Auf Weisung des Gesundheitsamtes muss die Belkaw nach wie vor kleine Mengen Chlor ins Trinkwasser geben. Das bestätigte jetzt die Kreisverwaltung auf Anfrage.

Seit mehr als zwei Wochen läuft die Trinkwasserversorgung Bergisch Gladbachs wieder normal, die explodierte Pumpe in Gierath ist längst ausgetauscht – und dennoch muss der Trinkwasserversorger zum Unmut vieler Kunden weiterhin eine minimale Menge Chlor zusetzen.

Es stünden immer noch einige Wasserproben aus, bestätigte eine Sprecherin der Kreisverwaltung dem Bürgerportal. Erst wenn diese Ergebnisse beim Gesundheitsamt vorliegen können entschieden werden, ob und wann die Chlorung beendet werden könne. Der Zeitraum sei im Moment nicht absehbar.

Nach wie vor ist der Geruch und Geschmack des Chlors im Trinkwasser deutlich wahrnehmbar; einzelne Bürger klagen sogar, dass Wasser sei ungenießbar.

Dagegen betont die Belkaw, die Schutzchlorung des Trinkwassers werde auf dem auf dem niedrigstmöglichen Niveau von 0,1 Milligram pro Liter durchgeführt. Chlor ist laut Trinkwasserverordnung bis zu 0,3 mg/L erlaubt.

Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, um das Trinkwasser im Rohrnetz vor einer hygienischen Beeinträchtigung zu bewahren. Das Wasser entspreche in jeder Hinsicht den hohen Standards der deutschen Trinkwasserverordnung und sei uneingeschränkt nutzbar.

Die Chlorung war notwendig geworden, weil nach dem Ausfall der Pumpe in Gierath Wasser aus der Dhünntalsperre zugeführt worden war. Dabei wurden Vorratsbehälter und Leitungsabschnitte genutzt, die zuvor teilweise außer Betrieb oder gering genutzt worden waren. Zusätzlich kamen bei der Reparatur der Pumpstation Gierath neue Bauteile zum Einsatz, die bislang noch nicht im Wassernetz eingebunden waren.

Das ist allerdings rund drei Wochen her; seither fließt wieder ausschließlich Grundwasser auf der Paffrather Mulde durch das Bergisch Gladbacher Wassernetz. Schon am 24. Oktober hatte die Belkaw angekündigt, die Chlorung sei nur noch einige Tage notwendig, war dann aber vom Gesundheitsamt korrigiert worden.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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3 Kommentare

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  1. So langsam gehen mir die Chlor-Aktionen auf den Keks. Als Leitungswasser-Trinker merke ich das besonders, die Anreicherungen scheinen nämlich tatsächlich stoßweise zu erfolgen und sind zu manchen Tageszeiten besonders intensiv.
    Nachdem jahrzehntelang alles in Ordnung war, ist die Häufung der Zwischenfälle in den letzten zwei Jahren schon bemerkenswert und man fragt sich schon, was da eigentlich los ist…

    Vielleicht sollten wir uns schon mal an amerikanische Verhältnisse gewöhnen. Dort ist die Chlorung des Wassers ganz normal und noch viel stärker als hier, zumindest in den Städten.

  2. Hallo, Frau Röhrig!
    Es ist gut, dass Sie sich melden.
    2017, bei der letzten Verkeimung des Trinkwassers in Bergisch Gladbach, allerdings waren da „nur“ die Rohrleitungen der Druckstufe 2 von betroffen, habe ich mich sehr stark engagiert. Wasseranalysen angefordert usw. Auch hatte ich diesbezüglich das Gesundheitsamt und die Kreisverwaltung sowie die Krankenhaushygienikerin des Marienkrankenhauses angeschrieben.
    Damals zahlte die BELKAW usw. Details dazu stehen im Netz.
    Aufgrund der desolaten Bearbeitung des Falles, schloß ich den Fall mit der Bemerkung: „Das war noch nicht die letzte Verkeimung“.
    MfG

  3. Die Chlorung erscheint mir sehr unterschiedlich. Zu manchen Uhrzeiten – oft am späten Abend – ist die Chlorung sehr viel intensiver wahrnehmbar. Ich werde zum Kaffeekochen etc.p.p. jetzt wieder auf gekauftes,stilles Wasser zurückgreifen. Leider vermisse ich Informationen seitens der Belkaw. Schon damals hatte ich keinen Infoflyer in meinem Briefkasten. Danke Ihrerseits für Ihre Nachrichten! Freundliche Grüße