Kurz vor dem Lockdown hat der Verein „Hilfe Litauen Belarus“ noch zwei Lkw mit Hilfsgütern nach Marijampole, Litauen, versendet. Mit Kirchenbänken, Pflegebetten und Lebensmitteln werden die Menschen dort versorgt.

Nachdem der gemeinnützige Verein „Hilfe Litauen Belarus e.V.“ mit seinen 135 Mitgliedern bereits im Februar einen ersten Lkw mit Hilfsgütern gen Osten gesendet hatte, war dieser zweite Lkw eigentlich nochmals für Belarus bestimmt, da die Not der Menschen dort noch viel größer als in Litauen ist.

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Doch Corona und dann auch die anhaltend ungewisse politische Situation in Belarus veranlassten uns zu einem Umdenken. So nutzten sieben Hilfstransporteure bereits im Juli die geöffneten Grenzen für einen kleinen begleitenden Hilfstransport mit Privatwagen und zwei gefüllten Anhängern mit zahlreichen Hilfsgütern für Litauen. Die Bistumscaritas in Marijampole und die besuchten Einrichtungen baten uns um weitere Hilfe. 

Seit 1994 helfen wir in Litauen und Belarus, doch es ist das erste Mal, dass wir auch im Rahmen der Städtepartnerschaft zu Marijampole eine so große Hilfsaktion unter Leitung von unserem 2. Vorsitzenden Stephan Glaubitt durchführen.

Der 1. Vorsitzende Ulrich Gürster übergab quarantänebedingt den „Stab“ an Stephan Glaubitt und durfte nur von zu Hause als „Sekretär“ aktiv werden. Bereits am Freitag vor dem Lockdown belud Stephan Glaubitt mit seinem Team Joachim Nix (Schatzmeister), Günter Düren und Dietmar Schur in Köln den litauischen 38 – Tonner mit 10 gespendeten Kirchenbänken.

Anschließend kamen noch 10 gespendete elektrische Pflegebetten aus dem CBT – Wohnhaus Margarettenhöhe dazu. Schnell erkannte das Team die Notwendigkeit eines zweiten 38 – Tonners und verständigten Ulrich Gürster. Nun doch nützlich eingesetzt lief die Telefonleitung nach Litauen zur Caritas und zur Spedition heiß.

So staunte das Vorstandsteam um Stephan Glaubitt nicht schlecht, als bereits einige Stunden später am Freitag ein zweiter leerer litauischer 38-Tonner am Beladeort eintraf. Dort traf das Team unter der Lagerleitung von Günter Düren und Dietmar Schur alle logistischen Vorbereitungen für den großen Beladetag am Samstag.

Darin enthalten war auch das vom Schatzmeister Joachim Nix ausgearbeitete Corona-Konzept für die 29 Beladehelfer/innen. Zwischenzeitlich traf am Freitag aus der Partnerstadt Marijampole noch ein telefonischer Hilfewunsch ein. Eine bereits 101 Jahre alte Dame in Marijampole benötigte ein Pflegebett und bat um Unterstützung, welche unbürokratisch zugesagt wurde.

Bereits am Samstag wurden durch die fleißigen Helfer und Helferinnen 17 weitere Pflegebetten, Beistelltische, 20 rollende Infusionsständer, 8 Rollstühle, 25 Rollatoren, Fahrräder, Lebensmittel, 16 Schulkinderstühle und 8 Schultische, Kartons mit Kleidung, gebrauchte und neue Schuhe und viele weitere dringend benötigte Hilfsgüter auf den Lkw geladen.

Darunter waren auch zwei, vom Verein gekaufte, behindertengerechte Dreiräder für eine Schule mit Kindern und Jugendlichen mit einem Handicap. 48 gefüllte Kartons mit orthopädischen neuwertigen Artikeln aus dem Sanitätshaus „Munny“ durften nicht fehlen.

Pfarrer Gintaras Urbstas Bistumscaritasleiter und Giedre Volff , die stellvertretende Leiterin, erwarten bereits sehnsüchtig die beiden Hilfstransporte, denn es gibt immer noch viele Menschen in Not in Marijampole und Umgebung, die nicht das Geld für einen Rollator oder auch für andere Dinge des täglichen Bedarfs aufbringen können.    

Stephan Glaubitt äußert sich zufrieden: „Dieser Hilfstransport mit zwei Lkws mit über 25 Tonnen Hilfsgütern für Marijampole ist auch für uns nach über 25 Jahren eine Premiere.“

Schatzmeister Joachim Nix ergänzt: „Auch unser Verein ist von Corona gebeutelt und unsere Geldspenden sind in diesem Jahr verständlicherweise drastisch zurückgegangen. Und doch finanzierten wir dieses Jahr drei Lkw-Transporte, gaben 6.500 Euro in Litauen und Belarus für den Kauf von Lebensmitteln, dringend benötigten Hygieneartikeln und Medikamenten dort vor Ort aus.

Weiterhin brachten wir zahlreiche Projekte (z.B.: Brunnenbau in Netetsch – Belarus für 5.500 Euro) zum Abschluss. Wer uns gewogen ist und uns gerne finanziell unterstützen möchte, kann sich auf unserer Homepage informieren. Gerne möchten wir auch 2021 tatkräftig die Not der Armen der Ärmsten ein wenig lindern und ihnen einen kleinen Lichtblick ermöglichen.“ 

Immer wieder positiv gerührt ist Dr. Michael Metten als Schirmherr des Vereins von dem großen Engagement der zahlreichen ehrenamtlichen Mitglieder.

In vielfältiger Weise unterstützt auch Dr. Michael Metten seit vielen Jahren den Verein und bedankt sich ganz herzlich bei allen Spendern und auch Helfern für die immer wiederkehrende Unterstützung: „Ohne die ehrenamtliche Beteiligung vieler Menschen hier vor Ort könnten wir in vielen Bereichen in Litauen und Belarus gar nicht so tatkräftig über den Tellerrand schauend gezielt helfen. Herzlichen Dank dafür und bleiben Sie gesund.“ 

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