Der Deutsche Platz - auch bei Sonnenschein sehr schattig

Zur Vorbereitung der Neugestaltung des Deutschen Platzes und des Hindenburgplatzes im Rahmen des InHK Bensberg gibt es eine Beteiligung der Bürger. In einer ersten Testphase will die Stadt ein Meinungsbild erstellen – in Form einer Online-Befragung.

Wenn städtebauliche Neuerungen bevorstehen, ist es wichtig, dass Politik, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürger gemeinsam an einem Ergebnis arbeiten, das im Sinne des Gemeinwohls ist.

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Da im Rahmen des integrierten Handlungskonzeptes (InHK) Bensberg demnächst der Deutsche Platz und der Hindenburgplatz aufgewertet werden sollen, möchte die Stadtverwaltung in einer ersten Testphase einer Bürgerbeteiligung ein Meinungsbild der Bergisch Gladbacherinnen und Bergisch Gladbacher bekommen, um herauszufinden, welche Anforderungen an diesen Ort gestellt werden.

Hinweis der Redaktion: Der Deutsche Platz ist die Grünfläche am westlichen Ende der Schlossstraße, zwischen Gladbacher und Kölner Straße. Der Hindenburgplatz schließt sich als Dreieck nach Süden an.

Open Street Map

Erste Beteiligungsrunde fand 2016 statt

Zuvor stand die Stadtverwaltung im Jahr 2016 im Rahmen der Erstellung des InHK mit Bürgerinnen und Bürgern zu der Aufwertung der Grünflächen in einem Dialog. Die Beteiligung bestand aus Veranstaltungen für die allgemeine Öffentlichkeit und Werkstätten mit ausgesuchten Fachleuten/Experten.

Im Zuge dessen haben die Bürgerinnen und Bürger u.a. die Öffnung des Plangebietes in die Umgebung, Spielplatzaufwertung und eine Steigerung der Aufenthaltsqualität im Bereich des Deutschen Platzes thematisiert. 

Historischer Hintergrund: 1924 kam in Bensberg der Wunsch, den Gefallenen des 1. Weltkrieges ein Denkmal zu setzen. Der Kölner Bildhauer Ferdinand Flosdorf gestaltete ein Denkmal Basalt-Lava.Die am Fuße eingearbeiteten und von allen Seiten sichtbaren Soldatenköpfe symbolisieren, dass Deutschland im Krieg von allen Seiten umringt war, das bekrönende Schwert ist als Symbol des Friedens zu interpretieren, da die Schneide in den Fels gesenkt ist.

Dass ein Denkmal des Friedens an diesem Ort platziert wurde, ist kein Zufall, denn in seiner Geschichte hatte der Platz bereits drei Namen: Zwischen 1930 und 1933 hieß der Platz „Friedensplatz“ und diente als Festplatz. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde er in die Grundlagen der NS-Ideologie eingegliedert und hieß „Adolf-Hitler-Platz“. Nach dem 2. Weltkrieg fand er als „Deutscher Platz“ nur noch wenig Beachtung. 

Digitale Karte nimmt Fotos und Hinweise auf

Da wegen der Corona-Pandemie Beteiligungen vor Ort nur schwierig umzusetzen sind, verläuft die Testphase der Beteiligung online: Auf einer digitalen Karte können Punkte eingezeichnet, Anmerkungen geschrieben, und wenn gewünscht auch Fotos und Dokumente zur Erklärung hochgeladen werden.

Das Leitmotiv der Beteiligung ist eine „Stadtführung“: Die Bürgerinnen und Bürger versetzen sich in die Lage eines Stadtführers und beantworten Fragen wie „Welche Bereiche würden Sie der Gruppe unbedingt zeigen wollen?“ oder „Wo würden Sie etwas verändern, bevor Sie es Gästen/Touristen zeigen?“.

Von den Ergebnissen erhofft sich die Verwaltung die beliebten und unbeliebtesten Orte, besondere Blickbeziehungen aber auch Bereiche, die Angsträume bilden, von der der Bevölkerung zu erkennen. 

Weitere Formate werden entwickelt

Wenn die Möglichkeit zur Beteiligung gut angenommen wird, kann diese auch zu einem späteren Zeitpunkt in die weitere Beteiligung integriert werden, in der Begehungen und Führungen, oder auch Beteiligungsmöglichkeiten vor Ort im Stadtteilbüro geplant sind.

Die weiteren Beteiligungsformate werden aktuell erarbeitet und am 25. August 2020 im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss (SLPA) vorgestellt. Durch die Testphase soll ein erstes Stimmungsbild abgebildet und eine neue Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung ausprobiert werden. 

Wer sich beteiligen möchte kann die digitale Karte hier online  abrufen. Die Testphase läuft zwischen dem 16.07.2020 und dem 30.07.2020.

Wer weitere Informationen zur historischen Relevanz des Deutschen Platzes und des Hindenburgplatzes nachlesen möchte, kann sich hier informieren. Mehr Informationen zum InHK Bensberg sind hier zu finden

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Pressestelle Stadt BGL

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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5 Kommentare

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  1. Guten Tag,

    ich persönlich kann diesen teils sehr negativen Tenor hier ehrlich gesagt nicht ganz nachvollziehen. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle auch mal ein Lob aussprechen, dass sich die Stadt endlich für moderne Formen der Bürgerbeteiligungen öffnet, auch wenn vielleicht noch nicht alles perfekt läuft. Die Anwendung selbst jedenfalls finde ich gelungen, alles ist intuitiv bedienbar inkl. einer kurzen Anleitung und funktioniert sogar auf Smartphones.

