Zum ersten Mal ist bei Infektionen mit dem Corona-Virus im Rheinisch-Bergischen Kreis eine der hochansteckenden Mutationen festgestellt worden. Ein Fall in Wermelskirchen geht auf einen beruflichen Kontakt zurück. Der zweite Fall wurde in einer Kindertagesstätte in Bergisch Gladbach entdeckt – mit weitreichenden Folgen.

In 150 Fällen sind die als deutlich ansteckender eingestuften Varianten des Coronavirus in Deutschland bisher nachgewiesen worden – und haben jetzt auch den Rheinisch-Bergischen Kreis erreicht. Daher ändert die Kreisverwaltung ab sofort ihr Quarantäne-Management.

Der erste Fall ist relativ klar: Eine Einzelperson mit Wohnsitz Wermelskirchen habe sich mit der britischen Variante des Corona-Virus im beruflichen Umfeld infiziert, teilte das Gesundheitsamt jetzt mit. Und zwar bei einem Kontakt, der außerhalb des Kreises gelegen habe.

Der zweite Fall ist weniger klar. Hier handelt es sich um eine Person aus der Mitarbeiterschaft eines Kindergarten. In der entsprechenden Kita war es zu mehreren Infektionen gekommen; bei der Nachuntersuchung stellte sich in diesem einen Fall heraus, dass diese Person ebenfalls mit der britischen Mutation infiziert ist.

Ob das auch auf weitere Infektionen innerhalb der Kita zutrifft und wie sich die Person infiziert haben könnte ist noch nicht bekannt, werde aber genau untersucht, sagte Kreis-Sprecherin Birgit Bär dem Bürgerportal.

Zudem wurden die bereits verfügten partiellen Quarantäneauflagen für diese Kita ausgeweitet: nun müssen sich alle Kontaktpersonen 1. und 2. Grades absondern. Außerdem ist eine umfangreiche Testaktion in der Kita und im Umfeld der Infizierten angelaufen.

Lesetipp: Was man über die Virus-Varianten wissen muss und wie gefährlich sie sind erläutert Quarks, der Wissenschaftskanal des WDR, in diesem Beitrag sehr gut.

Da die neuen Virus-Varianten aus Großbritannien und Südafrika als leichter übertragbar gelten sei dieses Vorgehen als Vorsichtsmaßnahme geboten und entspreche den Richtlinien des Robert-Koch-Institutes.

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Gleichzeitig appelliert das Gesundheitsamt an die gesamte Bevölkerung, sich jetzt noch vorsichtiger zu verhalten. Da mit einer weiteren Verbreitung der Virus-Varianten zu rechnen sei bitte der Kreis nachdrücklich, alle bekannten Regeln konsequent einzhalten: mindestens 1,5 Meter Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Masken tragen und lüften.

Nur so könne die Ausbreitung der neuen, noch leichter übertragbaren Variante so weit wie möglich eingedämmt und eine Überbeanspruchung der Krankenhäuser und Gesundheitsämter entgegenzuwirken.

Auch in Köln waren in den vergangenen Tagen die hochinfektiösen Varianten in mehreren Kindergärten entdeckt worden. Das hatte dort noch einmal die Debatte über die Schließung der Kindergärten entfacht: entgegen der Linie der letzten Bund-Länder-Konferenz hatte Nordrhein-Westfalen die Kitas offen gelassen und lediglich an die Eltern appelliert, die Kinder wenn möglich zu Hause zu betreuen.

Das ist jedoch nur zum Teil berücksichtigt worden, viele Kita-Leitungen und Erzieher:innen hatten sich eine Überlastung und Gefährdung beklagt. Die Mitarbeitervertretung der katholischen Kölner Einrichtungen hatte bereits in einem Brief an Familienminister Joachim Stamp eine klarerer Regelung gefordert. Dazu sah das Ministerium aber bisher keine Veranlassung.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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4 Kommentare

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  1. Ich danke Ihnen für den Hinweis. Zum Ausdruck wollte ich nur bringen, dass die vielen Berichte über den Virus verwirrend sind. Jeder Tag bringt neue Schlagzeilen über die Wirksamkeit und Zweifel des Pandemiegeschehens. Das muss doch nicht sein.
    Gruß G. Humbach

  2. Britische Variante nachgewiesen. Was sagt so eine Schlagzeile für Lieschen Müller aus. Gebt doch bitte detaillierte Auskünfte, damit die Menschen nicht immer mehr verunsichert werden.

    1. Sehr geehrter Herr Humbach, meinen Sie das ernsthaft? Die Überschrift lautet: Britische Corona-Variante in Kita nachgewiesen – und bringt die Nachricht knapp auf den Punkt: Es gibt eine Variante des Corona-Virus, die auf Großbritannien stammt und in einer Kita in Bergisch Gladbach nachgewiesen ist. Das verstehen unsere Leser auch; auch diejenigen die Sie so überheblich titulieren. Die detaillierten Auskünfte und Erläuterungen finden sich im Text, darunter auch ein Link zu einem Text, der die bedeutung dieser Virus-Variante ausführlich erläutert.

  3. Die Lösung ist in diesem Fall ganz einfach. Tägliche Schnelltests für alle Kinder und MitarbeiterInnen, sonst kein Einlass in die Kita. Die können dann z.B. von der Bundeswehr durchgeführt werden.