Die Politik drängt, doch die Stadtverwaltung kann nicht liefern: Vielfältige und komplexe Abstimmungen in der Verwaltung verzögern die Neueröffnung. Jetzt zieht Kämmerer Frank Stein das Projekt an sich. Klar ist: So schnell wird das nichts.

Die dezentralen Bürgerbüros in den Stadtteilen Refrath und Bensberg können nicht so schnell an den Start gehen, wie sich das der Stadtrat und die Verwaltung wünschen, berichtet die Stadtverwaltung.

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Nachdem der bekannte Service in den Räumen der lokalen Banken im vergangenen Jahr aus Spargründen eingestellt worden ist, hatten die Ratsmitglieder verlangt, in Bensberg und Refrath wieder feste Anlaufstellen einzurichten.

Die Stadtverwaltung hatte verschiedene Optionen geprüft, für Refrath wurde ein Geschäftslokal angemietet. In Bensberg soll der Standort des aktuellen Stadtteilbüros für das Integrierte Handlungskonzept in der Schlossstraße mitbenutzt werden.

Nach Begehungen hatten die Fachleute die Geschäftslokale für grundsätzlich gut geeignet erklärt. Daher wurden auch Mietverträge abgeschlossen.

Viele Beteiligte, viele Gespräche, keine Ergebnisse

Doch nun werden neue Probleme deutlich – und eine Kooperation diverser Fachbereiche notwendig, erläutert die Stadtverwaltung.

Der Fachbereichs 3 (Bürgerbüro) ist grundsätzlich zuständig, um zu klären, welche Arbeitsmittel benötigt werden. Der Fachbereich 6 (Bauaufsicht und Stadtteilbüro bzw. InHK Bensberg) ist für die Nutzungsänderung und den Untermietvertrag sowie die Raumaufteilung zuständig und der Fachbereich 8 (Hochbau) für die Umbauten.

Nun zeigt sich, dass die Räume in Sachen Barrierefreiheit und Arbeitsschutz aufgerüstet werden müssen – und dabei reden dann auch Personalrat und Inklusionsbeauftragte mit.

In Bensberg gibt es mit dem Stadtteilbüro für das Integrierte Handlungskonzept noch einen zweiten Nutzer. Auch hier seien noch Abstimmungen und Umbauten notwendig. Und auch mit den Vermietern müsse noch einmal verhandelt werden.

Stein zieht das Projekt an sich

Kämmerer Frank Stein zeigt Verständnis für die Kritik an der verzögerten Inbetriebnahme, er sei „persönlich damit sehr unzufrieden”, heißt es in der Stellungnahme.

Deshalb habe er das Projekt am Mittwoch „an mein Dezernat gezogen”. Er werde kurzfristig die erforderlichen Maßnahmen einleiten, insbesondere auch die notwendigen Gespräche mit dem Personalrat und der Inklusionsbeauftragten sowie auch dem Vermieter führen, sagt Stein.

Aber auch Stein traut sich nicht zu, eine verlässliche Prognose für den Eröffnungstermin zu nennen. Es müsse konkret geplant werden, dann steht die Ausschreibung der Bauarbeiten an, und dann wird irgendwann umgebaut.

Nur nebenbei: Arbeitsschutz und Barrierefreiheit verhindern es auch, die Räume in Refrath als Direktwahlbüro für die Seniorenbeiratswahl zu nutzen.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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10 Kommentare

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  1. @ Kahn: Ihrer Meinung kann ich mich zu 100 Prozent anschließen!!! Sehr wahr und sehr gut geschrieben!

  2. @Kahn
    Sie haben meine Zustimmung!
    Ergänzen möchte ich noch, dass ich ein Vokabular wie “ABSOLUTUNFÄHIG” und “einfach widerlich” unangemessen und respektlos finde. Ich finde, auf diesem Niveau sollte nicht kommentiert und diskutiert werden.

