Alles klar? Die neue „Fahrradweiche” an der Bensberger Straße – und das neue Schild

Neue Rampen für Radfahrer an der Bensberger Straße hatten für Fragezeichen gesorgt und Kritik an der nicht eindeutigen Beschilderung ausgelöst. Jetzt hat die Stadt nachgebessert – und eine Erklärung nachgeliefert. 

Der ADFC-Vorsitzende Bernhard Werheid hatte im Bürgerportal auf eine neue rot markierte Rampe hingewiesen, die an der Bensberger Straße in Richtung Bensberg kurz vor der Abfahrt zum Zanders-Parkplatz die Radfahrer auf die Fahrbahn führt. Da eine eindeutige Beschilderung zunächst fehlte, stellte sich die Frage, ob Radfahrer den alten Hochbord-Radweg neben dem Bürgersteig überhaupt noch benutzen dürfen.

Jetzt hat die Stadtverwaltung ein blaues Radweg-Ende-Schild aufgestellt und in einer Pressemitteilung erläutert, dass die Radfahrer dort nun eine Wahl haben.

Bei den Rampen handele es sich um neue „Fahrradweichen“ und damit um ein „Angebot“, dem die Fahrradfahrer folgen können, aber nicht müssen, betont die Stadtverwaltung.

Wer unsicher ist und nicht auf der Straße fahren will dürfe weiter auf dem Hochbord fahren – den aber auch die Stadt jetzt als  „Bürgersteig“ bezeichnet.

Fahrradfahren sei überall erlaubt, „wo Fahrradsymbole aufgetragen sind”. Selbst dort, wo keine Fahrradsymbole sichtbar sind, aber roten Streifen über den Bürgersteig führen, „dürfen Fahrradfahrer alternativ zur Fahrbahn unterwegs sein”, sagt die Verwaltung.

Das bestätigt auch der ADFC jetzt. Grundsätzlich dürften Radfahrer jeden baulich angelegten und erkennbaren Radweg nutzen, auch wenn die einschlägigen Zeichen 237 oder 241 fehlen. Eine rote Pflasterung reiche aus, wenn alle Radwege in der Stadt so gekennzeichnet sind – was in Bergisch Gladbach aber eben nicht der Fall sei.

Aber die Fortsetzung eines Radwegs mit einer Radfahrerfurt über eine Seitenstraße hinaus  – wie es an der Bensberger Straße gegeben ist –

Damit ist klar, dass das neue blaue Radweg-Ende-Schild (siehe Foto) nicht bedeutet, dass hier der Radweg endet. Sondern lediglich, dass hier die Benutzungspflicht für den Hochbord-Radweg (die am Turbokreisel beginnt) hier aufgehoben wird und sich der Radler aussuchen kann, ob er auf der Straße oder auf dem kombinierten Rad-/Fußgweg weiter führt.

Am Tubrokreisel stadtauswärts müssen Radler das Hochboard nutzen, die Straße ist tabu

Alles klar?