    Viele Grüße

  2. Ein kurzer Gedanke vorneweg: Menschen machen Fehler und das ist (wenn es sich nicht gerade um eine lebensbedrohliche Situation handelt) völlig in Ordnung.

    Leider kann ich aber zu dem Thema BürgerInnenbeteiligung wirklich kein klares Konzept der Stadt Bergisch Gladbach erkennen. Mein subjektiver Eindruck lässt mich vermuten, dass es irgendwie auch nicht besser wird und aus Fehlern nicht gelernt wird.

    Eine öffentlich kommunizierte Standardisierung, die die Transparenz der Handlungsschritte im Beteiligungsprozess wiedergibt, fehlt m.E. fast völlig. Wenn hierbei BürgerInnenbeteiligung langfristig nicht zu reiner Pseudopartizipation führen soll, dann muss es u.a. auch eine echte und nachhaltige Evaluation geben.

    Es sollten im Nachgang z.B. immer die Fragen erlaubt sein: Was ist gut gelaufen? Wo waren die Stolpersteine? Was müssen wir besser machen? Diese Erkenntnisse müssen dokumentiert werden, denn sie bieten die Planungsgrundlage für die nächste Planungssituation.

    Konkret zur Sache: Auch wenn aktuell kreative (kontaktlose) Formate gefragt sind, sollte ein Link zur BürgerInnenbeteiligung natürlich auch funktionieren. Das wäre aber tatsächlich nicht mein Hauptkritikpunkt: In meinen Augen muss ein erstes Stimmungsbild (Was denkt der Bürger? Was denkt die Bürgerin?) ein eher niederschwelliges Angebot sein und eine offene Fragestellung als Ansatz haben.

    Ein virtuelles Rollenspiel mit einer interaktiven Karte und einer sehr geschlossenen Fragestellung sehe ich im Beteiligungsprozess nicht als zielführend an. Zudem ist das gewählte Zeitfenster bemerkenswert klein. Ja – Menschen machen Fehler, aber das muss im Sinne der Bürgerinnen und Bürger auf jeden Fall besser gehen!!!

    Christian Maimer
    Freie Wählergemeinschaft Bergisch-Gladbach
    Kandidat für die Kommunalwahl im Wahlbezirk Refrath-Frankenforst

  3. Als IT-Dienstleister hätte ein Freischalten dieser Anwendung nicht erfolgen dürfen.

    Als Verantwortlicher für den Prozess der Bürgerbeteiligung hätte ich die Freischaltung verhindern müssen.

    Ja, lieber Herr Engelbert Manfred Müller, da es für die Bürgerbeteiligung bis heute keinen festgelegten Prozess gibt, erlebt man auch eher selten oder aber zufällig den Fall, dass ein Bürgerwunsch im Ergebnis sichtbar wird.

    Aber Sie haben natürlich auch noch andere Möglichkeiten der Kommunikation mit der Verwaltung, das Ergebnis ist allerdings vergleichbar.

    Am 13. September 2020 ist Kommunalwahl, da ist der Prozess der Bürgerbeteiligung sichergestellt, mit Ihrer Stimme werden Sie im Ergebnis sichtbar. Kein “weiter so”, keine neuen Lernkurven bei Standards.

  4. Unbeholfener Verbesserungsversuch: In einem Anruf von der Pressestelle wurde mir nun mitgeteilt, dass ein Fehler im Zugang unterlaufen sei. Der sei jetzt korrigiert. Bei einem erneuten Teilnahmeversuch zeigte sich, dass das stimmte. Der Zugang gelang nun. Alles Weitere bleibt mir schleierhaft. So kann man keine Bürgerbeteiligung organisieren. Warum werden solche digitalen Versuche nicht vorher von der Verwaltung ausprobiert, bevor man damit die Öffentlichkeit frustriert?

  5. Ist Bürgerbeteiligung wirklich gewollt? Ich wollte auf jeden Fall daran teilnehmen, klickte auf den o.a. Link und stand dann nach dem Eingeben meines Namens und eines Passworts vor einem Problem. Angeblich waren sie falsch, wie sie aber sein sollten- keinerlei Hinweis. Da in dem Artikel der Pressestelle keine Telefonnummer angegeben ist, suchte ich mir die mühsam im Internet heraus. Bei Frau Linnenbrink und Herrn Röling konnte ich keine telefonische Verbindung herstellen. Bei der 3. Nummer konnte mir Frau Breuer, die zwar sehr freundlich mit mir redete, keine Auskunft geben, wollte stattdessen meine Nummer, um sie an den zuständigen Sachbearbeiter weitergeben zu können. Ich konnte den Sachbearbeiter nicht sprechen. Übrigens ist in dem o.a. Artikel von einer Führung die Rede. Dazu aber -kein Termin. Das Ganze ist eine Probephase für diese -neue- Art der Bürgerbeteilung, die schon in 10 Tagen endet. Ich stelle mir ernsthaft die Frage: Ist hier Bürgerbeteilung wirklich gewollt?