Am 4. Mai sollen auch die Grundschulen mit der Öffnung des Schulbetriebes beginnen – zunächst mit den vierten Klassen. Vorgaben für die Organisation gibt es eine Woche vor dem Termin noch nicht. Am Dienstag will die Regionalkonferenz der Grundschulleiter in der Stadtmitte Vorschläge erarbeiten.

Drei Klassen, insgesamt rund 60 Schüler:innen, erwartet Florian Lambertz, Schulleiter der Gemeinschaftsgrundschule An der Strunde, zum Start am 4. Mai. Dann sollen nach Vorgabe des Landes die Kinder der 4. Klassen wieder die Schulbank drücken. Hinzu kommen acht bis neun Kinder aus der Notbetreuung.

Wie der Schulbetrieb dann aussehen wird, ist derzeit jedoch noch völlig offen: Angaben, in welchem Umfang der Unterricht stattfinden soll, gebe es derzeit noch nicht, sagte Lambertz dem Bürgerportal. Die sollen frühestens am Mittwoch kommen.

Vorgaben oder Regelung in Eigenregie

Zuvor treffen sich die zwölf Schulleiter Stadtmitte in der Turnhalle der GGS An der Strunde, um an diesem Dienstag ihre Vorstellungen von der Machbarkeit des Schulstarts für die Viertklässler zu erörtern.

Als Sprecher der Regionalgruppe der Grundschulen Bergisch Gladbach Mitte wird Florian Lambertz diese Ergebnisse dann an die untere Schulaufsicht (Schulamt im Kreishaus) weitergeben. „Ich hoffe, dass es dann entweder eine Vorgabe gibt oder wir die Maßnahmen selbst regeln können,“ sagt der Schulleiter. Keiner wolle in der aktuellen Situation überfordert werden.

Behutsamere Schritte in Grundschulen

Grundlage ist die Abwägung zwischen dem Recht auf Schulbildung und der Notwendigkeit des Infektionsschutzes. Dies habe sich bislang ausgeschlossen, daher die Schulschließung. Lambertz plädiert nun für ein behutsames, schrittweises Vorgehen, ohne zu schnell zu große Schritte zu machen. Dies gelte insbesondere für das Stundenpensum.

Wenn möglich solle der Unterricht zunächst ohne eine Pause auskommen. Speziell in den Bewegungspausen seien die Mindestabstände selbst bei Einbahnregelungen in einer Grundschule nur schwer einzuhalten. In diesem Punkt unterscheide sich eine Grundschule von den weiterführenden Schulen.

OGS-Start offen

Auch für die Betreuung der Schüler:innen nach Schulschluss sind noch keine Regelungen vorhanden. „Es gibt immer noch keine klare Vorgabe, ob die OGS am 4. Mai startet oder nicht. Davon hört man nichts. Wir gehen davon aus, aber eine klare Ansage vom Ministerium gibt es noch nicht“, zeigt sich Lambertz verwundert.

Auch beim Thema OGS werde die Regionalkonferenz der Schulaufsicht Vorschläge unterbreiten: Denkbar sei zum Beispiel dass die Schüler:innen in ihren Klassen bleiben. Das sei am besten zu handhaben.

Klärungsbedarf bei Masken

Klar ist: Die Abstandsregeln in den Klassenräumen können eingehalten werden. Eine Handreinigung mit Wasser und Seife in den Klassenräumen kann an der GGS An der Strunde durchgeführt werden. Für Flächendesinfektionsmittel sorge der Schulträger, also die Stadt. Ob die Stadt Schutzmasken bereitstelle sei offen.

Generell ist jedoch noch keine Regelung getroffen worden, ob es eine Maskenpflicht für Grundschulen geben wird, berichtet Lambertz. Auch dies sei, wie das Einhalten der Abstandsregeln, eine Frage der Umsetzung: Maskenpflicht nur in der Pause? Was ist mit Kindern die keine Maske haben? Kommen die Grundschüler überhaupt mit der richtigen Handhabung klar? Alles das müsse berücksichtig werden.

Auch hierzu wird sich die Regionalkonferenz morgen beraten. Florian Lambertz plädiert dafür, dass die Grundschulen in der Stadtmitte „gleiche Systeme fahren“, nicht zuletzt um den Eltern ein entsprechendes Maß an Sicherheit und Verlässlichkeit zu geben.

Ab Klasse 1 und 2 wird es eng

Wann die weiteren Klassen wieder in die Grundschule zurückkehren, ist erst recht offen. Die dritten Klassen könnten unter den Vorgaben der Hygiene- und Abstandsregeln An der Strunde noch aufgefangen werden, sagt Lambertz.

Der Start weiterer Klassen, also Öffnung der kompletten Schule, sei in der aktuellen Situation indes kaum vorstellbar. Dies würde Schichtbetrieb bedeuten. Das sei aufgrund der räumlichen Kapazitäten als auch des Personalbedarfs bei den Lehrer:innen nicht machbar. Ohnehin fehle hier ein Fünftel, weil Angehörige der Risikogruppen zu Hause bleiben.

Sommerferien, Noten, Versetzung

Einer Verkürzung der Sommerferien kann Lambertz nichts abgewinnen, dies wäre kein gutes Zeichen gegenüber den Schüler:innen und Lehrer:innen, die den Home Schooling-Betrieb aufrecht erhalten haben.

Schulnoten würden zum Jahresende vergeben, zur Not auf Basis der Halbjahresnoten. Hier sei von einer entsprechenden Verordnung auszugehen. Sitzenbleiben werde in diesem Jahr kein Kind. So lautet die Vorgabe des Schulministeriums, die für alle Schularten gelte.

„Wir Lehrer müssen uns darauf einstellen, eventuelle Lücken (beim Lernstoff durch das Home Schooling, Anmerkung der Redaktion) zu schließen“, erklärt Florian Lambertz.

Weitere Beiträge zum Thema:

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.