Goldene Ehrennadel verleiht die Stadt Bergisch Gladbach nur selten. Jetzt gingen gleich drei dieser Auszeichnung an die Gründer des Beit Jala-Vereins, an Norbert Sprenger sowie an Sabine und Axel Becker.

„Wie schön, dass mal wieder was los ist“, eröffnete Heinz-D. Haun einen ereignisreichen Samstagabend in seinem Garten in Gronau. Die Regenwolken zogen unverrichteter Dinge weiter, eine milde Abendsonne blinzelte durch das Laubdach des mächtigen Nussbaums, und Musiker Adnan Shanan intonierte mit Rohrflöte, Oud und sanfter Stimme palästinensische Volkslieder.

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Knapp 50 Unterstützer und Mitglieder der Städtepartnerschaft Bergisch Gladbach-Beit Jala waren der Einladung zu diesem Gartenfest aus besonderem Anlass gefolgt: Bürgermeister Lutz Urbach und sein Stellvertreter Michael Zalfen verliehen drei goldene Ehrennadeln der Stadt an Engagierte des Vereins. 

Lutz Urbach (r.). überreicht die Ehrennadel in Gold an Norbert Sprenger

Mehr Jahre als ein Menschenleben 

„Seit vielen Jahren sind Sie der Grund, weshalb die Städtepartnerschaft so ein Erfolgsprojekt ist“, sprach Urbach die Geehrten an. Der Erste von ihnen war Norbert Sprenger, Mitbegründer und steter Wegbegleiter des Vereins.

Urbach würdigte den großen Einsatz Sprengers und seine Arbeit im Vorstand. Darüber hinaus hob er das beeindruckende Engagement des Geehrten im kirchlichen und sozialen Bereich hervor: darunter 22 Jahre Vorsitz der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) im Ortsverband St. Marien Gronau, 30 Jahre für Menschen mit Behinderung etwa im Verein „Integration – Begleitung in Arbeit und Leben“ und zehn Jahre Ehrenamt im Bürgerhaus „PROgymnasium Bensberg e. V.“

Bereits 2008 hatte Sprenger das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland erhalten. „Alle Tätigkeiten zusammengerechnet ergeben mehr Jahre, als für ein Menschenleben reichen“, brachte Urbach den Dienst Sprengers für das Gemeinwesen auf den Punkt.  

Sabine und Axel Becker mit Lutz Urbach

Menschenrechte und Bürgerbegegnung

Hiermit wandte sich Urbach den beiden weiteren Gold-Kandidaten zu: dem Ehepaar Axel und Sabine Becker, Gründern des Städtepartnerschaftsvereins im Jahr 2011. Während Axel das Bild des Vereins in der Öffentlichkeit prägt, wirkt Sabine in den Verein hinein.

Doch beider Engagement gilt ungeteilt den Menschenrechten in Palästina und der Bürgerbegegnung über Grenzen hinweg. Begegnungsreisen, Info-Veranstaltungen, Schüleraustausch- sowie Theater- und Filmprojekte verschafften dem Verein zunehmend Bekanntheit und Anerkennung. 

„Ehrungs-Upgrade“ selten, aber möglich 

Die Beckers waren bereits 2012 mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet worden. Ein „Ehrungs-Upgrade“ sei sehr selten, für Gold müsse noch etwas hinzukommen, merkte Urbach launig an.

Mit der Ausweitung der Vereinsaktivitäten, dem Einsatz für die Einweihung des Beit-Jala-Platzes in Bergisch Gladbach (2015) und den ersten Deutsch-Palästinensischen Kulturtagen (2018) waren diese Bedingungen offensichtlich erfüllt.

Nicht zu vergessen, dass Bergisch Gladbach mittlerweile einen gleichnamigen Platz in Beit Jala hat und Axel Becker Ehrenbürger der palästinensischen Kommune ist.  

Viel Energie lag in der Luft 

Axel Becker dankte dem Bürgermeister, dem Rat und der Verwaltung der Stadt, verwies auf die vielfältige Unterstützung durch die Bürgerschaft und den Verein. „Wir sind in all den Jahren reich beschenkt worden – die vielen Menschen, die wir hier und in Beit Jala durch die Städtepartnerschaft kennenlernen konnten, haben so viel Energie gebracht.“

Davon lag nach dem offiziellen Teil des Gartenfests viel in der Luft. Petra Christine Schiefer, Autorin und Schauspielerin, und Heinz-D. Haun zogen die Gäste mit der Rezitation aus einem Interview des Vorstands mit Sabine und Axel in ihren Bann.

Dieses Gespräch zeichnet die wechselvollen Lebenslinien der beiden von düsteren Kriegszeiten bis zum Brückenschlag ins Heilige Land nach. Da war es nur konsequent, dieses ebenso biografische wie zeitgeschichtliche Dokument den Geehrten als Text- und Bildband zu überreichen. 

Schließlich hieß es „Bühne frei“ für Bernd Schader. Einst Mitreisender der Bürgerdelegation nach Beit Jala zur Besiegelung der Städtepartnerschaft 2011, beeindruckte er die Gäste mit seinem Mauer-Lied („Über Mauern kannst du springen“). Noch viele Gespräche und Drinks später, bis in die tiefe Sommernacht hinein, hallte diese Ballade nach, als die letzten Gäste nach Hause gingen. 

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