Anzeigetafeln, die in angemessenem Tempo vorbeifahrende Autos mit einem „Smiley“ belohnen, wirken. Aber dafür hat die Stadt kein Geld übrig. Dank eines Bürgers konnte jetzt dennoch eine solche Anlage auf der Schlossstraße in Bensberg aufgestellt werden.

Schon häufiger hatten Bürger:innen der Stadtverwaltung vorgeschlagen, Geschwindigkeitsdisplays zur Verkehrsberuhigung aufzuzeigen. Anlieger hatten eine solche Anzeige in anderen Städten oder Ländern gesehen und wünschten sich die Installation in „ihrer“ Straße, berichtet die Stadt.

Diese Wünsche wurden jedoch immer abgelehnt: angesichts von nahezu 1.000 Straßen im Stadtgebiet verwiesen Verwaltung und Politik auf begrenzte finanzielle und begrenzte personelle Kapazitäten. Eine einzelne Straße sollte nicht besser gestellt werden als andere.

Ein Bürger gab sich damit nicht zufrieden, weil er von der Wirksamkeit überzeugt ist. „Zum Beispiel in Bayern wurde flächendeckend nachgewiesen, dass bei der Einhaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen in Wohngebieten oder vor Schulen und Kindergärten der Appell an die Mitwirkung der Autofahrer, sehr viel wirksamer ist als Blitzeraktionen“, sagt Wolfgang Maus.

Ein besonderer Vorteil sei, dass sämtliche Messwerte gespeichert werden. „Daher weiß man sicher, dass unsere Mitbürger zur Disziplin und Einhaltung der Sicherheit bereit sind – in Bergisch Gladbach sicherlich auch,“ betont Maus.

Sachkundiger und tatkräftiger Bürger

Er ist ohnehin Sachkundiger Bürger und Mitglied im städtischen Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Infrastruktur und Verkehr – und daher regelmäßiger Besucher der Bensberger Schlossstraße. Dort beobachtet er schon lange, dass sich die meisten Verkehrsteilnehmer in dem Teilstück der ehemaligen Fußgängerzone rücksichtsvoll verhalten, manch einer aber schneller als die erlaubten 20 km/h fährt.

Also schlug Maus vor, dort eine Geschwindigkeitsbegrenzungsanlage aufzustellen. Er beließ es aber nicht dabei, sondern bot auch an, die Kosten für die Anschaffung zu übernehmen. Straßenverkehrsbehörde, Straßenbaulastträger und Polizei stimmten zu. Jetzt wurde die Anlage unter großer Beteiligung von Verwaltung, Rat und Geschäftswelt montiert und gleich in den Dauerbetrieb geschickt.

Lächeln bis 12 km/h

Beschlossen wurde eine Programmierung, die bis 12 km/h einen grünen, lächelnden Smiley zeigt und ab 21 km/h ein rotes und trauriges Gesicht. Zwischen 13 und 20 km/h wird nur das Tempo angezeigt, und das zweite Display bleibt dunkel.

Für die Verkehrsteilnehmer soll dies ein Anreiz sein, die Fahrt zu verlangsamen, bis ihnen ein fröhliches Gesicht entgegenstrahlt. Und diejenigen, bei denen das rote „Frowney“ aufleuchtet, dürfen sich auch gleich noch des strengen Blicks der Passanten sicher sein.

Auf dem Foto: Rainer Mahn (Abteilung Verkehrsflächen Stadt Bergisch Gladbach), Alexander Gummersbach (Bauhof der Stadt Bergisch Gladbach), Wolfgang Maus (Bergisch Gladbacher Bürger und Spender der Anlage), Martin Hardt (Leiter der Abteilung Verkehrsflächen), Christian Buchen (Vorsitzender AUKIV), Georg Daubenbüchel (Vorstand Interessengemeinschaft Bensberger Händler). Auf der Leiter steht Frank Schroll vom Bauhof-Team. Foto: Stadt Bergisch Gladbach

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3 Kommentare

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  1. Herr Eschbach schrieb:
    „Da kann ich nur sagen, bitte mehr von diesen guten Taten, vor allen Dingen an den Schulwegen.“

    Hier geht es doch nicht um Schulwege.
    Alle Schulen befinden sich südlich der Steinstraße.

    Kein Schüler muss, ob er mit Bus oder Bahn kommt, die Schlossstraße frequentieren.

    Hier geht es leider nur um Selbstdarstellung, schaut her, wir haben was Tolles gemacht.

    Im Endeffekt haben sie nur sinnbefreit Geld ausgegeben.

  2. Herzlichen Dank, lieber Herr Wolfgang Maus, ich denke es ist eine gute Tat. Der Argumentation, was die Wirksamkeit anbelangt, der kann ich nur folgen, abgesehen davon, dass man weniger Personal benötigt. Da kann ich nur sagen, bitte mehr von diesen guten Taten, vor allen Dingen an den Schulwegen.

    Mit großem Erstaunen sehe ich allerdings auf dem Foto die prozentual sehr hohe Beteiligung an Verwaltungsangestellten. Gab es da nicht die Argumentation der begrenzten personellen Kapazitäten? Hier beklagen wir doch einen Notstand und (fast) jede Anforderung an die Verwaltung wird mit einer Personalforderung beantwortet. Da ich nicht davon ausgehe, dass es der Installationstrupp ist, der hier auf dem Bild abgebildet ist, da kommt mir die ganze Aktion eher als ein Stimmungs-Aufheller für die CDU in Bensberg daher. Wir tun was für Bensberg, CDU.

    Dieser Eindruck wird allerdings nicht die positive Wirkung und Funktionalität der „Installation“ einschränken, natürlich auch nicht verbessern, es macht eher sehr nachdenklich und lässt Erinnerungen an Versprechen und Erreichtes aufkommen, das kleine Delta. Dass auch noch zufällig der Bürgermeisterkandidat der CDU ins Bild gesprungen ist, das lässt an großen Zufall glauben, die Spende schmälert es nicht, nur der Wähler ist aufmerksamer geworden.

    Bei großem Handlungsbedarf und zwingend erforderlichen Veränderungen, dieses Bild signalisiert mir ein deutliches „WEITER SO“. Ob es das ist, was die Wähler wollen, das werden wir bald wissen.

  3. Ick lach mir schlappi!

    Die Schlossstraße in Bensberg mit mehr als 20 km/h zu befahren gelingt vielleicht um drei Uhr nachts.

    Ansonsten stehen da Paketdienstfahrzeuge, Omma sucht einen Parkplatz, Fussgänger, Radfahrer,
    kaum einer kommt da überhaupt in den zweiten Gang, ich bin meistens mit dem Rad dort unterwegs,
    allemal schneller als alle Autofahrer. Da wird ständig ein- und ausgeparkt, die meisten Automobile verbringen auf der Schlossstraße mehr Zeit im Stillstand als das sie überhaupt fahren können.

    Seis drum, Schilda braucht Schilder, und wenn die besonders teuer sind ist man auch besonders stolz darauf.