Noch immer gibt es Fragen und Unsicherheiten zum Coronavirus. Wir listen die wichtigsten Fragen und Anworten auf. In verständlicher Sprache.

Was kann, was muss ich tun?

Ich habe Fieber, Schnupfen, Husten. Habe ich womöglich das Coronavirus?
Wahrscheinlich nicht. Zu Beginn kann sich die Infektion wie eine normale Erkältung mit Husten und Fieber anfühlen. Oder wie eine echte Grippe, bei der man sich meist schlagartig sehr krank fühlt, mit Fieber und Gliederschmerzen. Auch die breitet sich im Moment ebenfalls schnell aus.
Klären kann das nur Ihr Hausarzt. Rufen Sie die Praxis auf jeden Fall vorher an an, dann wird geprüft, ob ein Test auf das Coronavirus angezeigt ist.
Was mache ich außerhalb der Praxiszeiten?
Wenden Sie sich an den ärztlichen Notdienst unter der Notfall-Nummer 116117. Dort werden Sie weiter beraten. Mehr Infos zum Bereitschaftsdienst finden Sie hier.

Außerdem gibt es am Marien-Krankenhaus der GFO eine Notdienstpraxis (Dr. Robert-Koch-Str. 18) Auch hier sollten sie sich telefonisch anmelden, über die Notfall-Nummer 116117.

Das NRW-Gesundheitsministerium hat eine Hotline eingerichtet: 0211 855 4774. Sie ist allerdings nur werktags von 8 bis 18 Uhr besetzt.
Wie wird festgestellt, ob ich infiziert bin?
Dafür ist ein Labortest erforderlich. Diese Tests gelten als zuverlässig, Ergebnisse liegen in der Regel innerhalb von zwei Tagen vor. Allerdings kann es sein, dass bei symptomfreien Verdachtsfällen die Zahl der Viren noch zu gering ist, um nachgewiesen zu werden. Daher müssen diese Personen auch bei einem negativen Ergebnis in der Regel isoliert bleiben.
Wie schnell zeigen sich die Anzeichen einer Infektion?
Die sogenannte Inkubationszeit beträgt zwei Wochen. In dieser Zeit könnte man den Virus weiter geben, ohne ihn selbst bemerkt zu haben – und daher dauern Quarantänemaßnahmen in der Regel zwei Wochen.
Wie wird das Coronavirus verbreitet?
Der Virus vermehrt sich zunächst vor allem in der Mundhöhle und im Rachen, er verbreitet sich von Mensch zu Mensch, vor allem durch Tröpfcheninfektion. Das kann direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie der Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden 

Wie lange der Virus außerhalb des menschlichen Körpers überlebt und über Gegenstände wie Türklinken übertragen wird, ist umstritten.
Wie kann ich mich vor einer Infizierung schützen?
Alle Experten empfehlen häufiges Händwaschen, mit warmen Wasser und Seife. Das hilft gegen alle Infektionskrankheiten, auch gegen die Grippe. Unterwegs kann man ein Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis verwenden.

Grundsätzlich sollten man Abstand zu seinen Mitmenschen – und große, dichte Menschenansammlungen meiden. Ein bis zwei Meter Mindestabstand empfiehlt das Robert-Koch-Institut, wenn jemand hustet oder niest.

Man sollte nicht in die Hände niesen oder husten, sondern in ein Einmal-Taschentusch oder zur not in die Ellenbeuge. Im öffentlichen Raum könnten Viren auf Türklinken, Wasserhähnen, Geländern oder Haltegriffen lauern – und auch auf den Händen anderer Menschen. 

Hilfreich ist es daher, auf den Handschlag zu verzichten und die eigenen Hände aus dem Gesicht zu halten. So verhindert man, dass Viren, die man an Türklinken oder anderen Oberflächen aufgenommen hat, in Augen, Nase oder Mund gelangen. Das sind die wesentlichen Einfallstore für Viren dieser Art in den menschlichen Körper.

Gesichtsmasken schützen vor allem die Mitbürger, wenn sie von Kranken getragen werden.
Soll man sich jetzt noch gegen Grippe impfen lassen?
Wer Keuchhusten, eine Lungenentzündung oder die Grippe hat und sich zusätzlich eine Infektion mit dem neuen Coronavirus zuzieht, ist besonders gefährdet. Daher ist eine Grippeimpfung sinnvoll, um eine solche Doppelinfektionen zu vermeiden.
Sollte ich Vorräte anlegen?
Hier gilt es Augenmaß zu halten, in einigen Supermärkten werden die Grundnahrungsmittel bereits knapp. Grundsätzlich ist es gut, einen Notvorrat für einige Tage zuhause zu haben, an Lebensmitteln und an Medikamenten, auf die man angewiesen ist.

Ohnehin empfiehlt das Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, immer einen Vorrat für 10 Tage im Haus zu haben.

Was passiert bei einer Erkrankung?

