Die Parteienlandschaft ist auch in Bergisch Gladbach in Bewegung. Die CDU hat nach wie vor die meisten Mitglieder, büßte auf lange Sicht aber kräftig ein. Die SPD hat sich gefangen, FDP und Grüne liegen weit zurück, holen aber auf. Interessant ist die aktuelle Entwicklung.

Hinweis: Die Zahlen erscheinen, wenn Sie mit dem Cursor über die Balken fahren bzw. antippen.

Wir haben die Daten bei den lokalen Parteien abgefragt, haben aber keinen vollständigen Datensatz erhalten. Bei der CDU fehlten die historischen Daten für 1999 und 2009, daher haben wir diese Zahlen geschätzt, auf der Basis der Mitgliederentwicklung der CDU bundesweit.

Der Ortsverband der Linken konnte keine Zahlen nennen, da diese nur dem Kreisverband vorlägen. Die AfD hat auf eine Anfrage bislang nicht geantwortet.

Der Anteil der Bergisch Gladbacher, die in einer Partei sind, liegt bei etwa 1,3 Prozent. Das ist noch etwas weniger als der durchschnittliche Wert von 1,45 Prozent in ganz Deutschland.

Die CDU in Bergisch Gladbach hat die Talfahrt offenbar weitgehend gestoppt, seit 2015 schwankt die Mitgliederzahl zwischen 720 und 760. Positiv sei, so der Vorsitzende Thomas Hartmann, „dass wir in den letzten Jahren im Wesentlichen immer mehr Eintritte als aktive Austritte (z.B. wegen bundespolitischer Themen) zu verzeichnen haben”. Die CDU verliere ihre MItglieder in erster Linie aufgrund von Sterbefällen.

Die SPD hatte in den Jahren nach 2014 besonders viele Mitglieder verloren, auf dem Tiefststand Ende 2016 waren es nur noch 385. Doch seither legt sie wieder zu, inzwischen hat sie den Stand von 2014 fast wieder erreicht. SPD-Chef Andreas Ebert berichtet, das derzeit jeden Monat zwei bis drei neue Mitglieder eintreten, damit könne (angesichts der Austritte durch Tod) die Gesamtzahl konstant gehalten werden. Unter den Neumitgliedern der Jahre 2017 und 2018 seien besonders viele, die aktiv mitarbeiteten.

Die FDP lag lange Zeit mit kleineren Schwankungen bei gut 100 Mitglieder, sie wächst seit 2017 kräftig. Allein im Europa-Wahlkampf, sagt die Vorsitzende Anita Rick-Blunk, seien fünf Personen eingetreten. Vier davon seien junge Mitglieder, die sich mit Blick auf die junge Europa-Kandidatin der FDP hatten überzeugen lassen. Von den Neumitgliedern seien mehr als 30 Prozent Frauen.

Die Grünen, die erst 1993 gegründet worden waren, hatten 1999 gerade mal 25 Mitglieder in Bergisch Gladbach. Sie sind seither stetig gewachsen, sind aber gemessen an der Mitgliederzahl nach wie vor nur viertstärkste Kraft. Allerdings: alleine in diesem Jahr haben sie, berichtet Geschäftsführer Marc Nohl, zwölf Mitglieder gewonnen und liegen jetzt bei 99.

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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2 Kommentare

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  1. Natürlich gibt es mehr Parteien in Bergisch Gladbach. Wir haben diejenigen angefragt, die die über eine gewisse Größe und Geschichte verfügen, um zeitliche Trends sichtbar machen zu können. Davon haben vier geantwortet, nur diese vier konnten wir in der Grafik darstellen. Mit Zensur hat das nichts zu tun, sondern mit journalistischer Einordnung.

  2. Guten Tag Herr Watzlawek,
    sind Sie sicher dass es nicht noch mehr Parteien in Bergisch Gladbach gibt?
    Ihre Darstellung, sowohl die Bildliche als auch die Inhaltliche gleicht einer Zensur und überhaupt nicht einer neutralen und objektiven Berichterstattung.
    Wie kommt das? Danke für eine Erklärung?
    Gruss
    Cini Wohkittel