Joinville-le-Pont und Runnymede waren die einzigen beiden Partnerstädte, die man auf dem Stadtplan nicht finden konnte. Das hat sich geändert: beide sind nun durch die Umbenennung der beiden zentralen Plätze vor dem Bensberger Schloss prominent vertreten.

Städtepartnerschaften und freundschaftliche internationale Kontakte hatten in Bergisch Gladbach schon immer einen hohen Stellenwert. Die Städte Joinville-le-Pont und Runnymede waren bislang die beiden einzigen Partnerstädte von Bergisch Gladbach, die nicht in einem Platz- oder Straßennamen wahrnehmbar waren. Dies ändert sich nun durch die Umbenennung der beiden zentralen Plätze vor dem Bensberger Schloss.

„Die beiden Plätze stehen heute für die besondere Freundschaft zu unseren Partnerstädten. Auch wenn die Einweihungsfeier wegen der Corona-Pandemie auf nächstes Jahr verschoben werden muss, freuen wir uns die beiden Plätze bereits heute, am Tag der ursprünglich geplanten Eröffnung, zeigen zu können“, freut sich Bürgermeister Lutz Urbach.

Die Lage hat einen besonderen symbolischen Charakter: Nicht nur, weil zwischen den drei Städten eine dreiseitige Ringpartnerschaft besteht, sondern auch, weil das Bensberger Schloss in seiner Geschichte immer wieder Schauplatz verschiedener kriegsrelevanter Ereignisse wurde. Das 1882 errichtete Kriegerdenkmal mahnt heute als Zeugnis der Vergangenheit dazu, Frieden und Versöhnung immer wieder aktiv zu gestalten.

„Die Benennung der beiden Plätze vor dem Bensberger Schloss soll unseren festen Willen zum Ausdruck bringen, die Freundschaft und Verbundenheit mit den Menschen in unserer französischen Partnerstadt Joinville-le-Pont und in unserer englischen Partnerstadt Runnymede hier in Bergisch Gladbach und besonders in Bensberg zu bewahren, zu pflegen und weiterzuentwickeln“, erklärt Annerose Linden vom Bürgermeisterbüro, mitzuständig für die Städtepartnerschaften.

Die französische Stadt Joinville-le-Pont ist bereits seit dem 18. September 1960 Partnerschaft der Stadt Bensberg – seit 1975 hat die Stadt Bergisch Gladbach die Städtepartnerschaft fortgeführt. Die Partnerschaft und die Benennung des Platzes soll Frieden und europäische Freundschaften symbolisieren und weiter fördern. 

Runnymede ist der Name von Wiesen an der Themse bei der englischen Stadt Egham. Seit dem 8. Mai 1965 bestand die Städtepartnerschaft zwischen der britischen Stadt und der Stadt Bensberg. Als Datum für die Städteverschwisterung wurde bewusst der zwanzigste Jahrestag des Kriegsendes 1945 gewählt, der den Willen zur Freundschaft und zum Frieden zwi­schen den Partnerstädten symbolisieren sollte. Im Jahr 1974 ging die Stadt Egham in der neu gebildeten Stadt Runnymede auf, mit der die Stadt Bergisch Glad­bach die Städtepartnerschaft seit der kommunalen Gebietsreform von 1975 fortführt. 

Die Gestaltung der beiden Plätze wurde im Rahmen der Umbenennung aufgewertet: Durch die Aufbereitung der Bänke und den Ersatz eines Kugelahornbaumes wurde die Aufenthaltsqualität verbessert. Darüber hinaus wurde auf den Plätzen je ein Hinweisschild errichtet, das die Bedeutung der Plätze erklärt und auf die Städtepartnerschaften hinweist. Mittig unterhalb des Schilder sollen noch Siegelplatten mit den Logos der Städtepartnerschaften angebracht werden.

Auch wenn die Eröffnungsfeier der beiden Plätze wegen der Corona-Pandemie noch auf sich warten lassen muss, sind die Plätze bereits begehbar und Bürgerinnen und Bürger können sich über den symbolischen Charakter der Plätze und die Bedeutung der Städtepartnerschaften informieren.  

Bei der Vorstellung der Plätze waren anwesend (v.l.):Michael Thomys (Stadtgrafiker), Michael Zalfen (Zweiter Stellvertretender Bürgermeister), Bürgermeister Lutz Urbach, Josef Willnecker (Erster Stellvertretender Bürgermeister), Annerose Linden (Bürgemeisterbüro und Städtepartnerschaften), Angela Behrend (Arbeitskreis Partnerschaft mit Runnymede und Luton). Klaus Wohlt(Arbeitskreis deutsch-französische Freundschaft) und Anna Maria Scheerer (Dritte Stellvertretende Bürgermeisterin). Auf dem Gruppenfoto fehlt Frederik Saalmann.