Wie verläuft eine Erkrankung?
Die vom neuen Coronavirus ausgelöste Erkrankung heißt Covid-19. In der Regel verläuft sie harmlos; viele Betroffene merken kaum etwas, andere haben Schnupfen und Husten. Aber bei etwa 14 Prozent der Patienten kommt es zu schweren Symptomen wie Atemnot. Für etwa fünf Prozent der Infizierten kommt es zu lebensbedrohlichen Folgen wie Atemstillstand, septische Schocks, Lungenentzündungen oder Multiorganversagen.
Wie gefährlich ist das Coronavirus?
Nach Schätzungen der WHO sterben 0,3 bis 1 Prozent aller mit dem Coronavirus Infizierten. Diese Angaben sind aber noch unsicher. Bei früheren ähnlichen Erregern wie SARS war die Quote mit zehn Prozent sehr viel höher. In einer durchschnittlichen Grippesaison liegt die Sterblichkeit durch Influenzaviren bei 0,1 Prozent. Für ältere Männer mit Vorerkrankungen scheint der Erreger besonders gefährlich zu sein. Kinder sind zwar nicht immun, doch verläuft die Krankheit bei ihnen in der Regel mild.
Gibt es Medikamente oder Impfstoffe gegen das Coronavirus?
Bislang nicht. Es wird mit Hochdruck daran gearbeitet, aber bis die Stoffe gefunden, erprobt und zugelassen sind, braucht es Zeit.

Was passiert bei einer Ausbreitung hier vor Ort?

Wer ist für was zuständig?
Zunächst einmal ist das Gesundheitsamt bei der Kreisverwaltung zuständig. Es steht im engen Austausch mit dem Landeszentrum Gesundheit, den Krankenhäusern und über die Kassenärztliche Vereinigung mit den niedergelassenen Ärzten. Im Kreishaus laufen die Meldungen über mögliche Fälle ein, hier sitzt ein Krisenstab, der Empfehlungen und Entscheidungen ausspricht.
Mit welchen Maßnahmen ist zu rechnen?
Bei bestätigten Fällen ist es das erklärte Ziel des Gesundheitsamtes, die Infektionskette zu unterbrechen. Zum Beispiel durch Maßnahmen wie die Quarantäne von Einzelpersonen – auch in den eigenen vier Wänden.

Oder auch durch die Schließung von Gemeinschaftseinrichtungen. Dazu zählen unter anderem Schulen, Kindergärten und Schwimmbäder. Also ganz generell Orte, wo viele Menschen zusammentreffen. 

Das Gesundheitsamt würde bei einem bestätigten Fall mögliche Kontaktpersonen des Erkrankten ermitteln und begleiten, sagt Dr. Cornelia Scherzberg, Leiterin des Gesundheitsamts.
Warum müssen auch Kontaktpersonen 14 Tage in Quarantäne?
Bei bestätigten Fällen soll die Ausbreitung gebremst werden. Dafür sollen die Kontaktpersonen von bestätigten Infektionsfällen möglichst lückenlos identifiziert und ihr Zustand für die Dauer der Inkubationszeit (14 Tage) in häuslicher Quarantäne beobachtet werden. Gleichzeitig werden weitere Kontakte der Betroffenen auf ein Minimum reduziert.

Das Gesundheitsamt legt im Einzelfall das konkrete Vorgehen fest. Zu den Empfehlungen kann gehören, zu Hause zu bleiben und/oder Abstand von Dritten zu halten.
Wie wird die Gefahr für Kontaktpersonen bewertet?
Bei Kontaktpersonen wird zwischen drei verschiedenen Graden unterschieden.

Eine Kontaktperson ersten Grades stand in direktem physischen Kontakt mit einer möglicherweise infizierten Person. Da der Übertragungsweg des Corona-Virus über Tröpfcheninfektion erfolgt,  ist der unmittelbare Kontakt entscheidend. Dazu gehört zum Beispiel ein mindestens 15-minütiger Gesichts-Kontakt, beispielsweise im Rahmen eines Gesprächs. Ein Infektionsrisiko ist hier gegeben.

Die Kontaktperson zweiten Grades stand hingegen in weniger engem Kontakt mit der infizierten Person. Beispielsweise hat sie sich mit der infizierten Person zwar  in einem räumlichen Umfeld aufgehalten jedoch hat der Kontakt nicht direkt und über einen Zeitraum hinweg bestanden. Das Infektionsrisiko ist in diesem Fall gering. 

Als Kontaktperson dritten Grades wird vom Robert-Koch-Institut medizinisches Personal angesehen, welches adäquate Schutzkleidung getragen hat und einen Kontakt von weniger als zwei Metern geführt hat. Hier geht das Infektionsrisiko gegen Null. 

Das Gesundheitsamt des Rheinisch-Bergischen Kreises betrachtet immer den Einzelfall. Dann wird über weitere konkrete Maßnahmen entschieden.
Können Arbeitnehmer zu Hause bleiben, wenn Schulen oder Kitas geschlossen sind?
Im Notfall ja. Ob die Arbeitnehmer weiter Gehalt bekommen, hängt arbeitsrechtlich davon ab, ob wirklich keine andere Betreuung möglich war. Zunächst sollte man mit seinem Arbeitgeber sprechen. Möglicherweise kann im Homeoffice gearbeitet werden, Überstunden abgefeiert oder Urlaub genommen werden.
Wie bereite ich mich auf Beschränkungen vor?
Auch im Rheinisch-Bergischen Kreis könnten Einrichtungen geschlossen oder die Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden. Solche Maßnahmen werden mit Sicherheit nicht leichtfertig getroffen, sind aber nicht ausgeschlossen.

