Zum schmucken Fachwerkhaus in der Eichelstraße in Bensberg hat Dorothea Sälzer eine enge Verbindung. Einerseits durch Familienbande, andererseits durch ihre Leidenschaft – das Häkeln. So wurde auch das aus dem 17. Jahrhundert stammende Haus zu einem Modell ihrer Häkelkunst.

Das wiederum erfreut ihren Bruder, den Konditormeister Hermann Kroppenberg. Er führt hier mit Unterstützung von Tochter Maria und Ehefrau Angela das Café Kroppenberg.

Schaut man auf die Häkelkunst-Fachwerkhaus – so strahlen weiße Wände, gerahmt von schwarzen Balken. Die heimeligen Fenster prangen am rechten Fleck. Das schützende Dach ist aus roten Wollfäden entstanden, die Fensterläden sind originalgetreu in grüner Farbe gehalten.

St. Nikolaus und Knecht Ruprecht schauen links ins Bild. Der fleißige Konditormeister (rechts im Bild) hat sicherlich schon Leckeres in seinem Korb versteckt.

Einen Ehrenplatz im Sortiment der wollenen Handwerkskunst nimmt eine Schwarzwälder-Häkel-Kirsch-Torte ein.

Diese hat Meister Kroppenberg von seiner Schwester zum 70. Geburtstag als Geschenk bekommen. „Die bleibt immer schön und frisch“ freut sich der Konditor über die unverderbliche süße Überraschung.

Filigran und zart farbig präsentiert sich die umfangreiche Weihnachtskrippe. Die hat Woll-Künstlerin Sälzer in stetiger Kleinarbeit wachsen lassen.

Die Idee eine Weihnachtskrippe zu gestalten kam spontan, erzählt die Schildgenerin, die für die Krippe auf eine freundliche Gestaltung Wert legte. Spontan ging es los mit Maria, Josef und dem Kind. Die Hirten, Schafe, Beduinen, Könige folgten.

Die lokale Nähe zu Köln brachte es mit sich das auch das Dreigestirn, Hänneschen, Bärbelchen, Tünnes un Schääl (mit der Eierlikörflasche) Platz in der Krippe fanden, inklusive der bunten Hüsjer am Aldermaat.

Die Ideen nahmen ihren Lauf, es ging gedanklich in andere Regionen. Ein wenig Wüstenlandschaft entstand. Könige, Kamele, Elefanten, Pferd, Ochs und Esel bekamen einen festen Platz. Das Christkind wurde warm gebettet, ein paar Engelchen (biblische und Kölsche) fliegen herum. In der Wüste wachsen Palmen und Kakteen. Inzwischen gibt es auch Häuser und Bauten in Jerusalem/Bethlehem.

Eine genaue Betrachtung von Szenen-Fotos der zu schaffenden Kunstwerke geht der Handarbeit voraus. So wurde zum Beispiel rund um die Entstehung des gehäkelten Fachwerkhauses das Gebäude auf Rechenkästchenpapier aufgemalt. Dann noch der Konditormeister, Nikolaus und Knecht Ruprecht. Auch der einst das Ensemble schmückende Nussbaum wurde auf dem Entwurf mit eingebunden.

„Die Endfertigung der Häkelarbeiten obliegt meinem Mann”, sagt Dorotha Sälzer, die im sozialen Café Himmel un Ääd mitwirkt. Richard realisiert die Formen für die Fixierung der Handarbeiten. So schneidet er beispielsweise aus Pappe eine feste Unterlage, wo die entsprechenden Häkeleien fixiert werden, einen festen Stand bekommen.

Aktuell strickt Dorothea Sälzer Schals für die Enkelkinder! Mit der Häkelei hat sie bereits als Kind angefangen. Damals waren es Puppenkleider, dann gab es auch mal Strick-Phasen mit Pullovern & Co. Für die Kinder entstanden schöne Taufkleider. Kleinigkeiten, wie Clowns und Osterhasen fehlten nicht im Programm.

Ihr schwebt immer noch – passend zum Fachwerkhaus – “et Höffje” vor, das ist das Häuschen mit dem Herzen in der Tür – mit einem Sitzplatz drin. Mal sehen, ob das was wird, lächelt die Künstlerin, die manchmal von den eigenen Ideen überrascht ist.

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Helga Niekammer

ist freiberufliche Journalistin (Text und Bild), weitere Berichte und Fotos finden Sie auf bensberg-im-blick.de.

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