Noch vor Ostern will die Tafel die ersten Gutscheine an ihre Kunden ausgeben, über zwei Monate hinweg sollen insgesamt 100.000 Euro aus Mitteln der Bethe-Stiftung den Bedürftigen durch die Corona-Krise helfen.

Erich und Roswitha Bethe hatten insgesamt eine Million Euro aus den Reserven der Stiftung angeboten, um den ärmsten Bevölkerungsgruppen in der Not zu helfen. Ein Viertel davon soll in den Rheinisch-Bergischen Kreis gehen, 100.000 alleine nach Bergisch Gladbach.

Die Tafel Bergisch Gladbach hat jetzt ein Modell entwickelt und abgestimmt, wie das zu machen ist. Und zwar, ohne die Ehrenamtler der Tafel oder die Kunden dem Risiko einer Infektion auszusetzen, bestätigte jetzt der Vorstand der Tafel.

Neutrale Gutscheine für den Supermarkt

Für das Geld werden neutrale Gutscheine im Nennwert von fünf Euro pro Stück gekauft, bei einem privaten Unternehmen, das wiederum Verträge mit den gängigen Supermarktketten (Rewe, Penny, Kaufland, Kamps) hat. Alkohol oder Tabak kann damit nicht gekauft werden.

Die Tafel prüft jetzt ihre Kundenkartei: jede Person, die in den letzten drei Monaten als Kunde aktiv war (und deren Bedürftigkeit damit dokumentiert ist) bekommt, per Post und in zwei Schüben (im April und im Mai) einen Anteil.

Bei gut 1000 Kunden wären das knapp 100 Euro, pro Person. Die Tafel-Kunden hatten mit der Schließung der Tafel eine wichtige Möglichkeit verloren, ihre Lebensmittelversorgung auszubessern.

Die Gebühren für das Gutscheinunternehmen, die Organisation und den Versand übernimmt die Tafel, aus ihren Reserven oder über zusätzliche Spenden. „Wir sind ja nur die Briefträger – und wir wollen, dass das Geld von Erich und Roswitha Bethe vollständig ankommt”, sagt Tafel-Vorstand Markus Kerckhoff.

Lösung für die Älteren noch offen

Offen ist nach wie vor, mit den Menschen, die bislang vor allem aus Schamgründen die Tafel gemieden haben und keinen gültigen Ausweis besitzen. Geld wäre dafür da, die Tafel vergibt ja nur einen Teil der 250.000 Euro, die dem Kreis RheinBerg zugedacht sind.

Offizieller Empfänger der Bethe-Spende ist ohnehin Landrat Stephan Santelmann. Der möge sich, so die Anregung des Tafel-Vorstands, an die Kirche wenden, die überall im Kreis einen guten Zugang zu den Senioren habe.

Wo sind die Millionäre?

Damit ist die Geschichte allerdings noch nicht zu Ende. Erich Bethe hofft, dass seine Spendenaktion auf Nachahmer trifft. Es gebe in RheinBerg und in der Region ja einige Millionäre, die sich jetzt solidarisch zeigen könnten.

Immerhin, eine Spende aus Bergisch Gladbach über 50.000 Euro sei bereits zugesagt.

Hinweis der Redaktion: Die Bethe-Stiftung selbst kann keine Spenden Dritter annehmen, ist aber gerne bereit, Kontakte zu vermitteln. Erich Bethe ist am besten per Mail zu erreichen.

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Bethe: Eine Million Euro für die Ärmsten der Armen

Normalerweise fördert die Bethe-Stiftung gute Aktionen, indem sie Spenden verdoppelt. In der Corona-Krise greifen Roswitha und Erich Bethe jedoch in die Reserven und stellen eine Million Euro zur Verfügung, um die Kunden der Tafel zu versorgen. Ein Viertel davon soll in den Rheinisch-Bergischen Kreis gehen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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3 Kommentare

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  1. Danke für den Hinweis. Wir hatten im ersten Beitrag zum Thema geschrieben, dass die Bethe-Stiftung selbst keine Spenden Dritter annehmen kann. Sie ist aber gerne bereit, Kontakte zu vermitteln. Erich Bethe ist am besten per Mail zu erreichen: erichbethe@gmail.com

    Wir haben den Beitrag ergänzt.

  2. Es wäre sicher hilfreich und Zeit sparend, wenn im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Zuwendungen der Bethe – Stiftung an die Tafel eine Kontonummer für Spenden durch die Bevölkerung angegeben wird. Danke