Der Park im Frühjahr. Foto: Helga Niekammer

Der Wilhelm-Klein-Park in Refrath soll für rund 100.000 Euro zu einem Mehrgenerationen-Park umgebaut werden. Der zuständige Ausschuss findet das Konzept ausgezeichnet, und diskutiert lange über ein Pissoir.

Christian Nollen, der neue Chef von StadtGrün, und Claudia Werke, die Spielplatz-Beauftragte, stellten im Ausschuss für Umwelt, Klima, Infrastruktur und Verkehr (AUKIV) ein erstes, umfangreiches Konzept vor – das nach einer vielfältigen Befragung der Bürger im kommenden Jahr Grundlage des Umbauplans  für die kleine Grünanlage werden soll.

Das Konzept sieht ein neues Wegesystem in der kleinen Grünfläche vor, das sich auf einen (neu zu pflanzenden) zentralen Baum ausrichtet. Vorgesehen sind bespielbare Kunst, Bänke und eine Mehrgenerationenschaukel. Zwischen dem Bahnsteig der KVB-Linie 1 und dem Park sind 24 abschließbare Fahrradboxen angedacht.

Zudem schlagen die Planer ein einfaches, offenes Pissoir vor, was eine umfangreiche Debatte auslöste. Die CDU machte sich dafür stark, sogar den Bau einer richtigen Toilettenanlage zu prüfen, was die andern Fraktionen aus Kostengründen ablehnten. Die FDP sorgte dafür, dass (ohnehin geplante) barrierefreie Zugänge festgeschrieben werden.

Stadtgrün-Chef Nollen argumentierte gegen Forderungen, einen Hundekotbeutelspender aufzustellen. Das erfordere einen hohen Aufwand bringe aber wenig – weil einige Hundebesitzer dann den Kot im Beutel in den Anlagen hinterließen. Der Park sei natürlich keine Hundewiese, eine Sperrung für Hunde halte er aber auch nicht für sinnvoll.

Der Umbau wird nach einer ersten Schätzung knapp 100.000 Euro kosten. Einen Teil davon will der Heimat- und Bürgerverein Refrath über Spenden reinholen; er finanziert auch die ersten externen Planungskosten in Höhe von 4000 Euro. Das Konzept wurde von allen Fraktionen sehr begrüßt und als Zeichen gewertet, dass bei StadtGrün ein neues Denken eingezogen sei.

Nollen warnte allerdings, dass es sich bei dieser Vorlage nicht um einen Plan, sondern um eine Idee handele, die soviel Wünsche wie möglich enthalte. Was davon tatsächlich umgesetzt werden können, werde sich erst in den nächsten Planungsschritten zeigen.

Der Stadtgrün-Chef kündigte an, in der zweiten Jahreshälfte ein Konzept für Stadt-Gärten (Urban Gardening) und eine bienenfreundliche Stadt zu erarbeiten, da habe Bergisch Gladbach einen Nachholbedarf. Diese Konzepte könnten dann als Grundlage für eine schrittweise Neuausrichtung der Grünanlagen dienen. Dabei würden die Kosten für Instandhaltung und Pflege immer mit berücksichtigt.

Hier finden Sie weitere Beiträge zum Wilhelm-Klein-Park

Dokumentation: Das Konzept im Original

Christian Nollen: StadtGrün ist seine Lebensaufgabe

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Sind dann endlich die Pläne von irgendwelchen Spekulanten, Planern oder Politikern vom Tisch? Wird nun kein Mehrgenerationenhaus gebaut, das nur dem Initiator was bringen würde?

    Schön zu lesen, dass die Politik in BGL noch zu lernen bereit ist. Aber schon wieder dieses Hin & Her: Hundekotbeutel nicht, Hundeverbot auch nicht. Offenes Pissoir, aber wohin mit den Damen? Die würden eine teure Toilettenanlage bedingen. Und nein, das ist kein Plan, nur eine Idee. Jetzt fehlt nur noch eine Machbarkeitsstudie.

    Leute, macht mal und diskutiert nicht nur.