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Redaktion

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6 Kommentare

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  1. Die Einmündung wäre für Radfahrer sicherer,
    1. wenn der Rechtsabbiegepfeil entfernt würde. Er ist überflüssig, weil man auf dieser Spur ohnehin nur rechts abbiegen kann, und das auch nicht frühzeitig signalisiert wird oder werden muss. Den rechtsabbiegenden Autofahrern signaliert der Pfeil intuitiv, dass sie hier richtig und im Vorrecht sind, und dass es für sie “störungsfrei” vorangeht. Dadurch achten sie weniger auf geradeaus fahrende Radfahrer, sowohl die auf der Fahrspur wie die auf dem “Gehweg”.
    2. Besser wäre, wenn bis zum Ende der Abzweigung nach rechts auch alle Markierungen links der “Fahrradspur” entfernt werden würden, also der Links-Pfeil, der Geradeauspfeil und die Fahrbahnmarkierung dazwischen. Die Gefährdungssituation liegt hier ja u.a. darin, dass Radfahrer und schnellere Autofahrer auf die Einmündung zufahren, und der Autofahrer* das Tempo des Radfahrer*s unterschätzt. Wünschenswert ist, dass auch geradeausfahrende Autofahrer möglichst viel Anstand einhalten, wenn sie auf die Fahrbahn einmündende Radfahrer überholen (möchten). Wenn die Breite der Fahrbahn ohne Fahrbahnmarkierung zur Verfügung steht, werden sie weiter links fahren. Überhaupt ist hier unklar, wer im Vorrecht ist: Handelt es sich um zwei zu einer einer werdenden Spuren (Radspur und Geradeaus-Spur), so dass gegenseitig Rücksicht genommen werden muss und das überholende Auto warten muss? Oder fädelt sich der Radfahrer in die Auto-Spur ein? Der Geradeaus-Pfeil just an dieser kritische Stelle verleitet zu einem Vorrang-Gefühl des Autofahrers, obwohl sich dieser ja erst auf die nächste Kreuzung bzw. Abzweigung nach links bezieht.
    3. Besser wäre auch, wenn das irreführende Radweg-Ende Schild ganz wegkäme. Dazu könnte der gesamte Radweg vor dem Schild “nicht benutzungspflichtig” gemacht werden.
    4. Trotzdem ist das eine unübersichtliche Gefahrenstelle. Wenigstens die Werbetafel rechts (mit beweglichen Anzeigen?) muss weg. Meines Erachens auch die rot-weiße gestreifte Bake (sagt man so?). Lenkt ab! Autofahrer sollten sich auf den Verkehr konzentrieren und nicht auf Verkehrsschilder. Die Wegweiser darüber machen zu Genüge deutlich, dass man dort nicht fahren kann.
    5. Die rote Markierung der Radweg-“Abfahrt” simuliert Sicherheit, die aber nicht gegeben ist, weil sie bei den rechtsabbiegenden oder geradeaus fahrenden Autofahrern nicht wahrgenommen wird und gerade dort endet, wo die Gefahren beginnen. Wenn die rote Markierung auf die Fahrbahn geführt würde, und dann irgendwo endet, bliebe aber trotzdem der Eindruck, dass von da an der Autoverkehr Vorrang hat. Eine faire Lösung würde also nur dann erreicht, wenn die Autospur ihrerseits einen Farb- oder Belagwechsel aufweist, bzw. wenn die Farbe der Radspuren in den gemeinsamen Bereich fortgeführt wird.

  2. Eins zeigt dieses Beispiel von vielen in unserer Stadt eindeutig. Das Regelwerk für Radfahrende ist mitunter verwirrend aufgebaut und hat teilweise mit gesundem Menschenverstand nichts zu tun. Für viele zu kompliziert und sehr oft mit Konflikten behaftet.
    Hier ist der Gesetzgeber gefordert, ein klares einfaches Regelwerk zu erstellen, was eindeutig(er) ist.
    Man bedenke nur die ganzen Ampelregelungen die ein Radfahrer kennen sollte, die seit 2017 gelten https://radverkehrsforum.de/lexicon/entry/10-tabelle-ampelregelungen-f%C3%BCr-den-radverkehr/

    Auch das mit den sogenannten anderen (nicht benutzungspflichtigen) Radwegen ist eine Wissenschaft für sich, da gerade bei uns im Stadtgebiet vieles nicht eindeutig erkennbar ist. Mal rot, mal kariert, mal gar nix. mal mit Piktogramm dann wieder ohne. Ist es nun Gehweg mit Freigabe? Ist es ein nicht benutzungspflichtiger Radweg oder doch nur ein Gehweg wo Kinder bis 10 Jahren drauf fahren dürfen?

    Als Beispiel Heidkamper Str. Dort ist ausgeschilderte Zone 30 und ein Gehweg der mit roten Pflaster ausgelegt ist. Frage wo darf der Radfahrer dort laut StvO fahren? ;-) Fröhliches raten nach §45

  3. Die Lösung mit dem Fahrradweiche ist sehr schön geworden, hatte ProVelo auch so im Dezember 2016 angeregt.
    4. Bild: https://provelo-bgl.mtmedia.org/2016/12/16/ein-rueckschritt-in-sachen-radverkehr/
    So können sich Radfahrer jetzt in die Linksabbiegespur einordnen. Andernfalls müssten sie zwei Fußgängerampel queren. Und Radfahrer die auf dem Radweg weiter in Richtung Heidkamp fahren, müssen zwangsläufig durch die Türöffnungszone der dortigen angrenzenden Parkplätze, was sehr gefährlich ist**. Um diese Gefahrenstelle zu umgehen können Radfahrer nun auf die Fahrbahn wechseln. Autofahrer müssen hier natürlich Rücksicht nehmen.

