht leistbares zu verlangen, etwas zu erwarten, was deutlich über das Zumutbare hinaus geht und vor allen Dingen dem heutigen Wissensstand widerspricht, stattdessen sollte sich die Firma Krüger als Gladbacher Vorzeigeunternehmen durch nachhaltiges wirtschaftliches Handeln beweisen.

    Wie hervorragend könnte ein solches Unternehmen glaubhafter Botschafter unserer Stadt Bergisch Gladbach sein, der drittgrößten Stadt im Grünen. Nachhaltiges Wirtschaften ist kein Teufelswerk, aber nach allem was wir heute wissen, sollten wir bei einem „Global Player“ die Frage nach der CO²-Bilanz sowohl für die Produkte als auch für das gesamten Unternehmen stellen und beantworten. Das hat auch selbstverständlich Änderungen zur Folge, es gibt aber auch neue Orientierung und kann das Unternehmen in eine Wettbewerbssituation bringen mit „Uniqueness“ in seinem Markt.
    Jedenfalls wünschen sich die Bürger ein gemäßigtes Wachstum, den Erhalt ihrer Lebensqualität am Ort, so wenig Flächenverbrauch wie möglich und das alles basierend auf aktuellen Erkenntnissen und dem heutigen Wissensstand. Auch sind die Bürger bereit entgegen aller Erwartungen aus Politik und Verwaltung für diese ihre Wünsche weiterhin nachdrücklich einzutreten. Die Bürger drohen nicht mit Abwandern, sie werden bleiben.

  3. Huusmeister

    Pfeifer & Langen ist seit der Gründung von Krüger durch Willibert Krüger zu 50 Prozent an dem Unternehmen beteiligt, daran hat sich nichts geändert. (in-gl.de/2013/11/06/zur-sache-krueger-gmbh-co-kg/)

    Der Umsatz betrug bereits 2013 1,92 Mrd. Euro, danach wurden keine konkreten Angaben mehr gemacht, er liegt laut Marc Krüger derzeit bei knapp 2 Mrd. Euro.

    Die Investitionssummen beziffert Krüger nicht exakt, sondern spricht bei von einer niedrigen dreistelligen Millionensumme, bezogen auf die vergangenen fünf Jahre.

    Den Antrag von Marc Krüger zum FNP hat das Bürgerportal dokumentiert, aber in der von der Stadtverwaltung geschwärzten Fassung. (https://in-gl.de/2017/09/20/krueger-will-weiter-wachsen-in-bergisch-gladbach/)

    Dass Krüger die verfügbaren Flächen innerhalb der Zinkhütte für Produktionszwecke reservieren will ist Inhalt des Gesprächs. Die Redaktion

  4. Wehrhafter Bürger

    Das ist doch weltweit immer das gleiche Spiel:
    Urbach, Krüger, Hinterecker und deren Kinder werden auch noch merken, wenn alles betoniert ist, dass man Geld nicht fressen kann.
    Grüss Gott

