Inge Galka aus Bergisch Gladbach hat viel erlebt. Sie ist einer von 35 Menschen, deren Geschichten ein neues Buch der „AWO am Mittelrhein“ erzählt. Es geht um das besondere Engagement der Porträtierten – und um die Geschichte einer ganzen Organisation.

Inge Galkas Jugend war geprägt von Lebensmittelrationierung, Verdunkelung und Luftangriffen. Sie verlor ihre einzige Schwester an die Kinder-Euthanasie. Als wenig später der Vater starb, übernahm sie die Haushaltsführung und die Erziehung ihrer fünf Brüder …

Es sind die Geschichten der Menschen, die Geschichte für uns greifbar machen. Inge Galka ist eine von 35 Persönlichkeiten, deren Geschichten die AWO am Mittelrhein jetzt zu einem Buch zusammengefasst hat: „Gesichter der AWO am Mittelrhein“. Anlass ist das 100-jährige Bestehen der Arbeiterwohlfahrt und das 70. Jubiläum der AWO am Mittelrhein.

Unter den Porträtierten sind viele aus unserer Region. Inge Galka (1928-2007) kam 1944 nach Bergisch Gladbach, nachdem die Familie in Kölnausgebombt worden war. Ende der 50er-Jahre rutschte sie als Nachbarin des brandneuen „Jugendfreizeitheims“ sozusagen in die AWO hinein. Von da an kämpfte Galka sowohl in der AWO als auch in der Kommunalpolitik im Rheinisch-Bergischen Kreis für die Belange derer, die sich nicht selbst helfen konnten.

Marie Juchacz gründete vor 100 Jahren die AWO

Das Buch liefert auch einzigartige Einblicke in das Leben von Marie Juchacz (1879-1956). Sie war die erste Frau, die in einem deutschen Parlament die Rednerbühne betrat. Und sie war es, die 1919 die Arbeiterwohlfahrt gründete.

Das Leitbild der AWO ist seither unverändert geblieben: Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Solidarität und Toleranz. Im Laufe der Zeit bereicherten einige besondere Mitglieder die Arbeiterwohlfahrt und trugen ihre Werte stets entschlossen und über sämtliche Hürden hinweg nach außen.

Beate Ruland, Vorsitzende des Präsidiums der AWO Mittelrhein und Kreisvorsitzende der AWO Rhein-Oberberg, lobt sie in ihrem Vorwort als „Frauen und Männer, die mit Mut und Stärke in den Gründungsjahren vorangegangen sind“.

Ehrenamtliche  wie Werner Eßer, ehemaliger Geschäftsführer und heutiger Ortsvereins-Vorsitzender der AWO Bergisch Gladbach, haben die Lebensgeschichten dieser Menschen zusammengetragen und niedergeschrieben.

Die Porträts schildern das Engagement der 35 vorgestellten Personen und würdigen deren Unterstützung. Die LeserInnen erfahren außerdem interessante Anekdoten aus der Anfangszeit der Organisation, über ihr Verbot während des Zweiten Weltkriegs und den Wiederaufbau in der Nachkriegszeit. Denn: Es sind die Geschichten der Menschen, die Geschichte für uns greifbar machen.

Das Buch:

„Gesichter der AWO am Mittelrhein“
J.P. Bachem Verlag
ISBN 978-3-7616-3317-5
16,95 Euro

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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