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Markus und Dagmar Kerckhoff führen die Schloss Apotheke in Bensberg

In dieser kalten und nassen Jahreszeit wollen sich viele Menschen vor der Grippe schützen. Aber wie sieht es mit der Verfügbarkeit der Impfstoffe aus? Was sind die Gründe für die Engpässe?

Alle Jahre wieder – kommt die kalte, nasse Jahreszeit und damit die Grippesaison schneller als erwartet. Besonders in der letzten Saison fiel die Grippewelle schwer aus: Zwischen Dezember 2017 und April 2018 mussten etwa 60.000 Patienten im Krankenhaus behandelt werden, davon starben 1.665 an den Folgen der Infektion.

Kein Wunder also, dass sich in der aktuellen Saison viele davor schützen wollen und sich daher wegen einer Grippeimpfung zum Arzt begeben. Nur: In einigen Regionen bekommen Patienten eine Absage, es ist kein Impfstoff mehr verfügbar. Es soll gar Nachschub aus dem Ausland kommen.

Aber wie ist das möglich und wie sieht es generell mit der Verfügbarkeit von Impfstoffen hierzulande aus?

Strikte Vorschriften

Zunächst ist einmal zu sagen, dass die Prozesse bei einem Lieferengpass klar geregelt sind. Der Hersteller, das Pharmaunternehmen, muss den Engpass melden, wenn es für mindestens zwei Wochen nicht liefern kann.

Sind Patienten dennoch auf eine Impfung angewiesen (z.B. die Risikogruppen wie medizinische Berufe oder Personen mit geschwächtem Immunsystem), können sie auf verfügbare Impfstoffe mit vergleichbarem Antigengehalt ausweichen.

Es empfiehlt sich auf jeden Fall, die Verfügbarkeiten möglichst in mehreren Apotheken abzufragen. Und noch ein Tipp an dieser Stelle: Unzulässig große Impfabstände existieren nicht, es zählt jede Impfung. Impfserien, die unterbrochen wurden, können zu einem späteren Zeitpunkt abgeschlossen werden.

Fachleute uneins bei Gründen für Lieferengpass

Experten diskutieren mehrere mögliche Ursachen, weswegen es zu Lieferengpässen bei Impfstoffen kommt. Ein grundsätzliches Problem ist, dass auf dem Markt für die Impfstoffproduktion quasi ein Monopol herrscht. Das heißt, immer weniger Hersteller, damit geringere Produktvielfalt und weniger Ausweichmöglichkeiten auf alternative Präparate. Allein in 2015 übernahm GlaxoSmithKline die Impfstoffsparte von Novartis, Pfizer die von Baxter.

Ein anderer möglicher Grund für den Lieferengpass sind die seit 2011 auch für Impfstoffe geltenden (exklusiven) Rabattverträge zwischen Pharmaunternehmen und Krankenkassen. Diese führten seitdem in manchen Regionen zu Lieferverzögerungen mit den Impfstoffen.

Andere Fachleute gehen davon aus, dass aufgrund der letzten Grippewelle mehr Menschen für das Thema sensibilisiert sind, daher vermehrt zum Arzt gehen und sich impfen lassen wollen. Kurzum, die Nachfrage aktuell nicht gedeckt werden kann.

Produktion von Impfstoffen dauert lange und ist teuer

Laut Gesundheitsministerium sind für das Jahr 2018 insgesamt 15,7 Millionen Dosen an Impfstoffen verfügbar – im Vergleich zum Vorjahr sind das etwa eine Million mehr. Trotzdem reicht das selbstverständlich nicht aus, um alle Menschen in Deutschland zu versorgen.

Generell ist das Herstellungsverfahren aufwendig, hochkomplex und kostspielig. Für einen üblichen Impfstoff auf Hühnereibasis sind etwa sechs Monate Produktionszeit notwendig. Aus diesem Grund kann kein Grippeimpfstoff kurzfristig nachproduziert werden.

Damit für die Saison 2018/2019 die Beschaffung der benötigten Impfstoffe besser funktioniert, lockerte das Gesundheitsministerium manche Vorschriften auf.

Auf regionaler Ebene ist es nun erlaubt, dass sich Apotheken und Arztpraxen untereinander mit Grippeimpfstoff versorgen. Außerdem dürfen Impfstoffe, die aus der Europäischen Union bezogen wurden, in Apotheken abgegeben werden.

Wie viele Gesundheitsfragen ist Impfung ein komplexes Thema, bei dem viele Aspekte zu berücksichtigen sind. Bei Fragen oder Zweifeln stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ihr Markus Kerckhoff


Die Schloss Apotheke ist ein mittelständiger, pharmazeutischer Betrieb mit 50 MitarbeiterInnen in fünf autonomen Teams an drei Standorten in Bergisch Gladbach. Sie führte als erste öffentliche Apotheke Deutschlands ein TÜV-zertifiziertes Qualitätsmanagement-System ein. Hierzu gehört z.B. das Vier-Augen-Prinzip, das heißt, jede einzelne Arzneimittel-Abgabe, jede Salben-Herstellung wird von zwei Personen geprüft.

Sie ist als babyfreundliche Apotheke zertifiziert. Entsprechend sind die Mitarbeiter geschult und spezielle Produkte für die Kleinsten vorrätig.

Darüber hinaus ist die Schloss Apotheke Spezialist für den Direktbezug von Impfstoffen. Als bundesweit tätige Versandapotheke mit höchsten Qualitäts- und Sicherheitsansprüchen bietet sie niedergelassenen Ärzten und arbeitsmedizinischen Diensten einen Komplettservice rund ums Impfen und Reiseapotheken. Mit einem ausgeklügeltem Logistiksystem für thermosensible Arzneimittel sorgt die Schloss Apotheke für eine lückenlose Einhaltung der Kühlkette.

Kontakt

Schloßstrasse 10, 51429 Bergisch Gladbach
Telefon: 02204 588 110
Mail: info@schloss-apotheke-bergisch-gladbach.de

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Markus Kerckhoff

führt seit 1998 zusammen mit seiner Frau Dagmar die Schloss Apotheke in der Bensberger Schlossstraße. Er legt großen Wert auf die persönliche Beratung und stammt aus einer Familie von Ärzten und Apothekern. Schon sein Vater führte die Schloss Apotheke.

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1 Kommentar

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  1. Sehr geehrter Herr Kollege Kerckhoff,

    Ihre Stellungnahme zum Reimport-Unsinn (PZ 16/2019, 10) findet meine ungeteilte Zustimmung.
    Damit sollte “ein Ruck” durch die deutsche Apothekerschaft gehen, aber leider bevorzugen die meisten Kollegen den “vorauseilenden Gehorsam.
    Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen meine Zustimmung mitzuteilen.

    Mit kollegialem Gruß
    Frieder Schmutzler