Der Rheinisch-Bergische Kreis schneidet beim Vergleich der Lebensqualität in NRW sehr gut ab, landet aber bundesweit nur im Mittelfeld. Ausgerechnet in der Kategorie „Freizeit & Natur” verliert der Landkreis viele wichtige Punkte.

Das ZDF hat eine großangelegte Studie unter dem Titel „Wo lebt es sich am besten” beim Prognos-Institut in Auftrag gegeben, um die Lebensqualität in  Deutschlands 401 Städte und Kreisen vergleichbar zu machen. Maximal 300 Punkte waren je Kreis/Stadt zu vergeben, die Metropole München kommt mit 207 Punkten auf Platz ein, sehr knapp vor Heidelberg und dem Landkreis Starnberg.

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Mittelmaß im Bund, Spitze in NRW

Der Rheinisch-Bergische Kreis fällt dahinter mit 171 Punkten weit zurück und landet im bundesweiten Vergleich nur auf Rang 161. Immerhin, innerhalb von NRW kommt RheinBerg auf Platz vier, hinter Münster, Düsseldorf und Bonn. 

Unter den Landkreisen ist RheinBerg damit sogar die Nummer 1 an Rhein und Ruhr, wie die Kreis-CDU in einer Mitteilung herausstellt: „Dass wir so weit vorne liegen, ist ein hervorragendes Zeugnis, auf das wir alle im Rheinisch-Bergischen Kreis stolz sein können“, sagt der Kreisvorsitzende Rainer Deppe.

Stark in der Wirtschaft, schwach in der Kultur

Besonders gut schneidet der Kreis im Bereich „Arbeit und Wohnen” ab, hier kommt er mit 67,7 von 100 Punkten bundesweit auf Rang 30. Hier schlägt die starke Kaufkraft, die hohe Zahl der Arbeitsstunden je Beschäftigten und die niedrige Schulabbrecherquote positiv zu Buche. Punktabzug gibt es bei der Beschäftigungsquote von Frauen.

Hinweis der Redaktion: Die Details dokumentieren wir unten

In der Kategorie „Gesundheit und Sicherheit” erreicht RheinBerg mit 64 von 100 Punkten Rand 58. Vorteile hier sind die hohe Lebenserwartung, die hohe Krankenhausdichte und die niedrige Zahl von Gewaltverbrechen. 10 von 10 Punkten gibt es für ein niedriges Müllaufkommen. Dagegen sorgen relativ viele Raucher und Übergewichtige, aber auch hohe Stickstoffdioxid-Werte, für Punktverluste.

Sehr schlecht schneidet der Kreis ausgerechnet in der Kategorie „Freizeit und Natur” ab. 39 von 100 Punkten bedeuten hier nur Rang 375 unter allen 401 Kandidaten. Zwar kann RheinBerg mit vielen Waldflächen punkten, bietet aber nur wenige Erholungsflächen und „naturnähere Flächen”. 

Aber auch bei der Bar- und Restaurantdichte (5 von 10 Punkten), der Zahl der Bibliotheken (4) und der Studenten (3) sowie bei der Ganztagsbetreuung für Kleinkinder (3) verliert RheinBerg viele Punkte. Sehr schlecht sieht es im Bereich Kultur aus: bei der Produktion und beim Besuch von klassischen Kulturveranstaltungen gibt es jeweils nur einen von zehn Punkten. 

Dokumentation: Die Lebensqualität in RheinBerg im Detail

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  1. Und den Bahndamm nicht vergessen. Die von einigen Leuten gewünschte Straße dort würde den Erholungswert der Saaler Mühle sicher nicht positiv beeinflussen. Aber nachher will’s wieder keiner erkannt haben…

  2. Nun haben wir es also schwarz auf weiß: In der Rangfolge der 401 Städte und Kreise landet der Rheinisch-Bergische Kreis in der Kategorie Freizeit und Natur nur auf Rang 375. Wie sähe erst das Ergebnis aus, wenn man das Stadtgebiet Bergisch Gladbach isoliert betrachtet hätte? Schon im Kreis beträgt der Anteil der Erholungsfläche je Einwohner nur die Hälfte des Bundesdurchschnitts, hinsichtlich des Anteils naturnäherer Flächen an der Gesamtfläche nur ein Viertel des Bundesdurchschnitts. Noch empfinden wir unsere Stadt als lebenswert und grün. Dieses Gefühl ist jedoch in großer Gefahr, wenn hier weitere Naturflächen zerstört werden, wie es der Entwurf des Flächennutzungsplanes vorsieht.