Die Grundschulen öffnen ihre Türen Schritt für Schritt, die Rahmenbedingungen stehen jetzt: Die Viertklässler gehen am nächsten Donnerstag und Freitag zur Schule, am Montag danach folgen die anderen Jahrgänge, immer einer pro Werktag im Wechsel. Diese Präsenztage werden weiter durch die „Schule zuhause” ergänzt.

Die Ereignisse zum Ende der Corona-Ferien in den Grundschulen haben sich heute überschlagen. Nachdem es am Vormittag noch hieß, die Viertklässler würden statt am 4. Mai „frühestens” am 7. Mai starten und eine Regelung für die Klassen 1 bis 3 sowie die OGS noch nicht in Sicht war gab das Ministerium für Schule und Bildung in NRW (MSB) bereits am Nachmittag eine neue, überarbeitete Planungsgrundlage per Schulbrief heraus.

Was bedeutet das im Detail

Präsenzunterricht: Der Unterricht für die Grundschulen beginnt am 7. Mai, zunächst nur für die Viertklässler. Ab dem 11. Mai 2020 sollen in einem tageweise „rollierenden“ System die Kinder aller Jahrgangsstufen wieder in „ihre“ Schulen gehen.

Ein (frei erfundenes) Beispiel zur Illustration: Montags starten die Erstklässler, dienstags kommen die Zweitklässler, usw., freitags sind wieder die Erstklässler an der Reihe. Es soll so viel Unterricht wie möglich geben, aber keinen Schichtbetrieb. Im Schulbrief ist von ganztägigen Angeboten die Rede.

Das System wird auf geteilte Klassen hinauslaufen. Zudem werden, entgegen den Ankündigungen von heute früh, nun doch Pausen eingeplant, wenn auch zeitlich versetzt. Das bringt größere Herausforderungen für die Schulen in punkto Organisation mit sich, die nach wie vor die Hygieneregeln einzuhalten haben.

Die Pläne, die die Grundschulen Bergisch Gladbach Mitte bereits erarbeitet hatten, werden damit zum Teil wieder über den Haufen geworfen.

Berufstätige Eltern bekommen durch das rollierende System nur bedingt eine Planungsgrundlage und werden die detaillierten Maßnahmen „ihrer” Grundschulen abwarten müssen. Hierzu soll es konkrete Unterrichtspläne für alle Schuljahrgänge bis zu den Sommerferien geben.

OGS: Die Notbetreuung an der OGS soll unter Maßgabe der Hygieneregeln fortgeführt werden. Grundsätzlich könne man darüber hinaus davon ausgehen, dass ganztägige Betreuungs- und Bildungsangebote für die Kinder, die einen Betreuungsvertrag haben, an den Präsenztagen auch gewährleistet werde, heißt es im Schulministerium.

Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss: An Tagen, an denen Kinder – die nicht der Notbetreuung unterliegen – keinen Präsenzunterricht haben, steht für diese auch keine OGS-Betreuung zur Verfügung. Für berufstätige Eltern wird es also nur eine tageweise Entlastung geben.

Warum die ad hoc-Entscheidung: Laut Schulbrief habe das MSB kurzfristig erfahren, dass in der heutigen Corona-Runde von Bundesregierung und Landesregierungen KEINE neuen Beschlüsse zu den Schulen fallen sollen. Diese sollen erst nach am 6. Mai erfolgen, wenn neue und belastbare Infektionszahlen vorliegen, also zwei Wochen nach den ersten Öffnungen von Geschäften. Daher habe man schnell handeln müssen, so dass MSB.

Zickzack-Kurs

Ob die heute für NRW bekanntgegebenen Rahmenbedingungen zum Grundschulstart nach dem Treffen von Bund und Ländern am 6. Mai noch Bestand haben werden, dürfte also im Wesentlichen von der Entwicklung der Infektionszahlen abhängen.

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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