Der Konrad-Adenauer-Platz mit Mühlrad und Waffeleisen im Zentrum. Foto: Bergisch Schön

Kurzfristig kündigt die Stadtverwaltung die Sanierung der roten Pflastersteine auf dem Marktplatz an. Schon ab Montag werde das alte „Mühlrad” repariert. Eine Debatte oder gar einen politischen Beschluss über diese überfällig Maßnahme gab es nicht.

Von der alten Pflasterung der Innenstadt sind nur noch die Steine auf dem Konrad-Adenauer-Platz übrig geblieben – und die sind in einem bedauernswerten Zustand: Lückenhaft und locker. 

Doch jetzt soll der Marktplatz saniert werden: nicht durch die Verlegung grauer Platten wie in der der Fußgängerzone, sondern durch die fachmännische Reparatur der roten Steine. Dabei soll auch das „Mühlrad” in der Pflasterung wieder sichtbar werden.

Was hat es mit dem Mühlrad auf sich? (bitte anklicken)
Das „Mühlrad“ auf dem Konrad-Adenauer-Platz ist am besten zu erkennen aus der Vogelperspektive. Rote Klinkersteine, verlegt in „Speichen“ und „Reifen“, durchziehen den Platz in Längs- und Kreisbahnen – ein Muster im Pflaster mit dem Brunnen als „Schöpfsieb“ in der Mitte. Dargestellt werden soll damit die Tradition der Mühlen- und Papierindustrie an der Strunde, der Bach zusätzlich angedeutet durch dunkelgrau abgesetzte Pflastersteine in Wellenform.

Bereits am Montag, das teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit, beginnen die Arbeiten. Das auf anspruchsvolle Verlegearbeiten spezialisiertes Fachunternehmen Rose aus Bergisch Gladbach werde das rote Klinkerpflaster sanieren. 

Die fünf Zentimeter dicken und 7,5 Zentimeter breiten Steine sind teilweise in sehr unregelmäßigen Verlegemustern angeordnet. Sie müssen – soweit sie wiederverwendbar sind –  komplett neu gesetzt, verklebt und verfugt werden, und dies alles schwerlastverkehrstauglich. Die insgesamt zu sanierende Fläche summiert sich auf ca. 300 Quadratmeter, so die Stadtverwaltung.

Die Pflastersteine sind offenbar nicht richtig verlegt worden bzw. sind für die starke Belastung durch Markt und Kirmes nicht ausgelegt. Die roten „Mühlsteine”, aber auch die grauen Pflastersteine sitzen locker und waren bislang nur immer wieder provisorisch eingesetzt oder durch Asphalt aufgefüllt worden. 

Damit der Markt nicht vom Konrad-Adenauer-Platz verdrängt weichen muss werden die Arbeiten in Etappen durchgeführt. Etwa zwei bis drei Tage dauern jeweils die Arbeiten, anschließend müssen Kleber und Fugenmaterial aushärten, was etwa zwei Wochen in Anspruch nimmt.

Nur die jeweilige Teilfläche wird für diese Zeit abgesperrt. Dann kommt der nächste Abschnitt an die Reihe. Die Arbeiten werden sich deshalb über die Sommersaison hinziehen. Auch wenn längere Zeit nicht gearbeitet wird, bedeutet dies keinen Baustillstand, erläutert die Verwaltung vorsorglich: Sie chemischen Reaktionen von Mörtel und Kleber müssen abgeschlossen sein, bevor es weitergeht.

Der Marktplatz vom Rathaus aus gesehen. Foto: Stadt GL

Der Wochenmarkt werden in seiner Ausdehnung nur unwesentlich eingeschränkt, alle Arbeiten werden  auf die Veranstaltungen abgestimmt, die während der Bauzeit auf dem Konrad-Adenauer-Platz stattfinden, betont die Stadt.

Die Gesamtkosten belaufen sich nach Angaben der Stadtverwaltung auf 40.000 Euro für die Pflasterarbeiten, das Material stelle die Stadt selbst. Aufgrund der relativ geringen Auftragshöhe sei im Vorfeld keine Beratung im Stadtrat und auch kein Beschluss notwendig gewesen; dieses Projekt gehöre zur normalen Verwaltungstätigkeit. 

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Redaktion

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1 Kommentar

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  1. Gut, dass auch mal was ohne großes Palaver geht. Ich finde unseren Marktplatz wirklich schön und freu mich, dass da jetzt nachgebessert wird. Dank Bergisch-Schön sieht man das auch mal aus der Vogelperspektive.