Spielen Sie das gedanklich einmal durch: wie können Sie Ihre Kinder betreuen, um welche Angehörigen müssen Sie sich kümmern, wie gelangen Sie zur Arbeit oder können Sie zuhause arbeiten, …?
Wie kann ich helfen?
Sehr gute Frage. Zunächst einmal, indem Sie Risiken minimieren, sich an die Empfehlungen halten und einer Panik entgegenwirken.

Denken Sie an ihre Mitmenschen. Sind Ihre (älteren) Angehörigen und Nachbarn informiert? Reden Sie über Sorgen und Ängste, halten Sie sich an die Fakten.

Schonen Sie das Gesundheitssystem so gut Sie können. Arztpraxen und Krankenhäuser sind ohnehin belastet, hinzu kommt die Grippewelle und jetzt womöglich auch noch Corona.

Sollt es im Umfeld zu Quarantänemaßnahmen kommen können Sie sich um die Versorgung kümmern, ohne direkten Kontakt aufzunehmen.

Bewahren Sie die Ruhe, lassen Sie sich durch Rundmails und WhatsApp-Gruppen nicht verunsichern, informieren Sie sich aus seriösen Quellen.

Grundsätzliche Fragen

Wieviele Coronafälle gibt es in RheinBerg, in NRW, in Deutschland?
Im Rheinisch-Bergischen Kreis ist am 1. März ein erster Fall einer Frau in Overath bekannt geworden, inzwischen sind acht Personen infiziert.

In NRW waren am 9. März knapp 500 Fälle gemeldet. Hier und in ganz Deutschland verändert sich die Lage jedoch rasch, ständig aktuelle Zahlen für alle Bundesländer gibt es auf der Website des Robert-Koch-Instituts. Eine sehr dertaillierte weltweite Übersicht hält die WHO vor.

Was ist eigentlich ein Coronavirus?
Coronavirus ist eigentlich ein Oberbegriff für eine bestimmte Gruppe von Viren, die erstmals Mitte der 1960er Jahre identifiziert wurden. Sie können Menschen und Tiere infizieren. Beim Menschen verursachen sie verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie dem Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder dem Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). Der aktuelle Coronavirus heißt SARS-CoV-2, die von ihm ausgelöste Krankheit wird Covid-19 genannt.
Verschwindet das Virus irgendwann wieder von selbst?
Erreger wie Grippeviren verbreiten sich bevorzugt im Winter und ebben dann wieder ab. Ob das auch beim Coronavirus der Fall ist, ist bislang unklar.
Wenn die Erkrankung in der Regel mild verläuft, warum ist die Aufregung so groß?
Dafür gibt es mehrere Gründe.

Erstens verbreitet sich der Virus durch die Globalisierung in der ganzen Welt sehr schnell. In Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen kann das sehr schnell dramatische Ausmaße annehmen.

Und auch in hochentwickelten Ländern wie Deutschland kann es zu Todesfällen kommen.

Eine echte Epedemie hätte zudem hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen. Schon jetzt werden viele Messen und große Veranstaltungen abgesagt, bei Quarantänemaßnahmen kommen viele Unternehmenszweige zum Erliegen.

Quellen: Kreisverwaltung, Robert-Koch-Institut, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Wir aktualisieren diesen Beitrag regelmäßig. Aktueller Stand: 2. März, 19 Uhr. Bitte beachten Sie: Wir können nur allgemein informieren, wenden Sie sich in allen konkreten gesundheitlichen Fragen an Ihren Arzt oder die genannten Kontaktstellen.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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5 Kommentare

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  1. Bitte wenden Sie sich an das Gesundheitsamt, über das Bürgertelefon:02202 131313.

    Oder an die Hotline des Landes Nordrhein-Westfalen: 0211 8554774

  2. Guten Tag meine Tochter ist seid Freitag krank und war nicht in einer infizierten Region. Gestern war sie beim Arzt, der hat sie mit grippalen Infekt ny h Hause geschickt. Eir jenn mittlerweile Fälle, da ist die Ansteckung unklar.
    Müsste bucht generell ein Ausschlussverfahren gemacht werden ? Web meine Tochter Corona hat, mal hypothetisch!
    Wie werden die Fälle ermittelt, wenn diese Personen die heftig krank sind nicht auf Corona getestet werden?
    Mag
    Astrid Fischer

  3. Liebe Frau Bilstein, genau das macht das Gesundheitsamt seit gestern: es überprüft alle potenziellen Kontaktpersonen und informiert sie direkt.

  4. Hallo,
    es ist wichtig zu erfahren, wo sich die infizierte Patientin aufgehalten hat, um feststellen zu können, ob man ihr begegnet ist.