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6 Kommentare

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  1. Nun hat es die „linke Abzocke“ sogar geschafft, aber auch jeden anderen Hinweis aus der aktuellen Kommentarspalte des Bürgerportals zu verdrängen. Ist das nicht langsam zu viel der Ehre?

  2. De benaming naar jumelage steden is goed maar wij kunnen
    Zeker de Belgische Militairen en families in Bensberg NIET
    Vergeten die er meer als 50 jaar gewerkt en gewoond hebben.
    Er waren ongeveer 320 families in woongebieden verstrooid
    In Bensberg zoals Rosenheck Saalerstr Kolnerstr Neuenweg
    Frankenforst en drie militaire plaatsen Schloss,Carpark en
    Faltorstr alsook school in Frankenforst.
    Ook was er een Duits-Belgische vriendschap opgericht door
    De Burgermeester Dr Muller-Frank.
    Al deze Belgen vergeten nooit hun verblijf in Bensberg.
    Met jumelage is het alleen bezoek en feestjes niet
    Met leven in en met Bensbergers.
    Een blijvende herinnering is het zeker waard.Zelf was ik 24 jaar
    Woonhaft in Bensberg “Mein 2 heimat”.
    Citaat:Goethe kam bis Bensberg
    Belgier waren wohnhaft in Bensberg.
    De keyser l oud militair.

  3. Wie recht Herr Speer damit hat, an die Motivation zu den Bensberger Jumelagen mit Egham und Joinville le Pont zu erinnern, kann ich aus meiner Erinnerung sehr gut bestätigen und ich bin dankbar für seinen Kommentar.

    Auch ich würde es begrüßen, wenn der Name eines Platzes oder einer Straße im Umfeld von Schloß Bensberg an die „Belgische Epoche“ erinnert und hole deshalb etwas aus:

    Bevor Schloss Bensberg renoviert wurde war es Königlich Belgisches Atheneum und davor hieß es „Kazerne Dixmuide“ und beherbergte seit 1946 Soldaten der Belgischen Besatzung in NRW.

    Meine Kindheit und Jugend war durch ein Elternhaus geprägt, das immer auch ein offener Treffpunkt für alle Freunde aus Egham und Joinville war, aber ebenso für die Freunde aus Flandern, Wallonien und Brüssel.

    Es war meinem Vater ein äußerst ernstes Anliegen mitzuhelfen, das Nebeneinander der ehemaligen Kriegsgegner in ein Miteinander umzuwandeln. Neben den Jumelagen ergab das die Gründung des Deutsch-Belgischen Komitees 1960, das die Nachbarn in Bensberg einander näher brachte. Sein Favorit als Partnerstadt in Belgien wäre Waterloo gewesen.

    Ich verstehe Herrn Goovaerts und unsere anderen belgischen Freunde aus dieser Zeit sehr gut, dass sie enttäuscht darüber sind, dass kein Platz oder Straße im Umfeld der Dixmuide an ihre Bensberger Epoche erinnert.

  4. Lieber Herr Goovaerts, die Benennung des Schlossvorplatzes nach den beiden Partnerstädten der ehemaligen Stadt Bensberg erfolgte meiner Kenntnis nach anlässlich des 60sten und 55sten Geburtstages der Städtepartnerschaften.

    Das hat m. E. nichts mit EU-Politik zu tun, sondern würdigt die Städtepartnerschaft als Instrument der Völkerverständigung. Bürgermeister Dr. Müller-Frank und Stadtdirektor Wilhelm Wagener war es sehr wichtig, dieses Anliegen zu fördern und zu stärken.

    Leider fand sich bei der Suche nach Partnerstädten keine belgische Stadt, mit der eine „Jumelage” eingegangen werden konnte. Der Abschluss der Städtepartnerschaften hatte nichts mit „großer” Politik zu tun, sondern entsprach dem Wunsch dreier doch recht kleiner Städte nach Austausch und Begegnung.

    Ihr Anliegen berührt eine ganz andere Ebene der Beziehungen zwischen Belgiern und Bensbergern.

  5. Von 1956-1957 war ich als Flämischer Soldat auf unseren Bensberger Schloss (Zimmer 111 mit Blick auf der Kölner Dom) einquartiert. An dieser Zeit habe ich viele schöne Einnerungen behalten. Deswegen bin ich sehr entäuscht, dass nun -so viele Jahre später – die Vorplätze am Schloss benannt werden nach einer französischen und einer englischen Stadt. Diese Namensgebung käme einer flämischen Stadt zu. Wie EU-Politik zur Zeit funktioniert. Alles für die Großen und nichts für die Kleinen.

  6. Zur Entstehung der Städtepartnerschaften mit Joinville und Runnymede (Egham) lohnt sich ein Blick in die Zeitschrift “Heimat zwischen Sülz und Dhünn” 26, 2020 des Bergischen Geschichtsvereins Rhein-Berg e.V.