    Die Beschilderung scheint nun eindeutig zu sein. Die Forderung nach “falscher” Ausschilderung, nur damit einige es besser verstehen ist natürlich Unsinn. Für Aufklärung sorgt ja dieser Artikel. Das blaue Schild zeigt das Ende der Radwegbenutzungspflicht an. Die folgenden Piktogramme auf dem Boden zeigen den getrennten Rad- und Gehweg sowie die Fahrradrampe an.

    **Parkplätze dürfen nicht so nah an Radwege herangebaut werden. Dies muss über kurz oder lang in der ganzen Stadt verbessert werden. Sicherheit geht vor.

  4. Im Prinzip ja eine gute Idee – aber ich gebe den anderen Kommentatoren Recht, dass die Beschilderung jetzt ziemlich verwirrend ist. ‘Radweg Ende’, aber auf dem Boden ein Radfahrer-Piktogramm? Formal ist das Ende der Benutzungspflicht absolut korrekt gekennzeichnet, aber das dürften die wenigsten verstehen. Warum nicht einfach das Schild weglassen und Piktogramme auf beiden Wegen, um klarzustellen, dass Radfahrende die Auswahl haben?

    Michael Gückel spricht den ‘Turbokreisel’ an – persönlich habe ich dort noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, aber es ist in der Tat völlig unklar, wer Vorfahrt hat. Wären ‘Achtung Radfahrer!’-Schilder hier vielleicht angebracht?
    Und die Anregung bzgl. der Laurentiusstraße unterschreibe ich sofort – wann wird sie endlich für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben?

  5. Es scheint offensichtlich, dass die Radweg-Verantwortlichen der Gladbacher Verwaltung wenig Ahnung und keine Vorstellungen haben, wie ein möglichst gefahrloser, vor allem aber eindeutig beschilderter Radweg aussehen sollte. Das 1. Bild im obigen Artikel zum Thema zeigt eine “Schleife”, die den Radfahrer wegen des “Radfahr-Ende-Schilds” eigentlich zwingend auf die Straße leiten müsste. Dahinter aber zeigt man auf dem Boden die Zeichen von Radfahrern und Fußgängern. Na was jetzt? Soll so dem Radfahrer und/oder Fußgänger nahegebracht werden, dass nun der reine Radweg endet und ein gemeinsamer Weg beginnen kann, wenn der Radfahrer es so wählt? Sollen jetzt Rätsel im Straßenverkehr zu mehr Abwechslung beitragen? Gibt es Preise für den, der richtig rät? Wie heißt noch mal die Stadt mit diesen Schildbürgern? Bergisch Gladbach?

  6. Zum Thema Radwege in GL:
    Ich bedaure sehr, dass die verantwortlichen Radwege-Gestalter in GL offenbar selber wenig radfahren. Ein paar negative Erfahrungen meinerseits:
    1. Die oben beschriebene Fahrradweiche vor der Kreuzung Zanders/Arbeitsagentur war und bleibt missverständlich. Für Radler die auf der Bensberger Straße weiterfahren wird es auf der Straße sehr eng & gefährlich. Zusätzlich gehen Fußgänger davon aus, dass keine Radler mehr den Hochbord-Radweg benutzen dürfen. Was soll dieser Unsinn?
    2. Auf den roten Überwegen am City-Kreisel bin ich schon oft beinahe umgefahren und sogar von Autofahrern angepöbelt worden (Der KFZ-Raser meinte, er hätte Vorfahrt). Selbst Jemand vom Ordnungsdienst kannte die Bedeutung der roten Überwege nicht (gleichrangig mit Zebrastreifen? Vorfahrt für Radler?)! Auch dies ist Unsinn & gefährlich!
    3. Mein Fahrweg führt mich von der Odenthaler Straße zur Bensberger.
    Es wäre (insbesondere zur Umgehung der ewigen Baustellen “Odenthaler Str. / Am Mühlenberg”) sehr hilfreich, wenn man das östliche Ende der Laurentiusstraße auch gegen die Einbahn-Fahrtrichtung benutzen dürfte. So wie oft (z. B. in Köln) üblich! Warum nutzt/beschildert man das nicht?