Der ausgefallene Gladbacher Karnevalszug wird am 22. März stattfinden, die Kritik des Dachverbandes „Bund Deutscher Karneval“ (BDK) trifft bei den Jecken in Bergisch Gladbach auf taube Ohren.

Foto: Doro Dietsch

„Sollte der BDK uns ausschließen, dann ist das so“, bringt Martin Gerstlauer, Vorsitzender der Vereinigung zur Erhaltung und Pflege heimatlichen Brauchtums
e.V. die Stimmung der „allermeisten Karnevalisten“ hier vor Ort auf den Punkt.

Die Vorbereitungen für den 22. März liefen bereits, und dabei bleibe es. An diesem Sonntag soll der Gladbacher Sonntagszug nachgeholt werden, der aufgrund der Sturmwarnungen abgesagt worden war. Schnell hatten sich die Vereinigung als Veranstalter, die Stadt und die Ordnungsbehörden auf diesen neuen Termin geeinigt und beim Prinzenessen am Dienstag verkündet.

Daraufhin hatte der BDK darauf hingewiesen, dass Karnevalszüge außerhalb der Session nicht zugelassen seien. Dieser Verstoß gegen die erweiterte Ethik-Charta des BDK könne zum Ausschluss führen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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11 Kommentare

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  1. Ich finde es schön, dass der Zug nachgeholt wird. Ich wohne in Hanau und dort wurden wegen des Anschlages alle Züge einschließlich der Ortsteile und der Besuch der städtischen Kindergärten durch das Prinzenpaar abgesagt. Und wegen des Coronavirus braucht man sich keine Gedanken machen (wir waren an Altweiberfasching auch in Köln), da Deutschland ja „darauf vorbereitet“ ist.

  2. Um ausgeschlossen zu werden, muss man erst mal drin sein. Peter Mömkes hat glaubhaft versichert, dass wir kein Mitglied sind. Also was soll die Aufregung, die können uns mal.

  3. Ich finde es verantwortungslos den Zug stattfinden zu lassen
    Grade jetzt beim coronavirus
    Es können sich viele Menschen anstecken
    Überdenken Sie bitte nochmal die Entscheidung

  4. Karneval über alles?

    Die Entscheidung, den Karnevalszug in Bergisch Gladbach am 22.3. nachzuholen, bezahlen die Kinder der GGS Katterbach mit mehr als 5.000 €.
    Seit fast einem Jahr liefen die Vorbereitungen für den traditionellen Kunsthandwerkermarkt, der diese Summe für die Kinder der GGS Katterbach voraussichtlich erzielt hätte. Der Termin war sorgfältig ausgewählt. Fast 50 Aussteller wurden über monatelange Akquise gewonnen, Plakate und Handzettel waren gestaltet und gedruckt, detaillierte Pläne für das Backen der Kuchen und für die Betreuung der Cafeteria waren erstellt, Elternabende zur Organisation hatten stattgefunden, Zeitungen und Radiosender waren angeschrieben. Direkt nach Karneval sollte die Werbekampagne beginnen.

    Am vergangenen Dienstag haben wir den Kunsthandwerkermarkt abgesagt.

    Die ganze ehrenamtliche Arbeit war umsonst. Der finanzielle Verlust durch das Drucken der Flyer wird durch die Stadt kompensiert, aber 160 € sind nur der sehr kleine monetäre Bruchteil des Aufwands, der geleistet wurde.
    Ein kurzfristig angesetzter, außerplanmäßiger Karnevalsumzug vernichtet alle anderen lange geplanten Veranstaltungen, die auf zahlreiches Publikum angewiesen sind. Es wäre möglich gewesen, am Montag oder Dienstag bei anderen Zügen mitzulaufen, wie dies einige Gruppen getan haben. Der Schull- und Verdelszoch der Stadt Köln wird meines Wissens nicht nachgeholt.

    Auch ich feiere sehr gerne Karneval und bin als zugezogene Norddeutsche gerade von dem traditionellen Karneval in den kleineren Orten sehr begeistert. Aber sollte der Karneval wirklich über allem stehen?