  3. Leider kann ich den ein oder anderen Beitrag in Bezug auf die mobilen Bürgerbüros die hier geäußert werden rein garnicht nachvollziehen. Hier wird auf hohem Niveau, seine persönliche Unzufriedenheit und eventuelle Bequemlichkeit zu Tage getragen, meiner Meinung nach. Bergisch Gladbach hat eines der kundenfreundlichsten Bürgerbüro s überhaupt. Was mich zu dieser Aussage bewegt? 1. Die Öffnungszeiten sind mehr als bürgerfreundlich. Das Publikum, dass sich nach der Schließung der Öffnungszeiten noch im Bürgerbüro befindet wird tagtäglich von den dortigen Mitarbeitern* innen abgearbeitet. Das ist noch lange nicht überall der Fall. Andere Gemeinden handhaben das ganz anders. Da ist mit den Schließungszeiten Ende. Die Bürger müssen dann halt am nächsten Tag nochmal wiederkommen. 2. Es ist jeden Samstag geöffnet, dass findet man auch nur in wenigen Gemeinden vor. 3. Die Anfahrt zum zentralen Bürgerbüro ist erstklassig im Gegenteil zu anderen Städten im Umkreis. Die Busse fahren die Haltestelle ” Am Markt” ja fast im 10 Minuten Takt an, grade aus Bensberg und Refrath. Von da aus ist es, mit Verlaub, ein Katzensprung zum Bürgerbüro. Der dortige Eingang ist auch barrierefrei. 4. Hinter bzw. neben der Stadtverwaltung gibt es auch einen Parkplatz und im Umkreis weitere. Weshalb also noch mobile Aussenstellen, die viel Geld kosten? Sorry, auch die Einschätzung der Politik das die mobilen Bürgerbüros zu einer Entzerrung der Wartezeiten im zentralen Bürgerbüro führen, kann ich nicht nachvollziehen.
    Das Gegenteil wird der Fall sein, meiner Meinung nach. Das Personal was dort abgezogen wird für die mobilen Aussenstellen fehlt dann dort.
    Das “Problem” mit den “sogenannten” langen Wartezeiten, liegt doch ganz woanders begraben. Heute muss man in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Aber was sind den überhaupt lange Wartezeiten? Für den einen sind es 5 Minuten, für den nächsten 10 Minuten, für einen weiteren 1 Stunde. In unsere heutigen schnelllebigen Zeit, hat doch keiner mehr Zeit und noch weniger Geduld. Jeder fühlt sich ja mittlerweile, wie der Nabel der Welt, betritt er einen Raum, dann möchte er sofort bedient werden. Passiert das nicht, hagelt es sofort Beschwerden oder Kritik. Ist das noch normal? Vielleicht sollten die Leute die sich hier über die Arbeit der Stadtverwaltung beschweren mal in sich gehen und sich selber einmal Fragen, ob sie in ihrem eigenen Arbeitsbereich jeden Tag 100% geben können und jede Entscheidung direkt, ohne wenn und aber, aus ihren eigenen Arbeitsbereich umsetzbar ist, ich persönlich glaube das ja eher nicht. Noch sind wir ja alle, Gott sei Dank, Menschen und keine Maschinen, ansonsten hätten wir ja alle schon den Grad der Göttlichkeit erreicht. Meine Meinung.

  4. Wer ist für diesen Mißstand verantwortlich; welche personellen Konsequenzen werden gezogen??? Es ist einfach widerlich, was in Bergisch Gladbach abgeht……

  5. Wenn es darum ginge, eine Liste mit den Verwaltungen vieler Gemeinden im Umkreis aufzustellen, um eine Rangfolge der Effektivität zu finden, würde die Verwaltung Bergisch Gladbachs erst gar nicht darauf erscheinen. Immer wieder ärgert sich der Rat über die Ineffektivität etlicher Abteilungen, immer wieder wird Geld zum Fenster rausgeschmissen. Jetzt hat man 2 Örtlichkeiten angemietet ohne einziehen zu können. Das ist we bei dem Mieter einer Wohnung, der sie ungenutzt lässt, weil er sich über die Wahl der Möbel nicht einig wird. Eine Stadt, die kein Geld hat, leistet sich ungenutzte aber bezahlte Räumlichkeiten, weil ihre Verwaltung an manchen Stellen einem fußkranken Pferd gleicht. Die Chefs der Verwaltung – Bürgermeister und 1. Beigeordneter – haben selbige nicht im Griff, sitzen von der Bevölkerung angemahnte Probleme aus und reagieren nicht, wenn ihnen von ihren Mitarbeitern mal wieder ein X für ein U gemacht wurde. Armes Bergisch Gladbach.

  6. Eine mehr als traurige Odysee. Das macht mich fassungslos, wie Politik und Verwaltung sich selbst behindert….. bitte dringend vorantreiben, Herr Stein!

  7. Es ist sehr bedauerlich, dass bis dato schon Mieten bezahlt werden – was für eine Verschwendung!!! Dafür habe ich nur wenig Verständnis. Bürgerbüros in den Stadtteilen Refrath und Bensberg sind absolut sinnvoll.

  8. Wenn man das liest, kommt das Gefühl auf, als ob man einen kabarettistischen Vortrag liest.
    Viel Erfolg!!!!!

  9. Für uns Bürger ist das unverständlich, dass so viele Umstände damit verbunden sind.
    In Refrath stehen viele Ladenlokale leer. Da braucht man gar nicht erst umbauen um es barrierefrei zu machen.