Mit Fragen zum Thema Integration geht die Flüchtlingshilfe Paraplüs auf Bürgermeisterkandidaten und Ratsfraktionen zu. Wohnen, Hilfe, Ausbildung und Arbeit – wie stehen die Kandidaten und politischen Lager dazu?

Paraplüs: Das ist die Netzwerkinitiative zur Flüchtlingshilfe in Bergisch Gladbach. Vor kurzem gegründet, geht sie im Vorfeld des Wahlsonntags mit konkreten Fragen zur Integration auf die Politik zu.

Mehr Infos: Die Arbeit und die Ziele des Paraplüs Kernteams werden am Sonntag, 23. August 2020, um 19.00 Uhr auf Radio Berg vorgestellt.

„Die Integration von Menschen mit einer Fluchtgeschichte stellt für die Stadt Bergisch Gladbach eine Herausforderung und gleichwohl große Chance dar. Insbesondere die Frage des Umgangs mit den Schutzsuchenden ist ein Gradmesser für Entwicklungen im humanitären Bereich, denn auch auf kommunaler Ebene werden wichtige Entscheidungen über die asyl- und aufenthaltsrechtlichen Rahmenbedingungen getroffen”, erklären die Initiatoren der Umfrage.

Drei Themenkomplexe

Die Umfrage läuft bis zum 1. September 2020. Ratsfraktionen und Bürgermeisterkandidaten sollen Auskunft zu folgenden Themen geben:

  • Wohnen: Viele Flüchtlinge wohnen nach Angaben von Paraplüs in überteuerten Unterkünften. Wie soll bezahlbarer Wohnraum für geflüchtete Menschen gefördert werden?
  • Flüchtlingshilfe: Wie können Ehrenamtler an kommunalen Beschlüssen beteiligt werden? Welcher Stellenwert wird den Entscheidungen des Integrationsrates beigemessen?
  • Ausbildung und Arbeit: Wie wird sichergestellt, dass Geflüchtete ihre Potenziale in den Arbeitsmarkt einbringen können? Und wie können künftig genügend Kapazitäten für Sprachkurse, speziell für Frauen mit Kindern, angeboten werden?

Am 13. September finden neben den Kommunal-und Bürgermeisterwahlen auch die Wahlen zum Integrationsrat statt, zu der sich 66 Kandidat:innen gemeldet haben. Mit Michaela Bhattacharjeeund Weaam Eissa werden auch zwei Mitglieder aus dem Paraplüs-Kernteam antreten.

Kontakt zur Netzwerkinitiative Paraplüs direkt per Email kontakt@paraplues-gl.de

Holger Crump

ist freier Journalist und vielseitig interessierter fester Mitarbeiter des Bürgerportals.

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5 Kommentare

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  1. Lieber Herr Jungbluth,
    können sie ihre Aussagen belegen?
    Welche Quelle haben sie besonders im Hinblick auf ihren Kommentar zu ad Wohnraum.
    Ich halte diese Behauptung für falsch . Bitte differenzieren sie und belegen sie ihre Behauptungen mit überprüfbaren Quellen.
    Herzliche Grüße

  2. Liebe Frau Noelke,
    woher kommen ihre Zahlen ? Können sie diese belegen oder die Quelle nennen?
    Ich habe keine aktuellen Zahlen von den Menschen mit Migrationshintergrund , die seit 2015 nach BGL gekommen sind. Ich weiß lediglich, dass ungefähr 800 Personen hier in BGL in städtischen Unterkünften leben . Wieviele Anerkannte Flüchtlinge ( inklusive Familiennachzug) plus derer, die gestatteten , geduldeten Aufenthalt haben oder im laufenden Asylverfahren sind habe ich nicht.
    Herzliche Grüße

  3. Zu dem Thema Geflüchtete in Bergisch Gladbach. Die Mehrzahl der Geflüchteten kommt aus Syrien, Irak, Eritrea, Guinea. Es leben 900 Geflüchtete in Bergisch Gladbach. 500 Geflüchtete haben eine Wohnung und Arbeit oder Ausbildung. Alle besuchen verpflichtet Integrationskurse. Ich bin zwanzig Stunden pro Woche in der Flüchtlingshilfe tätig und weiß dass. Hier in Bergisch Gladbach klappt es sehr gut. Aber es ist noch viel zu tun.

  4. Die Verwaltung weiß auf Nachfrage im zuständigen Ausschuss (nicht mit der Bitte um sofortige, sondern um schriftliche Antwort) nicht einmal, wie viele der Migranten einen Integrationskurs besuchen, geschweige denn mit Minimalerfolg abschließen. Auf die Idee, das anläßlich der Nachfrage einmal zu klären, ist sie nicht gekommen. Darauf in der Haushaltsrede angesprochen (der jetzige Kämmerer wollte 5 x 500.000 Euro für diese Leistung haben, von der er gar nicht weiß (oder schlimmer: vielleicht weiß er es doch), wie sie in Anpruch genommen wird.
    Die Zahlen des BAMF dazu sind jedenfalls erschütternd.
    Warum auch immer hier die Verwaltung das Geld für Raumkosten und Lehrpersonal ohne Kenntnis der Bedarfslage ausgibt: Die Mehrheit der Ratsfraktionen fand das unproblematisch, angesprochen hat diese Merkwürdigkeit in Millionenhöhe gerade einmal eine einzige. Und die betreibt hier keinen Wahlkampf, denn sie tritt nicht mehr an.

    Ad Wohnraum: Laut Zahlenwerk der Kreisverwaltung hat die Mehrzahl der Migranten nach erfolgter Prüfung keinen Status: Keinen Asylstatus, keinen Flüchtlingsstatus, keinen subsidiären Status. Die Mehrzahl. Angesichts dessen die Wohnraumproblematik anzusprechen, wird vom wohnungssuchenden Steuer- und Gebührenzahler, der die städtische Preistreiberei für die Unterbringung finanzieren darf und trotzdem oft keine Wohnung findet, sicherlich richtig eingeordnet werden.

  5. Seit Jahren werden keine aktuellen Informationen veröffentlicht.
    Die Bevölkerung weiß nichts über Flüchtlinge. Weder woher jemand gekommen ist, noch Status, Demografie, Ausbildung.
    Offensichtlich sind alle inzwischen bestens integriert. Die Stadt hat doch alles bestens im Griff. Also was soll diese Scheindebatte über nicht vorhandene Probleme?

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