Eine lebhafte Diskussion erlebten die Studierenden der FHDW mit Lars Klingbeil. Foto: Klaus Pehle/FHDW

Unmittelbar vor der Europawahl standen bei den Europawochen der Fachhochschule der Wirtschaft die Studierenden im Mittelpunkt: Prominente Vertreter der FDP, der Grünen und der SPD waren in die FHDW gekommen.

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil war nach Bergisch Gladbach gekommen, um exklusiv mit den jungen Menschen über die entscheidenden Themen der Europawahl zu diskutieren. Lebhaft ging es zu bei der Diskussion. Lars Klingbeil (41), seit Dezember 2017 Generalsekretär der SPD, stellte sich am vergangenen Mittwoch den Fragen von rund 120 Studierenden der Fachhochschule der Wirtschaft sowie Schülerinnen und Schülern des „bib International College“.

Der Besuch Klingbeils war die letzte Veranstaltung der Europawochen der FHDW. Mit der Veranstaltungsreihe wollte die Fachhochschule vor allem ihre Studierenden motivieren, sich auf politischer Ebene mit dem Thema Europa auseinanderzusetzen. Das war auch Klingbeils Anliegen. „Ich glaube, dass diese Wahl für euch sehr wichtig sein wird und ich wünsche mir, dass Europa nach der Wahl stärker ist.“

Die jungen Menschen fragten Klingbeil zum Aufbau einer europäischen Armee, nach Förderungsmöglichkeiten von Umwelttechnologie und Maßnahmen zum Klimaschutz, nach der Bedeutung von Gentechnik für den Standort Deutschland und natürlich nach dem neuen Grundrenten-Konzept der SPD.

„Das kann sehr schnell kommen“, unterstützte Klingbeil den Vorschlag seines Generalsekretär-Vorgängers Hubertus Heil (SPD), seit 2018 Minister für Arbeit und Soziales. Wann denn genau, wollten die Diskutanten wissen. „Wenn die CDU ihren Widerstand aufgibt“, seine Antwort. Klingbeil würdigte aber auch Leistungen seines GroKo-Kollegen Jens Spahn (CDU). Der Gesundheitsminister mache „einen guten Job“.

Klingbeil schaute sich vor der Diskussion die FHDW an und ließ sich über die Strukturen der privaten Hochschule informieren. „Hier hätte ich auch gerne studiert“, war er von den Räumen und der Atmosphäre angetan. Vor allem lobte er die Arbeit der Fachhochschule bei der Digitalisierung des Mittelstandes und Unternehmen der Old Economy. „Ich glaube, dass dies das Entscheidende für Deutschland sein wird.“

Der Mittelstand profitiert vom Binnenmarkt

Der Mittelstand war am Abend zuvor Thema bei der Veranstaltung der FHDW in den Räumen der RheinEnergie in Köln. Prof. Frank Wallau, Dekan für Betriebswirtschaft an der FHDW und Experte für die Ökonomie des Mittelstands, referierte dort über das Verhältnis der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland zur EU.

„Von der Warenfreiheit haben viele profitiert, das sieht man an der Exportsumme. Die europäischen Partner sind da sehr wichtig, 60 Prozent aller deutschen Exporte gehen in die EU. Die Steuern werden aber hier gezahlt und hier entstehen Arbeitsplätze, was wiederum den Konsum hierzulande ankurbelt“, so Wallau vor interessierten Bürgern und Unternehmern.

„Man kann es nicht wirklich in konkreten volkswirtschaftlichen Zahlen ausdrücken, aber der Mittelstand hat von den offenen Grenzen, vom Binnenmarkt, profitiert. Auf der anderen Seite haben wir natürlich durch Richtlinien und Verordnungen aus Brüssel viel Bürokratie, die aber in den letzten Jahren systematisch abgebaut wurden. Die Frage, was die Umsetzung von Richtlinien und Verordnungen in den Unternehmen kostet, muss für die nächste EU-Kommission ganz nach oben auf die Prioritätenliste.“

Chancen in einem erneuerten Europa

Zum Auftakt der Themenwochen Europa hatte am 8. Mai Christoph Dammermann (FDP) die FHDW besucht. Der Staatssekretär des NRW-Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie war auf Einladung der FDP Bergisch Gladbach an die Fachhochschule gekommen und diskutierte mit zahlreichen Besuchern über das Thema „Nordrhein-Westfalens Chancen in einem erneuerten Europa“.

NRW-Staatssekretär Christoph Dammermann (2.v.l.) war mit der FDP-Europakandidatin, Annina Frangenberg (r.), an die FHDW gekommen. Foto: Klaus Pehle/FHDW

Klimaschutz mobilisiert die meisten Gäste

Die meisten Gäste (rund 90) der öffentlichen Veranstaltungen zog der Vortrags- und Diskussions-Abend, den die Grünen in Bergisch Gladbach organisiert hatten. Die Partei hatte Prof. Dr. Niklas Höhne zu Gast.

Der Mitautor am UN-Weltklimabericht und Gründer des Kölner New Climate Institute stellte in einer eindrucksvollen Verständlichkeit die Entwicklung von Erderwärmung und Klimawandel dar und zeigte die dazu parallel verlaufenden politischen Entwicklungsstufen zum Klimaschutz auf.

Niklas Höhne, Mit-Autor des Weltklimaberichtes der UN und Gründer des New Climate Institute, zu Gast an der FHDW. Foto: Gisela Quadflieg/FHDW

„Ich glaube, mit unseren Europawochen haben wir dazu beigetragen, dass die Europawahl in der Öffentlichkeit präsenter geworden ist und bei unseren Studierenden zu einem europäischeren Bewusstsein geführt hat. Genau das war auch unser Anliegen“, so das Fazit von Dr.-Ing. Alexander Brändle.

Der Leiter des Campus der FHDW in Bergisch Gladbach war erfreut über das Engagement der Studierenden, die zahlreich zu den Veranstaltungen erschienen waren und sich in den Diskussionen interessiert und gut informiert zeigten.

PDFDrucken

FHDW

FHDW Fachhochschule der Wirtschaft in 51465 Bergisch Gladbach, Hauptstr. 2, Mail info-bg@fhdw.de, im Web http://www.fhdw.de/

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.