Nach 100 Tagen im Amt hat der neue Leiter von „StadtGrün“ bereits einen guten Einblick gewonnen – und er hat große Ziele für Bergisch Gladbach. Von der wissenschaftlichen Untersuchung des Nutzerverhaltens bis hin zu innovativen Themen wie „essbare Stadt“.

Er möchte das Grün der Stadt mit allen Sinnen besser nutzbar machen: Christian Nollen, der neue Leiter des städtischen Fachbereichs 8-67 – besser bekannt als „StadtGrün“. Seit dem 1. Januar 2019 leitet der 32-Jährige die Abteilung. In dieser kurzen Zeit ist der gebürtige Westfale auch schon Bergisch Gladbacher Bürger geworden, gemeinsam mit seiner Frau, die ebenfalls im weiten Feld der Landschaftsarchitektur tätig ist.

„Mein Beruf ist Gärtner. Alles, was ich später gelernt habe, waren Erweiterungen zu dieser soliden Basis“, berichtet er. Und das waren nicht wenige: Nach den Studien der Freiraumplanung sowie des Managements im Landschaftsbau an der Hochschule Osnabrück arbeitete Nollen zunächst in einem Büro für Landschaftsarchitektur und Stadtplanung; parallel dazu beschäftigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter mit der Erforschung der menschlichen Wahrnehmung in Freianlagen, um die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer besser verstehen zu können.

Einen zeitgemäßen Mix der Funktionen entwickeln

All diese Erfahrungen haben Christian Nollen gelehrt, seine Aufgaben bei der Stadt Bergisch Gladbach mit einem gesunden Blick fürs Machbare zu sehen. „Wir müssen uns in erster Linie um die bestehenden Grünflächen kümmern, diese so unterhalten, dass sie in ansprechendem Zustand bleiben, und sie so gut es geht weiterentwickeln.“

Zudem zählt aber auch die Planung neuer Grünflächen zu den StadtGrün-Aufgaben, wie beispielsweise das InHK-Projekt Bensberger Stadtgarten. Gemeinsam mit seinen etwa 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterhält Nollen knapp 424 Hektar Grünfläche, kümmert sich um 16.000 Stadtbäume, sechs Friedhöfe sowie den Begräbniswald.

„Egal in welcher Größe sich die einzelnen Flächen darstellen, ob vom Stadtplatz und Park über das Friedhofsgrün bis hin zum Straßenbegleitgrün – es geht immer darum, innerhalb des wirtschaftlich Machbaren einen zeitgemäßen Mix der Funktionen wie Klimaregulierung, Erholung, Ökologie, lokale Versorgung, Ästhetik und auch Bildung und Kultur zu entwickeln“, beschreibt er sein Tun.

„Eye-Tracking“ zeigt, wo sich Nutzer entspannen können

Bergisch Gladbach hat – im Gegensatz zu anderen Großstädten mit großräumig angelegten, repräsentativen Anlagen – eine ganz eigene Struktur an Grünflächen. Worauf Nollen in seiner Maßnahmenplanung Rücksicht nimmt: So sei sein oberstes Ziel, den Bürgerinnen und Bürgern das städtische Grün auf allen Sinnesebenen besser nutzbar zu machen.

Und da kommt auch wieder seine berufliche Vergangenheit zum Zuge. Gemeinsam mit Studenten von der Hochschule Osnabrück will er nämlich das „Eye-Tracking-Verfahren“, mit dem er schon in der Hochschulforschung gearbeitet hat, auch in Bergisch Gladbach anwenden. Bei dieser Methode tragen die Probandinnen und Probanden eine Brille mit spezieller Kameratechnik, die das Blickverhalten genau aufzeichnet und so wertvolle Aufschlüsse über das Nutzerverhalten gibt. „Dabei werden wir an beispielhaften Orten genau unter die Lupe nehmen, was den Nutzern gefällt oder wo sie sich entspannen können“, verspricht Nollen.

Damit aber nicht genug: „Bei StadtGrün stehen neben der täglichen Routine auch zahlreiche mittelfristige Ziele an, die mit kreativen oder gar innovativen Ansätzen den Lebens- und Erholungsraum der Menschen, aber auch die Flora und Fauna in der Stadt aufwertet“, wagt Nollen einen Blick in die Zukunft. „Dazu gehören Themen wie die ‚essbare Stadt‘, die ‚insektenfreundliche Stadt‘, der Ausbau der ‚grün-blauen Infrastruktur‘ (z.B. neue Plätze entlang der Strunde), aber auch ganz allgemein die grundlegende Bestandserhebung der Nutzungsformen.“

Ausbildung fördern, Mitarbeiterengpässe abbauen

Auch intern möchte der neue Leiter Prozesse anstoßen oder verändern: „Hier stehen insbesondere die Förderung der Ausbildung sowie der Abbau von Mitarbeiterengpässen an, um nach innen und nach außen ein besseres Produkt gewährleisten zu können.“

Dabei ist es ihm immer besonders wichtig zu betonen, wie gut seine Abteilung trotz der knappen Ressourcen arbeitet. Er wünscht sich zudem eine intensive und strategische Zusammenarbeit mit der Stadtplanung, um für ein angenehmes Leben in der Stadt Projekte wie den Stadtgarten oder die Grünfläche an der Wilhelm-Klein-Straße in Refrath mit den besten Ergebnissen zu verwirklichen.

„An der Wilhelm-Klein-Straße soll wieder ein Stadtteilpark entstehen – zukünftig aber mit einem ausdrücklichen Mehrgenerationenanspruch. Die Chancen stehen da gut, die Spendenbereitschaft wurde schon in Aussicht gestellt“, freut Nollen sich auf das Projekt.

Insgesamt nicht gerade der leichteste Weg, den sich ein junger Freiraumplaner aussuchen kann. Christian Nollen hat ihn ganz bewusst eingeschlagen: „Dieser Beruf ist meine Lebensaufgabe. Nur wenn man jung beginnt, kann man es lange Jahre machen.“

Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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