  5. Schmitz,Rolf-Albert

    Die Ausführungen von Marc Krüger müssen an mehreren Stellen korrigiert werden!
    Das MANAGER MAGAZIN stellt in seiner aktuellen Ausgabe Januar 2018 auf 5 Seiten die Zuckerbarone im Rheinland , PFEIFER & LANGEN KG, vor: demnach ist KRÜGER seit Jahren nicht mehr ein Gladbacher Familienunternehmen sondern 50% der Krüger GmbH sind im Besitz der 105 Eigentümer von P&L , mit Firmensitz in Köln Weiden an der Aachenerstrasse.
    Die Krüger Gruppe hat ihren Umsatz von 2010 bis 2016 von 1,3 Milliarden auf 1,5 Milliarden gesteigert.
    In den Jahren 2007 bis 2017 haben Krüger und P&L an der Zinkhütte alle verfügbaren Flächen aufgekauft und 155 Mio am Standort Zinkhütte investiert: zunächst 55 Mio in das Hochregallager im Lückerather Wald und seit 2014 weitere 100 Mio in die vollautomatische Kaffeerösterei und Aluminium- Kapselproduktion ( Quelle: Antrag von M.Krüger zum FNP, im Bürgerportal). In 2018/ 19 investiert die Holding weitere 25 Mio in eine automatische Kapselproduktion.
    Diese Summen zeigen deutlich , wie massiv Krüger und P&L in den letzten Jahren in eine vollautomatische Serienproduktion mit relativ wenigen Arbeitsplätzen ( bezogen auf die Investitionssumme) investiert hat.
    Für diese Investitionen wurden alle freien Flächen an der Senefelderstrasse aufgekauft und für Produktionsanlagen bis weit in 2018 und 2019 verplant. Nach dieser strategischen Flächenverknappung fordert der Konzern jetzt von der Stadt 40.000 qm für einen Verwaltungsbau mit Parkhaus im Neuborner Wald . Zum Zeitpunkt seiner Antragstellung hat Krüger aber 2018 noch 35.000qm freie, unbebaute Flächen an der Senefelderstrasse , die
    ebenfalls für ein modernes Verwaltungshochhaus geeignet wären; gegenüber hat Krüger mit weiteren 15.000 qm den ehemaligen Gleiskopf mit Rangierflächen gekauft, die für ein Parkhaus bestens geeignet wären!
    Aber nein , hier hat Krüger bereits einen Bebauungsplan für 2018/19. (Quelle: Krüger Erweiterungskonzept vom Makler P. Hinterecker, 01.02. 2017).
    Krüger möchte exclusiv und repräsentativ im Wald bauen und weder Verwaltung noch Stadtrat prüfen mögliche Alternativen an der Zinkhütte oder im näheren Stadtgebiet ( Gohrmühle, Wachendorff-Gelände). Die Bürgerinitiative hofft nun aber auf die Aufsichtsbehörde ! Die Bezirksregierung in Köln hat längs das strategische Flächenspiel des Krüger Konzern durchschaut und verlangt a.eine sorgfältige Prüfung von alternativen Bauflächen und b. eine Beschränkung der bebauten Fläche auf ein “unabweisbares Maß”.
    Damit kommt nur ein modernes Hochhaus in Frage und dafür gibt es 4 alternative Bauflächen in unserer Stadt – und nicht im Lückerather Wald.

  6. Rolf Havermann

    Wenn ein Unternehmen, dem ein erheblicher Einschnitt in den Landschaftsschutz vor einigen Jahren erlaubt wurde das auf die beschriebene Weise wiederholen will, so sollte es mindestens mit offenen Karten spielen. Die Ablehnung Zahlen zu nennen, die helfen würden, das Unternehmen zu beurteilen, schafft kein vertrauen. Der Neuborner Busch soll in 3 – 5 Jahren sehr moderat, umweltschonend und menschenfreundlich bebaut werden. Ob Marc Krüger das noch in 3 – 5 Jahren weiß?

    Alle freien Flächen sind für weitere Produktionsstätten reserviert. Ob die in 3 – 5 Jahren noch benötigt werden?

    Große Parkflächen von Krüger könnten intelligent mit Parkhäusern + Büros gebaut werden. Ist dem Unternehmen der Wohlfühlcharakter der Mitarbeiter wirklich so wichtig, dass lieber 3,5 ha Wald abgeholzt werden, eine Frischluftschneise verbaut wird und dieses Areal für die Mitmenschen nicht mehr begehbar ist? Außerdem stehen etliche qm früher dort ansässiger Firmen lehr. Kann man die nicht erwerben statt immer mehr Bäume abzuholzen?

    Ich kann den Aussagen von Krüger, die nur dann zu vernehmen sind, wenn es um scheinbar positive Auswirkungen der Abholzung geht, nicht vertrauen.

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