DGB-Schüler Clemens Odenthal berichtet, wie die Oberstufe zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht Hör-Stolpersteine für den WDR produzierte und auf einem Gedenkgang mit Rollenspielen an die Bergisch Gladbacher Jüdinnen und Juden erinnerte. Dabei gab es für die SchülerInnen eine Überraschung …

Am Freitag war sie genau 80 Jahre her: die Reichspogromnacht. Am 9. November 1938 wurden die Existenzen von mehreren tausend Juden ausgelöscht und unglaublich viele Menschen in Konzentrationslager deportiert.

Auch die Bergisch GladbacherInnen konnten die Judenverfolgung während des Dritten Reiches bei ihren MitbürgerInnen miterleben. Insgesamt wurden in der Stadt acht Juden deportiert, alle starben noch in den Konzentrationslagern oder erlagen den aus den Konzentrationslagern stammenden Krankheiten.

Dass diese furchtbaren Gräueltaten nicht vergessen werden dürfen, fand auch die Oberstufe des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums. So plante sie unter der Leitung der Geschichtslehrerinnen Nushin Lindlar und Susanne Kleiner einen Gedenkgang durch Heidkamp und Gronau, entlang der Stolpersteine für die Bergisch Gladbacher Opfer.

Im Rahmen eines Forschercamps machten die SchülerInnen außerdem im Stadtarchiv Quellenanalysen zu den Einzelschicksalen der Bergisch Gladbacher Juden  und produzierten in Zusammenarbeit mit dem WDR Radiofeatures zum Thema. Am 9. November liefen sie unter dem Titel „Hörstolpersteine“ den ganzen Tag über auf WDR 5 und Cosmo; auf der Webseite von WDR 5 sind sie weiterhin in einer Multimedia-Reportage zu hören.

Der Gedenkgang führte alle TeilnehmerInnen der Geschichtskurse in der Oberstufe von der Schule aus zur ersten Station: der Kirche St. Joseph. Hier präsentierten einige SchülerInnen in Form eines Rollenspiels Erinnerungen an die Opfer Erna Kahn und Ernst Danzig.

Weiter ging es für die knapp 130 TeilnehmerInnen zum Bergisch Gladbacher Stadtarchiv, wo die SchülerInnen Präsentationen zu Dr. Erich Deutsch und Getrud Stockhausen hielten.

Im Anschluss führte der Rundgang durch die Gronauer Gartensiedlung hin zum Platz an der Eiche. Dort sollte den Opfern Elise und Reinhold Joschkowitz gedacht werden. Stimmungsvolle Klezmer-Musik untermalte die szenische Darstellung der Schülergruppen zu den Schicksalen der beiden.

Hier erwartete uns eine Überraschung: Frau Erb, die das Haus „An der Tent 2“ von ihrer Großmutter übernommen hatte, war persönlich anwesend und sichtlich berührt von der Ehrung ihrer Vorfahren.

Der letzte Stopp war dann an der Gedenktafel des Stellawerks; hier erläuterte Herr Dr. Eßer vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach die historischen Zusammenhänge.

Zurück in der Schule schlossen die Schüler den Gedenkgang mit den Worten Bonhoeffers durch das Lied „Von guten Mächten“ ab, am Klavier begleitet von Musiklehrerin Valentina Derksen.

Weitere Beiträge zum Thema:

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Gedenken zur Reichspogromnacht

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Clemens Odenthal

ist Schüler am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium.

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2 Kommentare

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  1. Alle anderen Gymnasien, bitte ähnlich eindrückliches vorbereiten.
    DIESE Jugend ist eine große Hoffnung

  2. Eine wunderbare Aktion, die den jungen Menschen ein Bewusstsein der Unmenschlichkeit rechten Gedankengutes schenkt.
    Das erscheint mir im Hinblick auf die aktuellen rechten Tendenzen in unserer Gesellschaft ein immens wichtiges Bildungs-Thema zu sein.

    Danke an die Initiatoren und die Teilnehmer!