Die große Papiermaschine PM3 ist das Herz der Papierfabrik

Die Stadt tut sich nicht leicht mit der Zustimmung zu einem neuen kurzfristigen Pachtvertrag für Zanders. Darüber soll nun der Hauptausschuss in einer Sondersitzung befinden. Aber erst nach verbindlichen Zusagen der Eigentümer.

Am Montag, das berichtet die Pressestelle der Stadtverwaltung, haben Bürgermeister Frank Stein und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen über die Ergebnisse des Runden Tischs zur Rettung der Papierfabrik beraten, aber keine Entscheidung getroffen.

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Die soll nun in einer Sondersitzung des Hauptausschusses am kommenden Montag (1. Februar) fallen. Der Hauptausschuss vertritt in der Corona-Pandemie den Stadtrat; ein Termin wurde noch nicht angesetzt.

Für eine solche Entscheidung fehlten aber nach wie vor „verbindliche Zusagen des Gesellschafters“. Daher wurde der Anwalt der Stadt beauftragt, diese Zusagen einzuholen.

Widerspruch zu Aussagen des Moderators

Am Donnerstag hatten der Moderator des Runden Tischs, Ingo Wolf, und der Insolvenzverwalter Marc d’Antoine dagegen mitgeteilt, dass ein unterschriftsreifer Mietvertrag bis zum 30.6. vorliegen, mit dem alle Bedingungen der Stadt erfüllt würden.

Ein wichtiger Punkt war die Solvenz des Vertragspartners; laut Moderator Wolf löse der Entwurf für den Pachtvertrag alle Zweifel an der Zahlungsfähigkeit auf. Daher war eine neuen unternehmerischen Konstruktion erwartet worden.

In der Einladung zum Hauptausschuss, wo das Thema im nicht-öffentlichen Teil behandelt wird, ist der Partner benannt: Die Aktiengesellschaft Jool AB. Das ist die Dachgesellschaft der Jool Gruppe mit Tom Olander in der Führungsspitze, die auch bislang als Zanders-Eigentümer aufgetreten ist. Nach eigenen Angaben hält die Jool AB allerdings nur 75 der Zanders-Anteile; die ganze Eigentumsstruktur ist nach wie vor unklar.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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3 Kommentare

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  1. Die Verhandlungsposition der Stadt hat sich deutlich verschlechtert

    Nachdem die Stadt den Verhandlungstisch verlassen hat und mit der Zwangsräumung des Zandersgelände und damit der Zerstörung von 380 Arbeistplätzen gedroht hat, muss der Stadtrat nun den Ereignissen hinterherhecheln. Das ist keine gute Verhandlungsposition. Tatsächlich hat die Stadt sich mit diesem irrationalen Vorgehen die Verunsicherung vergrößert und sich ins Abseits manövriert. Mit ihrer falschen Strategie spielt sie ihre Glaubwürdigkeit als Partner verspielt und muss jetzt erst Vertrauen zurückgewinnen.

    Wenn es besonders kritisch wird und es um Menschen geht, steht man nicht auf und geht auch nicht raus. Wer etwas erreichen will, muss bis zuletzt verhandeln und darf nicht aufgeben oder beleidigt gehen oder mit einer Drohung im Mund die Belegschaft im Stich lassen. Die Erfahrungen zeigen einfach, dass diejenigen, die das bessere Sitzfleisch haben, ausharren und durchhalten immer die besseren Ergebnisse erzielen, während diejenigen, die wütend gehen, am Ende nur noch zuschauen oder zustimmen müssen. Gestalten oder “Nachkartnern” geht dann nicht mehr.

    Wer raus geht muss auch wieder reinkommen!

  2. Ich bin der Meinung, dass der Betriebsrat und die SPD endlich einmal klar Stellung beziehen sollte. Zwar sind die Verhandlungen fortgeschritten, doch im alten Stadtrat wurde Lutz Urbach ständig von der SPD und dem Betriebsrat angegangen. Jetzt wo andere Machtstrukturen in der Stadt vorhanden sind, sagt die SPD und auch der Betriebsratsvorsitzende nichts mehr. das Herr Ollander doch nur Geld aus Zanders herausziehen will müsste doch wohl jedem klar sein.Es bleibt wohl nur eine Möglichkeit, die SPD entschuldigt sich bei Herrn Urbach für ihre alten Angriffe und setzt sich jetzt mit der CDU und dem Rest des dreier Bündnisses an einen Tisch und überlegen eine konkrete Ansage an den Herrn Ollander, den Insolvenzverwalter und den Betriebsratsvorsitzenden. Ich glaube, erst wenn die Stadt einheitlich eine harte Linie gegen die anderen Beteiligten aufzeigt, wird sich eventuell etwas ändern. Dazu gibt es nur diese einzige Linie zum Wohle der Mitarbeiter.

  3. Sorry, aber was bringen immer wieder „kurzfristige“ Verträge?
    Es gibt niemandem Planungssicherheit und hilft weder den Zandrianern, noch der Stadt. Wann verstehen auch die letzte Beteiligten an diesem grausamen Spiel, dass Herr Olander überhaupt kein Interesse an den hier betroffenen Menschen hat, sondern nur merkantile Absichten im Sinn hat.