    Maren Heinemann (Erste Vorsitzende des Fördervereins der GGS Katterbach)

  5. Warum sollte das nicht gehen in neuss wird der Zug doch auch nachgeholt.
    29.03.2020 steht im Internet Bericht vom 26.02.2020 19.40 Uhr

  6. Einerseits kann ich die Leute verstehen, die den Zug nachholen wollen. Andererseits ist die Frage, welchen Zweck erfüllt die jecke Zeit? Auf welchen Werten fußt der Karnevalszug? Was für einen Wert hat das Fasten mit Beginn der Fastennacht? Und ja, es scheint einerseits um den Mammon zu gehen, andererseits zeigt es, dass die Bedeutung von Karneval verloren geht und es eher um Gemeinschaft im Zug geht (was sicherlich nicht verkehrt ist) und um Kamelle (zumindest für die Leute am Straßenrand. Es fließt immer mehr Alkohol und es wird teilweise immer zügelloser. Bevor man sich in der Fastenzeit wieder benimmt, sind alle Sünden bis dahin erlaubt. Fragwürdig!

    Ich gehe seit Jahren nur noch beruflich auf den Zug, wenn ich Dienst habe. Ansonsten nehme ich reißaus aus dem frevelhaften Treiben.

  7. Die Menschen freuen sich das ganze Jahr auf den Zug und investieren viel Liebe, Zeit und Geld dafür. Was ist daran falsch den Zug zu einem anderen Termin neu zu starten? Und wenn mein Vorredner sich darüber beschwert- fällt mir der Düsseldorfer Zug ein, der auch im Sommer einmal wiederholt wurde. Hat da der spiessige „Bund deutscher Karneval“ auch sein Veto eingelegt? Und wenn es in Köln darum gegangen wäre den Rosenmontagszug zu verlegen, hätte der eben genannte Verein sicher auch den Mund gehalten. Wen interessiert dieser Verein eigentlich außer seinen Mitgliedern? Gläbbisch- Tausend mal Alaaf!

  8. Wie eine „Vereinigung zur Erhaltung und Pflege heimatlichen Brauchtums“ einen Karnevalszug ausserhalb der Session befürworten und verteidigen kann, ist mir völlig unbegreiflich. Es ist ausserhalb jeden Brauchtums und jeder Tradition, nach Aschermittwoch – an dem eben alles vorbei ist – einen Karnevalszug, und dann noch in der Fastenzeit, durchzuführen. Man wird das Gefühl nicht los, dass es vor allem und wie so oft in Gläbbisch um den schnöden Mammon geht. Von daher halte ich die Androhung des BDK für genau richtig, wer sich nicht an selbst unterschriebenen Regel hält, fliegt raus.

  9. Daumen hoch für diese Entscheidung!
    Im Gegensatz zu den Sturmböen vom letzten Sonntag ist der Gegenwind vom BDK leichter auszuhalten.
    Als langjähriger aktiver Teilnehmer freue ich mich mit den Vereinskolleg(inn)en auf den Zooch 2.0!

  10. Ich finde es gut, dass die Vereinigung den Vereinen die Möglichkeit gibt, ihr teuer angeschafftes Wurfmaterial unters Volk zu bringen. Der BDK muss sich die Frage gefallen lassen, warum es in Düsseldorf ohne Konsequenzen möglich war, den ausgefallenen Rosenmontagszug nachzuholen und den Gladbacher Karnevalisten mit Ausschluss gedroht wird. Unser tolles Dreigestirn hat es verdient, in ihren Ornaten an diesem Zug teilzunehmen. Wie dieser Zug schlussendlich genannt wird ist der Vereinigung überlassen. Alle Gladbacher Karnevalisten haben viel Arbeit in ihre Kostüme gesteckt und sollten diese auch den Zuschauern präsentieren.

  11. Was sind das für Brauchtums Pfleger denen das Brauchtum völlig egal ist.
    Hauptsache ihr Altersstarrsinn wird gepflegt. Sie sollten den Verein umbenennen in ,Verein zur Pflege und Erhaltung unseres Egos.
    Der BDK hat mit seinen Bedenken völlig Recht!
    Gemäß dem Motto: Am Aschermittwoch ist alles vorbei!